Tankshop neu definiert

Dienstag, 06. Juni 2017
Fotos: Lekkerland

Mit dem „Frischwerk Tankstellenshop“ hat Lekkerland ein neues Konzept für die Unterwegsversorgung entwickelt. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Kunden sich auch im Tankshop von Frische begeistern lassen.

Das 1903 gegründete Unternehmen Ludwig Dalacker & Sohn mit Sitz in Gaildorf betreibt in Baden-Württemberg 30 Tankstellen. Im Herbst 2015 übernimmt Dalacker eine Tankstelle in Aalen bei Stuttgart – und stellt schnell fest: Der Shop funktioniert nicht. Erste Ideen entstehen, der entscheidende Funke springt jedoch über, als Dalacker 2016 auf der Tankstellenmesse Uniti Expo das neue Shopkonzept „Frischwerk“ von Lekkerland kennenlernt.

84 Prozent der Bevölkerung versorgen sich unterwegs

Dann geht alles schnell: Nach dem Abriss der alten Station in Aalen erfolgt im November 2016 die Neueröffnung. Das Frischwerk-Konzept greift den Trend zum steigenden Unterwegs-Konsum auf. Heute versorgen sich 84 Prozent der Bevölkerung unterwegs, das sind 20 Prozent mehr als noch im Jahr 2008 (Quelle: Competence Center for On-the-go Consumption 2015). Nach dem Grundsatz „Convenience ist kein Kanal, sondern eine Art zu shoppen“ spielt Frischwerk die Vorteile der Tankstelle – Frequenz, Öffnungszeiten, Parkplätze, Geschwindigkeit – konsequent aus, um die Kauffrequenz zu erhöhen. Denn im Schnitt besuchen nach Erfahrung von Lekkerland zwar 800 Personen täglich eine Tankstelle, aber nur 50 Prozent kaufen tatsächlich etwas im Shop.

Brotlaibe, Kuchen und Wraps

Das änderte sich in Aalen schlagartig mit der Neueröffnung. „Die Kunden rechnen einfach nicht damit, in einer Tankstelle eine Bäckerei vorzufinden, und auch nicht mit dieser Optik aus Holz und Stahl“, sagt Nathan Catalano, Leiter der Tankstelle in Aalen. Neben der Bäckerei, die auch Brotlaibe und Kuchen anbietet, gehört ein Frische-Sortiment mit Salaten und Wraps zum Foodservice-Angebot. Wie sich schnell herausstellte, ist die Nachfrage nach den Foodservice-Produkten in einem separaten Teil des Shops besonders groß. „Hier scheint sich die räumliche Trennung zum Tabak-und Kraftstoffbereich auszuzahlen“, sagt Frank Fleck, Leiter Strategie und Geschäftsentwicklung bei Lekkerland.

Bereits in der Entwicklungsphase hatten umfangreiche Befragungen gezeigt, dass dies ein Wunsch der Verbraucher ist. „Unsere Tankstelle ist in kurzer Zeit zu einer Art Treffpunkt geworden, sowohl für private Zwecke als auch für berufliche Meetings, mit der entsprechenden Nachfrage nach Snacks und Getränken“, berichtet Nathan Catalano heute. Dazu tragen verschiedene Besonderheiten bei. Zum Beispiel das frische und für Tankstellen neue Design, das von Holz und Stahl bestimmt wird. Zu den innovativen Angeboten zählen auch der „Meal Deal“ und der „Bunte Becher“, bei denen sich die Tankstellen-Kunden zu einem günstigen Preis eine Kombination aus Snack, Nachtisch und Getränk selbst zusammenstellen können. Innovative Services sind zudem die digitalen Anzeigetafeln mit tageszeitabhängiger Werbung, Aufladestationen für Handys und freies WLAN. 

Erwartungen erfüllt

Zeitgleich zur Station in Aalen ging auch in Hamburg-Bergedorf in einer Esso-Station das zweite „Frischwerk“ an den Start – und erfüllt die Erwartungen ebenfalls. Lekkerland will das neue Konzept zunächst intensiv erproben und die Erkenntnisse in die Weiterentwicklung einfließen lassen. Dann aber soll es allen Tankstellenkunden zur Verfügung stehen. 

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Statement

 

 

 

 

Patrick Steppe, Vorstandsvorsitzender, 
Lekkerland AG & Co. KG
 

„Das Image von Tankstellen muss sich fundamental verändern, damit sie sich im Wettbewerb mit neuen Konkurrenten in der Unterwegsversorgung, wie Bäckereien und Discountern, behaupten können. Diesen Wandel auf profitable Art und Weise zu vollziehen – darauf zielt unser Frischwerk-Konzept ab.“