Online-Handel der Alpenländer

Montag, 04. April 2016

In der Schweiz und in Österreich wachsen die Umsätze im E-Commerce noch schneller als in Deutschland. Neben den großen internationalen Playern verzeichnen auch MARKANT Mitglieder eine dynamische Entwicklung.

In Österreich haben die führenden 250 Onlineshops 2014 rund 2,1 Milliarden Euro mit physischen Waren umgesetzt. In der Schweiz wurden 4,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das sind die Eckdaten der EHI-Studie "E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2015". Das Wachstum der Top-250-Onlineshops lag mit 11,6 Prozent in Österreich und 11,4 Prozent in der Schweiz höher als in Deutschland (9 %).

Der Markt in beiden Ländern ist hoch dynamisch: Jeweils 44 neue Onlineshops konnten sich im Ranking platzieren. In der Schweiz ist innerhalb der Top 150 jeder zehnte ein Newcomer, in Österreich finden sich zwölf Neueinsteiger unter diesen. Die vorderen Ränge sind von Generalisten belegt, die in Österreich fast die Hälfte (46,6 %) und in der Schweiz fast ein Drittel (31,5 %) des Umsatzes generieren. Die größten Player sind in Österreich Amazon.at (477,1 Mio. Euro), gefolgt von Universal.at (112,4 Mio.) und Zalando.at. (95 Mio.). Spitzenreiter in der Schweiz ist Digitec.ch mit 424,2 Millionen Euro Umsatz, gefolgt von Amazon.de (288,5 Mio.) und Nespresso.com/ch (287,9 Mio.).

Trends: Mobil und Click & Collect

Zu den gemeinsamen Trends in beiden Ländern gehören unter anderem eine verstärkte Verbreitung mobil verfügbarer Onlineshops und ein erhöhtes Angebot an Click & Collect, bei dem Kunden online getätigte Bestellungen im stationären Store abholen können. Bereits jeweils rund ein Viertel der Anbieter bietet diesen Service an, was für Österreich eine Verdopplung und für die Schweiz eine dreifache Erhöhung binnen Jahresfrist bedeutet. Die größte Verbreitung hat aber nach wie vor der Versand durch die Österreichische Post (42,0 Prozent) und die Schweizerische Post (63,6 Prozent). Auch “Mobile” wird im Kontext von Omnichannel immer wichtiger: Die mobile Website ist in diesem Jahr sowohl in Österreich wie auch der Schweiz der am meisten verbreitete zusätzliche Vertriebskanal.

Manor.ch hat Umsatz verdoppelt

Die großen Trends in der Schweiz macht sich auch der Onlineshop von Manor zunutze. Wie das Unternehmen mitteilt, habe Manor.ch seinen Umsatz 2015 “erneut mehr als verdoppeln” können. Click & Collect, der kostenlose Lieferservice ins Warenhaus, erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Über 40 Prozent aller Bestellungen werden von den Kunden in einem Warenhaus ihrer Wahl abgeholt. Aktuell verfügt der Onlineshop bereits über rund 25.000 Artikel. 2015 wurde die Webseite für alle Smartphones, Tablets oder Laptops optimiert, und Anfang 2016 wird sie vor allem in den Bereichen Mobile, Benutzerfreundlichkeit, Personalisierung und Empfehlungen verbessert.

Kastner setzt auf Regionalität

Auch die österreichische Kastner-Gruppe betreibt verschiedene Webshops, sowohl im B2B- als auch B2C-Bereich, und hat sich außerdem am Online-Startup myProduct.at beteiligt. Dabei setzen Kastner und myProduct nicht auf das herkömmliche LEH-Sortiment, sondern auf Produkte aus bäuerlicher, kleingewerblicher und handwerklicher Produktion aus Österreich. Das derzeitige Sortiment umfasst mehr als 5.600 Produkte von 300 Herstellern, die per DPD-Paket-Logistik direkt vom Erzeuger zum Konsumenten geliefert werden - auch nach Deutschland. Zu jedem Produkt gibt es eine authentische  Geschichte, Bilder und Zusatzinformationen zur Produktherstellung und den Menschen hinter den Produkten. “Wir wollen Einkaufen in Österreich zu einem unterhaltsamen Erlebnis für die ganze Familie machen und zeitgleich österreichische Klein- und Mittelbetriebe im Wettbewerb gegen internationale Großkonzerne und deren Massenware stärken", sagt myProduct-Geschäftsführer Rainer Neuwirth.

News

Foto: Unternehmen

Ein Start-up will den Süsswarenmarkt umkrempeln, mit gesunden Naschereien – gesüsst mit Datteln.

Foto: Unternehmen

Die Unternehmensgruppe ist darauf spezialisiert, verschiedene Dienstleistungen für Händler und Lieferanten zu erbringen.

Foto: Udo Hermann

Die Barzahler in Deutschland haben ihre Gewohnheiten in den Coronajahren verändert und sind dabei geblieben. Sie zahlen am liebsten mit Karte – und zwar mit der Girocard.

Statements

Werner Schickmayr, Bereichsleitung Marketing/Online-Vertrieb; Unimarkt
„Der Onlineshop hat eine sehr große Bedeutung für das Unternehmen. Unimarkt möchte damit sein Geschäftsmodell für die Zukunft sicher aufstellen und den Kunden einen zeitgemäßen Service bieten. Mit dem Onlineshop werden österreichweit sehr gute Umsätze erzielt und alle Altersgruppen bedient.

Yoann le Berrigaud, Direktor E-Commerce, Manor
“Der E-Commerce ist ein wichtiger Wachstumstreiber für Manor. Er spielt nicht nur für das Omnichannel-Erlebnis der Kunden eine wesentliche Rolle, er macht auch einen immer grösseren Teil des Gesamtumsatzes aus. Der Online-Umsatz hat sich in den letzten beiden Jahren jeweils verdoppelt und soll mittelfristig zehn Prozent des Gesamtumsatzes betragen.“

 

Info

Die Studie
Die Angaben der Studie "E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2015" beruhen auf einer Händler-Befragung (EHI), Statista-Hochrechnungen und Unternehmensangaben. Schwerpunkt der Untersuchung waren B2C-Onlineshops. Berücksichtigt wurde der um Retouren bereinigte Netto-Umsatz mit physischen Gütern, nicht aber der mit digitalen Gütern wie Apps und Streaming-Diensten. Die Studie ist im EHI-Shop erhältlich.