Unter dem Motto «Innovationen für alle» zündete die IFA 2025 in Berlin ein Feuerwerk an Neuheiten. Erklärtes Ziel ist es, neue Zielgruppen für Home- und Consumer-Technik zu begeistern. Dafür wurde auch das Messespektrum deutlich erweitert.
Nach fünf Messetagen zog die IFA Berlin am
9. September 2025 eine positive Bilanz. Mit über
1900 Ausstellern aus 49 Ländern und 220 000 Besuchern hat sie ihre Rolle als globale Leitmesse für Home- & Consumer-Tech erneut bestätigt. Mit Blick auf die Zukunft testet die Messe auch neue Konzepte. So stehen die drei Buchstaben jetzt nicht mehr für «Internationale Funkausstellung», sondern für «Innovationen für alle». Damit einher geht eine Erweiterung der Messethemen. Zu den neuen Bereichen gehören «Beauty» mit Produkten rund um Schönheit und Pflege, «Gaming» mit Computer- und Videospielen sowie der «Mobility Track» mit E-Scootern und -Rädern. Ziel ist es, neue, vor allem jüngere Zielgruppen anzusprechen. «Besucher erleben die neuesten Produkte und erfahren, wie Technologie unseren Alltag smarter, vernetzter und nachhaltiger gestaltet“, so Leif Lindner, CEO der IFA Management GmbH.
Nach Jahren mit deutlichen Rückgängen scheint sich der deutsche Markt für Heimelektronik wieder zu stabilisieren. Für das erste Halbjahr 2025 weist das HEMIX-Panel (Home Electronic Market Index) einen Gesamtumsatz von 21 Milliarden Euro (-0,9 %) aus. Sowohl bei der Unterhaltungselektronik als auch bei den Elektro-Hausgeräten entwickeln sich die Segmente aber weiterhin unterschiedlich. Einige Produktgruppen wie IT-Zubehör, Foto/Kameras oder auch Elektro-Kleingeräte (+2,6 %) verzeichnen teils deutliche Zuwächse.
«Produktneuheiten treiben die Nachfrage, und Innovationen sind zentral», sagte Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin GFU Consumer & Home Electronics GmbH am Rande der Messe. «Die IFA bietet dafür die ideale Bühne.» Generell bleibt das Konsumentenverhalten von einem ausgeprägten Wertebewusstsein geprägt, zeigen die aktuellen Marktanalysen der GFU. So erfolgte nahezu die Hälfte aller bisherigen TV-Käufe in diesem Jahr aus funktionalem Bedarf, insbesondere als Ersatz für defekte Geräte, und weniger aus Inspirationsimpulsen. Grössere Bildschirme und fortschrittliche Display-Technologien wie OLED und MiniLED gewinnen weiter an Bedeutung und machen 44 Prozent des Marktumsatzes aus. Zu den von der IFA ausgezeichneten Top-Innovationen gehört «Primus 77’’», das neue OLED-Flaggschiff von Metz. Der Premium-Fernseher «Made in Germany» nutzt modernste Mikro-Linsen-Array-Technologie (MLA), die für aussergewöhnliche Helligkeit, Kontraste und Farbdarstellung sorgt. Das Zwei-Wege-Vollaktivsystem mit Bassreflex sitzt in einem verwindungssteifen MDF-Gehäuse mit massiver Aluminium-Schallwand und liefert 160 Watt Musikleistung. Im TV-Bereich wurde auch der «Signature OLED T» von LG ausgezeichnet. Die Besonderheit: Er ist der weltweit erste transparente
4K-OLED-Fernseher, wird damit im ausgeschalteten Zustand zum Designobjekt.
Kameras stark gefragt
Ein starker Trend ist das Teilen von Erlebnissen und Eindrücken, die dazu fotografisch oder videografisch festgehalten werden. Entsprechend gewinnt die Qualität und Funktionalität der Kameras zunehmend an Bedeutung, nicht nur bei den Smartphones, sondern auch bei kompakten Kameras. Das spiegelt sich in den Marktzahlen wider: So erreichte der Gesamtumsatz im Segment Fixed-Lens-Kameras von Januar bis August dieses Jahres 85 Millionen Euro, was einem Plus von
34 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Klassische Action-Cams legten zeitgleich um 24 Prozent auf 63 Millionen Euro zu.
KI hilft beim Kochen
Elektro-Grossgeräte erreichten im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro (-1,4 %), während Elektro-Kleingeräte erneut ein Umsatzplus von 2,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro erzielten. Auch hier gab es viele Innovationen auf der IFA, die auch Impulse für das Jahresendgeschäft versprechen. Nichts brennt an, nichts kocht über: Das neue Kochsystem von Miele mit dem Induktionskochfeld KM 8000 und dem speziellen Kochgeschirr «M Sense» misst die Temperatur und regelt die Leistung selbstständig. Ein Fingertipp auf die Touch-Bedienung genügt, und M Sense wählt die passende Leistungseinstellung – ohne jedes manuelles Nachjustieren. «Ob sprudelnd kochendes Nudelwasser, sanftes Reduzieren von Saucen oder punktgenaues Braten – ‹M Sense› sorgt für zuverlässige Ergebnisse», so ein Miele-Sprecher. Ein kostenfrei verfügbares Rezept von einer der zahlreichen externen Plattformen wie etwa chefkoch.de mit einem Klick in die Küchenmaschine laden, die das Gericht dann selbstständig fertig zubereitet: Das funktioniert mit den neuen KI-Features für den «Cookit» von Bosch. Die Küchenmaschine mit Kochfunktion wandelt die Rezepte automatisch um. Mit dieser Rezeptkonvertierung bringt Bosch nun Künstliche Intelligenz alltagsnah in die heimische Küche.
High-Tech für die Küche
Der Star am Stand von Siemens Hausgeräte war die weltweit erste Dampfschublade. Hinter einer grifflosen
14 Zentimeter hohen Glasfront steckt alles, was ein vollständiger Dampfgarer braucht: von zahlreichen Programmen über das Farb-Touch-Display bis zum Wassertank. Die vernetzte Einbauneuheit kann mit einem Backofen kombiniert werden, lässt sich aber auch in jede Standard-Schubladennische, beispielsweise unter der Arbeitsplatte, integrieren. «So eröffnet sie gänzlich neue Möglichkeiten für die Küchenplanung, insbesondere im begrenzten urbanen Wohnraum», so der Hersteller. Um einen gemütlichen Raclette-Abend vor Rauch und intensiven Gerüchen zu bewahren, hat Severin den weltweit ersten Raclettegrillmit integrierter Down-
draft-Technologie entwickelt, die in Verbindung mit einem Aktivkohlefilter Gerüche und Rauch absorbiert. Liebherr-Hausgeräte präsentierte neue French-Door-Kühlgeräte mit grosszügigem Stauraum, besonders edlem Design und innovativen Frischetechnologien. Die mit dem iF Design Award und dem Red Dot Award 2025 ausgezeichneten Modelle überzeugen mit niedrigem Stromverbrauch und modernen Features wie Water & Ice-Center, Bio-Fresh, Mood-Light und Flex-Doorsystem.
Robotik im Haushalt
Am Stand von Kärcher sorgten die neuen Fensterreinigungsroboter «RCW» für Aufmerksamkeit. Sie wurden mit einer systematischen Navigation, effizienten Sprühdüsen und verschiedenen Reinigungsmodi für die Reinigung grosser und schwer erreichbarer Glasflächen konzipiert. Beide Modelle, RCW 2 und RCW 4, eignen sich auch für Duschkabinen, grosse Spiegel sowie Wände und Fliesen ohne Fugen. Ein Sicherheitsakku gewährleistet einen sicheren Betrieb und hält das Gerät im Falle eines Stromausfalls 20 (RCW 2) beziehungsweise 40 Minuten (RCW 4) lang an der Scheibe. Mit Blick auf die zahlreichen Neuheiten zog GFU-Chefin Sara Warneke ein positives Resümee der Messe: «Die IFA 2025 zeigt eindrucksvoll, welche Kraft Innovationen entfalten können – von Technologien, die unseren Alltag erleichtern, bis hin zu Ideen, die unsere Zukunft prägen.»