Das Futterhaus: Grünes Futter im Fokus

Dienstag, 01. März 2016
Foto: D. Vernillo

Der Tierfachmarkt Das Futterhaus setzt auf ein neues Nachhaltigkeitskonzept, das unter anderem auf das Trendthema Bio einzahlt. Marco Inverso, Marktleiter der Filiale in München, und René Radschunat, Bezirksleiter bei Das Futterhaus im Interview.

Welche Themen fokussiert das neue Nachhaltigkeits-Konzept?
Inverso: Unser Schwerpunkt liegt auf dem Thema Barfen. Hier bieten wir im Markt tiefgekühltes Frischfleisch auf insgesamt 12 Quadratmetern an. Wir haben auch regionale Lieferanten in das Konzept eingebunden,  wie etwa Produzenten aus dem Bayerischen Wald.

Wie umfangreich ist das Barf-Sortiment?
Inverso: Neben dem Sortiment gibt es das Barfangebot  auch für die Katze. Natürlich muss man zum Frischfleisch noch Zusätze zufüttern. Das ist lebensnotwendig für die Tiere. Wenn man wirklich nur Fleisch füttert, erleidet das Tier irgendwann einen Mangel. Als Ergänzung bieten wir daher Kräuter, verschiedene Gemüsesorten und verschiedene Öle an.

Wie viele Artikel umfasst das Nachhaltigkeitssortiment?
Radschunat: Das kommt auf die Größe des Marktes und auf die Nachfragestruktur an. Und es hängt davon ab, was wir regional noch anbieten können. Hier in München führen wir etwa 500 Artikel. Das Sortiment im Gesamtmarkt sind fast 12.000 Artikel.

Wie beratungsintensiv ist Barfen, also die Ernährung mit biologische  artgerechtem rohen Futter?
Inverso: Wenn ein Kunde vom klassischen Futter auf Barfen umsteigen möchte, stehen wir ihm mit Rat und Tat zu Seite, denn er benötigt  auf jeden Fall eine fachkundige Beratung.

Welche Besonderheiten gibt es hier zum Beispiel zu beachten?
Inverso: Nicht jeder Hund ist fürs Barfen geeignet. Manche Tiere vertragen es nicht. Zum Beispiel Hunde, die ihr Leben lang nur Trockenfutter bekommen haben, würden diese Ernährungsform meist nicht vertragen.

Wie ist das Sortiment preislich aufgestellt?
Inverso: Wir bilden insgesamt alle Preiskategorien ab und bieten auch für Einsteiger ein Barf-Sortiment an. Von günstig bis hin zur Mercedes-Klasse. Das gilt sowohl für die Preise als auch für das Sortiment.

Radschunat: Gerade weil wir mit unserem Sortiment alle Preiskategorien abdecken, macht es das auch schwierig eine homogene Zielgruppe zu definieren. Das gilt für das gesamte Nachhaltigkeits-Sortiment.

Sie bieten auch Futter in Bioqualität an. Worauf achten die Verbraucher beim Kauf?
Inverso: Manche Kunden schauen gar nicht auf das Bio-Siegel, sie wollen aber wissen, wo das Produkt herkommt. Dann gibt es die Konsumenten, die großen Wert auf das Bio-Siegel legen. Der Fokus liegt aber bei beiden Kundentypen auf der gesunden Fütterung.  

Was läuft hier am Standort München am besten?
Inverso: Das reine Frischfleisch. Das Trocken- und Nassfutter in Bioqualität wird auch gut nachgefragt, aber Barfen bildet den Schwerpunkt. Viele Verbraucher wollen wissen, womit sie ihren Hund füttern. So können sie selbst den Knochenanteil und den Fleischanteil bestimmen.

Der Snackbereich wird auch immer wichtiger, oder?
Inverso: Ganz wichtig. Vor allem unbehandelte Produkte. Wir bieten eine breite Auswahl an luftgetrockneten Snacks und führen auch exotische Fleischarten wie Strauß, Büffel oder Pferd. Das ist vor allem für Vierbeiner mit Allergien wichtig.

Gibt es so viele Hunde mit Allergien?
Inverso: Das wird immer mehr. Wir haben jeden Tag drei bis vier Kunden, deren Tier unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet.

Das neue Konzept hebt sich auch farblich vom Rest des Marktes ab. Was steckt dahinter?
Radschunat: Wir wollen uns offener präsentieren. Wir haben gerade deswegen auch die Holzoptik mit den grünen Elementen gewählt. Wenn der Kunde den Markt betritt, sieht er als erstes die beiden Frischetruhen. So wird eindeutig klar, dass es um die Trendthemen Bio, Barfen und Unverpacktes Futter geht.

Was sind die häufigsten Fragen zum Nachhaltigkeitssortiment?
Inverso: Inwiefern Nahrungsmittel getreidefrei sind. Vor allem für Hunde, aber auch für Katzen ist dies immer häufiger ein Thema. Getreide ist ein Füllstoff, mit dem das Tier ernährungsphysiologisch nichts anfangen kann. Natürlich gibt es auch sehr spezielle Fragen,  zu Fütterungsmöglichkeiten von Tieren mit Diabetes oder Nierenproblemen. Da können wir  ebenfalls gut beraten. 

Radschunat: Fragen zur Fellpflege  kommen häufiger vor, denn auch dafür ist die Art der Fütterung sehr ausschlaggebend. Das ist vielen Verbrauchern jedoch nicht bewusst.

Das Nachhaltigkeits-Konzept befindet sich noch in der Testphase. An welchen Stellschrauben drehen Sie noch?
Radschunat: Wir justieren ständig das Sortiment nach. Außerdem testen wir jetzt an der Futterbar den Einsatz von Papiertüten, damit wir von den Plastiktüten wegkommen. Wir wollen immer weiter ökologisch denken.

Wo sehen Sie noch Potenzial für eine Erweiterung des nachhaltigen Sortiments?
Radschunat: In der Erweiterung des regionalen Segments steckt sicherlich noch Potenzial. Ob wir im Bereich Zubehör noch nachrücken werden, wird sich zeigen. Es ist auch die Frage, inwieweit man das Sortiment in Aktionen einbinden kann. 

Haben Sie hier schon konkrete Pläne?
Radschunat: Im Hamburger Raum  bieten wir schon einen Kochkurs mit externen Dozenten  mit dem Schwerpunktthema Barfen für Hunde an. Wenn die Nachfrage auch von Seiten unserer Kunden besteht, würden wir Aktionen dieser Art ebenfalls  zukünftig in München anbieten. 

News

Foto: Unternehmen

Ein Start-up will den Süsswarenmarkt umkrempeln, mit gesunden Naschereien – gesüsst mit Datteln.

Foto: Unternehmen

Die Unternehmensgruppe ist darauf spezialisiert, verschiedene Dienstleistungen für Händler und Lieferanten zu erbringen.

Foto: Udo Hermann

Die Barzahler in Deutschland haben ihre Gewohnheiten in den Coronajahren verändert und sind dabei geblieben. Sie zahlen am liebsten mit Karte – und zwar mit der Girocard.

Info

Die Das Futterhaus-Unternehmensgruppe hat ihren Gesamtumsatz in den ersten neun Monaten 2015 um 8,6 Prozent auf 212,7 Millionen Euro (bis 09/2014: 195,9 Mio. Euro) gesteigert. Auch flächenbereinigt legte das Franchise-Unternehmen mit einem Plus von 5,1 Prozent gegenüber den Vorjahresumsätzen kräftig zu. Mit 13 Neueröffnungen in Deutschland und fünf neuen Märkten in Österreich expandierte die Unternehmensgruppe in den ersten drei Quartalen 2015 ungebrochen stark, teilt das Unternehmen mit. Per Ende September 2015 betrieb Das Futterhaus insgesamt 317 Standorte, von denen 31 in der Alpenrepublik zu finden sind. Bis Ende des Jahres sind noch drei weitere Neueröffnungen in Deutschland sowie ein neuer Markt in Österreich geplant.