Zwischen Herkunft und Erlebnis

Freitag, 31. Juli 2026
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Rustikal, authentisch und überraschend modern: Die Alpenküche entwickelt sich zu einem der spannendsten Profilierungsfelder im deutschen Lebensmittelhandel. Produkte aus dem Alpenraum stehen für Qualität, Herkunft und handwerkliche Herstellung – Werte, die heute bei Konsumenten stark an Bedeutung gewinnen.

Wenn Verbraucher heute zu Bergkäse, Tiroler Speck oder Schweizer Schokolade greifen, kaufen sie weit mehr als nur ein Lebensmittel. Sie kaufen ein Stück Landschaft, eine Geschichte, ein Lebensgefühl. «Alpine Produkte verbinden Regionalität, Qualität und Genuss auf besondere Weise», bringt es Nick Afflerbach, Key Account Manager bei Bergader und diplomierter Käsesommelier, auf den Punkt. «In Bayern steht häufig das Heimatgefühl im Vordergrund. In anderen Regionen ist es eher das Gefühl einer Auszeit vom Alltag – inspiriert von Natur, Bergen und alpiner Gelassenheit.»
 
Stabiles Wachstum
Dieser wachsende Wunsch nach Regionalität und Authentizität ist mehr als ein gefühlter Trend – vielmehr lässt er sich in konkrete Absatzentwicklungen übersetzen. Laut den Marktforschern von YouGov vertrauen 66 Prozent der Shopper regionalen Produkten, 69 Prozent bevorzugen sie aktiv beim Einkauf. Das spiegelt sich quer durch die Warengruppen wider. Burgis verzeichnet bei vorgeformten Knödeln seit Jahren ein jährliches Wachstum von zehn Prozent. «Die Verbraucher tendieren zu frischen Knödelartikeln», beobachtet Geschäftsführer Timo Burger. «Wir gehen davon aus, dass wir weiterhin in diesem Tempo wachsen können.» Wiesbauer meldet für die Range «Traditionelle Alpenküche» mit acht österreichischen Wurstspezialitäten ebenfalls «kontinuierliche Zuwächse» im deutschen Markt, wie Geschäftsführer Thomas Schmiedbauer bestätigt. Bei Almdudler treiben moderne Konsumtrends das Wachstum: Das Zero-Segment macht bereits 25 Prozent des gesamten Limonadenabsatzes in Deutschland aus. «Konsumenten suchen stärker nach Marken mit Wiedererkennungswert und authentischem Profil», sagt Thomas Horak, Geschäftsführer Almdudler Deutschland. «Wir sehen insbesondere bei unseren Zero-Varianten sowie im Sirup-Segment hohes Potenzial.»
 
Starke Treiber
Doch welche Konsumtrends prägen den Markt? Stephan Hemberger, Leiter Vertrieb und Marketing bei Alpenhain, sieht eine klare Kombination: «Am stärksten treibt aktuell die Kombination aus Genuss und Vertrauen. Genuss ist der Haupttreiber, weil Konsumenten bei alpinen Produkten eine bekannte Geschmackswelt erwarten – cremig, herzhaft, vertraut.» Regionalität und Herkunft verstärken die Kaufentscheidung, weil sie Orientierung und Sicherheit geben. Für Silke Machate-Hitschler, Senior Brand & Communications Manager bei Houdek, ist der emotionale Aspekt entscheidend: «Wir beobachten – insbesondere bei Verbrauchern fernab der Alpenregionen – eine grosse Sehnsucht nach authentischem Comfort Food. Mit alpenländischen Spezialitäten holt man sich ein Stück Urlaubs- und Heimatgefühl direkt nach Hause auf den Teller.» Auch bei Loacker sind die alpinen Werte tief in der Markenphilosophie verankert. Das Südtiroler Unternehmen produziert seit 1925 auf über 1000 Metern Meereshöhe. «Reinheit, Handwerk und Natürlichkeit sind keine Kommunikationsbegriffe, sondern Leitprinzipien», betont Mohammed Bahlaouane, Marketing Manager Germany bei Loacker.
 
Ungenutzte Potenziale am POS
Einig sind sich die Hersteller auch bei folgender Beobachtung: Das Thema Alpenküche wird im Handel noch nicht ausreichend inszeniert. «Es wird generell zu wenig beworben», bringt es Thomas Schmiedbauer auf den Punkt. Houdek sieht hier eine klare Chance für den Point of Sale: «Grosses Potenzial liegt in aufmerksamkeitsstarken Gemeinschaftsplatzierungen, etwa mit Spätzle, Kabanos, Käse oder Schinken direkt nebeneinander», so Silke Machate-Hitschler. Käseexperte Nick Afflerbach verweist auf konkrete Zahlen: «Laut NielsenIQ zählen rund 27 Prozent der Käufe von Weichkäse zu den Spontankäufen. Das entspricht in etwa den Werten von Schokolade. Dieses Potenzial sollte der Handel durch aufmerksamkeitsstarke Mehrfachplatzierungen besser nutzen.» Alpenhain-Vertriebsleiter Stephan Hemberger ergänzt: «Alpenküche kann am POS als authentisches Genuss- und Herkunftserlebnis funktionieren. Hierfür ist eine anlassorientierte Darstellung erfolgsentscheidend – etwa für die Brotzeit, zum Teilen mit Gästen oder als Zutat zum Überbacken.»
 
Profilierungs-Highlights
Ein alpines Basissortiment lebt von klaren Klassikern. Burgis empfiehlt: «Sonntagsknödel, Knödelinos, Semmelknödel, Spinatknödel, Seidenknödel, Brezenknödel.» Für Wiesbauer gehören Top-Seller wie «die gebratene rustikale Käsewurst, der deftige Wurzelspeck, die geräucherte Winzerwurst und Heurigen Wurst sowie Knusperbraten und Salzburger Braten» ins Regal. Bergader denkt in Käse-Welten: «Zu einem starken Basissortiment gehören cremiger Weichkäse wie das Almzeit-Sortiment, Brotzeit- und Gipfelkäse, Watzmann Bergkäse zum Überbacken sowie Blaukäse wie Bavaria blu.» Als Profilierungs-Highlight empfiehlt das Unternehmen das Bergbauern-Segment für die Premium-Inszenierung.
 
Junge Generation  
Jüngere Zielgruppen zu erreichen, ohne die Stammkundschaft zu verlieren, ist eine der zentralen Herausforderungen im LEH. Josef Stollenwerk, Vertriebsleiter Deutschland bei Manner, setzt daher auf moderne Snack-Formate: «Die Manner Crunchies haben die richtige Portionsgrösse, überzeugen geschmacklich in gewohnter Qualität und sind ideal für den kleinen Glücksmoment im Alltag.» Houdek punktet mit den «Knabber Kabanos to go»: «Der praktische Snack-Beutel ist der ideale Begleiter fürs Mountainbiken oder zum Wegknabbern zwischendurch – für eine junge, aktive Zielgruppe total relevant», so Silke Machate-Hitschler.  
 
Resümee
Die Alpenküche ist für den Handel weit mehr als ein saisonales Thema rund um das Oktoberfest. Sie bietet emotionale Aufladung, Premium-Potenzial und breite Verbraucherakzeptanz. Wer als Händler Herkunft, Handwerk und Authentizität glaubwürdig inszeniert, schafft echte Differenzierung – und gewinnt Kunden, die nicht nur den Preis vergleichen, sondern Qualität und Geschichte schätzen. 

 

News

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Europäische Verbraucher reagieren auf die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit mit einem bewussteren Einkaufsverhalten.

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Die Frage ist nicht, ob, sondern wann ein Unternehmen von einem Cyberangriff betroffen ist – deshalb ist die Vorbereitung auf den Ernstfall essenziell. Wie ernst die Bedrohungslage ist und welche Konsequenzen sich für die Handelsbranche ergeben, wurde bei der gemeinsamen Veranstaltung des Schweizer Bundesamtes für Cybersicherheit (BACS) und der Markant AG in Bern erläutert.

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Die Unternehmen der Schwarz Gruppe haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Umsatzplus und einer weiteren Festigung ihrer Marktposition abgeschlossen.

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Die deutsche Kosmetik- und Waschmittelbranche hat im ersten Quartal 2026 einen Gesamtumsatz von 9,4 Milliarden Euro erzielt.

Handlungsempfehlungen

1. Erlebniswelten
Alpine Produkte entfalten ihre volle Wirkung erst im Verbund. Käse, Wurst, Knödel, Brot und Getränke gemeinsam inszenieren – ergänzt durch alpine Bildwelten wie Bergpanoramen, Holzoptik oder ikonische Symbole.
 
2. Cross-Selling 
Käsespezialitäten gewinnen mit Brot und Brezn, Knödel mit passenden Saucen und Beilagen, Wurstwaren mit Senf und Chutneys. Komplette Genusslösungen statt Einzelartikel – nach dem Vorbild moderner Meal-Konzepte.
 
3. Saisonale Anker
Oktoberfest, Almabtrieb, Herbstküche, Weihnachten und Winterzeit sind starke Frequenztreiber. Wichtig: Die Alpenküche funktioniert das ganze Jahr über – nicht nur saisonal. 
 
4. Storytelling
Herkunft, Handwerk und Geschichte glaubwürdig erzählen – mit kurzen Rezeptkarten, QR-Codes zu Hofporträts und emotionalen Bildwelten direkt am Regal. Verbraucher wollen wissen, wo das Produkt herkommt und wie sie es verwenden können.
 
5. Jüngere Zielgruppen
Moderne Snack-Formate, To-go-Lösungen und Airfryer-taugliche Produkte sind Türöffner zur jungen Generation. Wichtig: Klassiker als vertrauten Anker erhalten und parallel eine zweite Inszenierung «schnell & unkompliziert» schaffen.
 
Quelle: Almdudler, Alpenhain, 
Bergader, Manner, Loacker, Houdek, Wiesbauer
 
 

 

Die drei wichtigsten
Sofort-Massnahmen

1.  Themeninsel «Alpen­küche» einrichten – Käse, Wurst, Knödel, Brot und Getränke gebündelt platzieren
 
2. Saisonale Aktion zum ­Oktoberfest planen – mit Sonderplatzierungen sowie Limited Editions und auch Rezeptkarten
 
3. Junge Zielgruppen ­ansprechen – mit Snack-Formaten und To-go-­Linien in der Quengelzone oder direkt an der Kasse
 
 
 

Statements

 
Reinheit, Handwerk und Natürlichkeit sind für uns keine Kommunikations­begriffe, sondern Leitprinzipien, die seit der Gründung 1925 die gesamte Unternehmens­­philosophie prägen.
Mohammed Bahlaouane,
Marketing Manager Germany, Loacker
 
 
Manner Crunchies haben genau die richtige Portionsgrösse, sie überzeugen geschmacklich in gewohnter Manner-Qualität und sind ideal für den kleinen Glücksmoment im Alltag.
Josef Stollenwerk,
Vertriebsleiter Deutschland, Josef Manner

Foto:  Verena Gorny
 
 
Das Thema Alpenküche wird im Handel generell zu wenig inszeniert und beworben. Dabei bietet es sich wunderbar an, um eine ganze Erlebniswelt zu schaffen.
Thomas Schmiedbauer,
Geschäftsführer, Wiesbauer
 
 
Ehrliche Knödel aus regionalen Rohstoffen vom Familienbetrieb – diese Kombination passt in die Zeit. Der Kunde hat Vertrauen in Familienbetriebe.
Timo Burger,
Geschäftsführer, Burgis
 
 
Insbesondere bei Verbrauchern fernab der Alpenregionen beobachten wir eine grosse Sehnsucht nach authentischem Comfort Food. Mit alpenländischen Spezialitäten holt man sich ein Stück Urlaubs- und Heimatgefühl direkt nach Hause auf den Teller.
Silke Machate-Hitschler,
Senior Brand & Communications Manager, Houdek
 
 
Konsumenten suchen stärker nach Marken mit Wieder­erken­nungswert und authentischem Profil – gerade jenseits austauschbarer Mainstream-Angebote. Genau hier kann der Handel über Erlebniswelten und Zweitplatzierungen punkten.
Thomas Horak,
Geschäftsführer Deutschland, Almdudler

Foto: Nicole Friedrichs Fotografie
 
 
Alpenküche kann am POS nicht nur als Produkt, sondern als authentisches Genuss- und Herkunftserlebnis funktionieren. Entscheidend ist eine anlassorientierte Darstellung, bei der Shopper sofort verstehen, wofür das Produkt gedacht ist.
Stephan Hemberger,
Leiter Vertrieb und Marketing, Alpenhain
 
 
Alpine Produkte verbinden Regionalität, Qualität und Genuss auf besondere Weise. In Bayern steht häufig das Heimatgefühl im Vordergrund, in anderen Regionen das Gefühl einer Auszeit vom Alltag – inspiriert von Natur, Bergen und alpiner Gelassenheit.
Nick Afflerbach,
Key Account Manager und diplomierter Käsesommelier, Bergader

Foto: Michael Namberger
 
 
 

Produkte

Wiesbauer
Der «Traditionelle Alpenküche Wurzelspeck» (120 g) bringt herzhaften Genuss auf den Tisch: Fein aufgeschnitten und kräftig gewürzt überzeugt diese Spezialität mit einem besonders würzigen Aroma und einer zarten Konsistenz.Für die Herstellung werden leicht mit Magerfleisch durchzogene Bauchfleischstücke in einem speziellen Verfahren mit einer deftigen Gewürz-Knoblauchmischung veredelt. Anschließend reift der Speck über längere Zeit in aromatischem Knoblauchsud, wodurch er seinen charakteristisch intensiven Geschmack erhält.
 
Almdudler
Almdudler erweitert sein Sirup-Sortiment um eine komplett zuckerfreie Variante – und bietet dem Handel damit eine konsequente Portfolio-Ergänzung im Wachstumssegment. Der neue «Almdudler Sirup Zero Sugar» bietet das einzigartige Almdudler-Geschmackserlebnis ganz ohne Zucker. Die praktische 0,7-Liter-PET-Flasche ergibt mindestens sieben Liter Fertiggetränk. Der Sirup lässt sich im Mischverhältnis 1:9 mit stillem oder prickelndem Wasser zubereiten – ideal für den Alltag, Büro oder Sport.
 
Bergader
«Almzeit Biergartenschmankerl» ist eine Mischung aus cremiger Konsistenz, geschmackvollen Zutaten und würzigem Aroma für Brotzeitgenuss mit traditionell bayerischer Geschmacksnote. Der Käse mit frischer Alpenmilch schmeckt eignet sich ideal zur Brotzeit oder als Aufstrich verarbeitet.
 
Houdek 
Die «Original Houdek Kabanos» (150 g) wird damals wie heute mit grosser Handwerkskunst hergestellt und über 100 Prozent Buchenholz heiss geräuchert. Die Salamispezialität gibt es nun auch als to-go-Variante in den Geschmacksrichtungen «Klassik» und «Heumilchkäse». Der praktische Snack-Beutel enthält vier leckere Knabber Kabanos für die Schule, Uni, Büro oder den Ausflug.
 
Loacker 
Mit der neuen «Erdbeer-Edition» erweitert Loacker seine Classic-Range um eine fruchtige Variante mit klarer saisonaler Relevanz. Die knusprige Waffel trifft auf eine fein abgestimmte Erdbeer-Creme – eine Kombination, die für Frische, Leichtigkeit und saisonalen Genuss steht. In Rezeptur und Verarbeitung bleibt Loacker seiner Linie treu und steht für die gewohnt hohe Produktqualität. Entsprechend seiner Marken-DNA setzt Loacker zu 100% auf natürliche Zutaten und verzichtet auch bei dieser Line Extension konsequent auf Aromen, Farbstoffe sowie auf Konservierungsstoffe.
 
Manner 
«Manner Crunchies» im 130-Gramm-Standbeutel richtet sich an eine trendbewusste Zielgruppe, die Wert auf hochwertige Snacks legt und offen für neue Geschmackserlebnisse ist. Die Range umfasst die drei Varianten: «Manner Wafer Crunchies White Mix» (Haselnuss-Waffel-Würfel in Milchschokolade und Schokolade-Waffel-Würfel in weißer Schokolade), «Manner Wafer Crunchies Dark Mix» (Haselnuss-Waffel-Würfel in Milchschokolade, Schokolade-Waffel-Würfel in dunkler Schokolade) und «Manner Cookie Crunchies» (dunkler Keks mit weißer Schokolade, heller Keks mit Milchschokolade).
 
Burgis
Die «Burgis Knödelinos» werden zu 100 Prozent aus frischen Kartoffeln hergestellt, die mit dem Qualitätssiegel «Geprüfte Qualität – Bayern» ausgezeichnet sind. Sie sind ideal als Beilage zu Braten- und Sossen-Gerichten oder als kreative Zutat in einem Salat. Die Mini-Knödel in der 375-Gramm-Packung (15 Stück à 25 g) sind vegan, glutenfrei und laktosefrei.
 
Alpenhain 
Der Alpenhain Back‑Camembert Classic kombiniert einen fein-rahmigen Camembert aus frischer Alpenmilch mit einer aussen knusprig-goldenen Panade. Er gelingt unkompliziert im Backofen, in der Pfanne oder in der Fritteuse und wird mit dem fruchtigen Wildpreiselbeer-Dip zum runden Geschmackserlebnis. Klassisch alpin serviert passt er perfekt mit Preiselbeeren, Feldsalat und Bauernbrot. Er ist  vegetarisch, laktosefrei und ohne Gentechnik sowie ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern, Konservierungs- und Farbstoffen.