Hoher Qualitätsanspruch und Markenbewusstsein prägen den Markt für Babyprodukte. Aufgrund sinkender Geburtenzahlen setzen die Hersteller inzwischen vermehrt auch auf Produkte für Kleinkinder. Das Babysegment spielt aber dennoch eine wichtige Rolle.
Wie in vielen europäischen Ländern ist die Geburtenrate auch in der DACH-Region seit Jahren rückläufig. Folglich gehen nicht mehr so viele Babyprodukte über den Ladentisch. Die Hersteller fokussieren sich daher verstärkt auf Kleinkindprodukte. In diesem Markt sehen sie Wachstumschancen. Dennoch bleibt das Babysegment für Markenhersteller von grosser Bedeutung. Das Schlüsselwort dazu lautet «Kundenbindung». Junge Eltern legen beim Kauf von Babyprodukten Wert auf Sicherheit und Qualität. Sie setzen dabei auf bewährte Marken sowie auf Empfehlungen durch medizinisches Personal und Testauszeichnungen, so eine Beobachtung der Hersteller. Vor allem in den ersten Monaten sei der Preis noch ein eher nachrangiges Kriterium. Und: Einmal sorgfältig ausgewählt und zufrieden, blieben die Eltern meist bei einer Marke. Könne die Markentreue über das Babyalter hinaus aufrechterhalten werden, zeige sich ein wachsendes Umsatzpotenzial in der Kategorie Kleinkindprodukte. In dieser Warengruppe seien Eltern experimentierfreudiger und offener für innovative Produkte, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Da Kleinkindprodukte jedoch preisbewusster ausgewählt werden, rücken auch Handelsmarken verstärkt in den Fokus der Shopper. Daraus lässt sich folgendes Fazit ziehen: Das Babyprodukte-Sortiment nimmt die Stellung eines zentralen Ankerpunktes zur Markenbindung ein.
Wissenschaft und Expertise
Vertrauen in ihre Babyprodukte schaffen die Hersteller traditionell mit Qualität und jahrelanger Expertise. So investiert Danone laut eigenen Angaben bereits seit 50 Jahren in eine unternehmenseigene Muttermilchforschung. Der Hersteller der Marken Aptamil und Milupa bietet hochwertige Säuglings- und Kleinkindernahrungen mit wissenschaftlich fundierten Zusammensetzungen, zugeschnitten auf unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse. Auch Danone beobachtet im Markt für Säuglingsmilch einen rückläufigen Absatz aufgrund der abnehmenden Geburtenzahlen. Hingegen würden sich die Teilsegmente Biomilch sowie Kindermilch positiv entwickeln. Wachstumspotenzial sieht man bei Danone vor allem in Produkten für das Kleinkindalter. Hier setzt der Hersteller speziell darauf, den Convenience-Trend stärker zu bedienen, wie etwa mit der trinkfertigen Kindermilch im praktischen 200-Milliliter-Format für unterwegs.
Dass die Produkte den neuesten Erkenntnissen der Forschung entsprechen, ist Eltern auch bei Fläschchen und Saugern besonders wichtig. Stephanie Schwingen, Senior Brand Manager NUK bei MAPA berichtet hierzu: «Eltern achten beim Kauf von Babyprodukten vor allem auf Sicherheit, Qualität und Nähe zur Natur. Produkte müssen funktional sein, sich angenehm anfühlen und das Wohlbefinden des Babys fördern. Marken, die in Zusammenarbeit mit Experten entwickeln und gleichzeitig auf moderne Materialien und Designs setzen, geniessen besonders hohes Vertrauen.» Für die Sauger der NUK-Fläschchen sowie die Schnuller verwende der Hersteller ein besonders softes Material sowie Sauger-Formen, die ein natürliches Trinkverhalten bewahren, Koliken vermeiden sowie eine gesunde Zahn- und Kieferentwicklung unterstützen sollen.
Wachstumsmärkte
Auch HiPP richtet sich auf Märkte mit Zukunftspotenzial aus: So setzt das Unternehmen neben dem Kerngeschäft mit Milchnahrungen und Beikostprodukten verstärkt auf wachstumsstarke Segmente wie Spezialnahrungen für medizinische Anwendungen sowie Snacks und Quetschbeutel für Kinder ab einem Jahr und Bio-Müslis für Kinder ab drei Jahren. Dazu berichtet Stefan Hipp, geschäftsführender Gesellschafter der HiPP-Gruppe: «Wir beobachten verstärkt, wie sich das Essverhalten junger Familien verändert. Der Trend zum Snacking zwischen den Hauptmahlzeiten nimmt weiter zu – auch bei Kleinkindern.» Damit verschiebe sich der zentrale familiäre Essmoment zunehmend vom Mittagessen hin zum Abendessen. «Hier sehen wir grosses Potenzial für neue Produktkonzepte, die wir in Kürze launchen werden», resümiert dazu Stefan Hipp.
In der Babywindelkategorie setzt das Unternehmen Procter & Gamble mit seinen Pampers Pants mit Dreifachauslaufschutz auf hohe Massstäbe in Bezug auf Verlässlichkeit und Sicherheit. Eine Gewichtung in Richtung Kleinkindalter zeigt sich auch beim Windelspezialisten. Dabei konnte das Unternehmen laut eigenen Angaben gegenläufig zum Geburtenrückgang Wachstum generieren. «Ein Trend, der durch die zunehmende Nachfrage nach grösseren Windelgrössen und dem wachsenden Höschenwindel-Segment getragen wird. Auch das Segment der Windeln für ältere Kinder, insbesondere in der Kategorie Bettnässen, gewinnt kontinuierlich an Bedeutung», berichtet Julian Probst, Brand Director Pampers bei Procter & Gamble.
Qualität und Verantwortung
Von Pflegeprodukten für Babys und Kleinkinder erwarten laut Bübchen Eltern vor allen Dingen Sicherheit, Entlastung im Alltag sowie nachgewiesene Qualität, etwa durch Öko-Test-Auszeichnungen oder Produkte «Made in Germany», Bio-Inhaltsstoffe sowie Nachhaltigkeit. So setze das Unternehmen mit seinen Produkten auf Hautverträglichkeit, vegane Rezepturen ohne Mineralöl,eine klimabewusste Produktion in Deutschland sowie auf Flaschen aus recyceltem Kunststoff. Während in der Babykategorie sanfte Pflege im Vordergrund stehe, seien für Kinder ab drei Jahren vor allem Produkte mit Spassfaktor gefragt – bei gleichzeitiger Verlässlichkeit auf Sicherheit und Qualität. Hier sollten Konzepte mit fruchtigen Düften, bunten Designs oder Lizenz-Designs wie Pokémon im Regal platziert werden.
Klare Differenzierung
Die Sortimente in der Kategorie Baby- und Kleinkindprodukte umfassen inzwischen einen grossen Altersbereich und werden dank innovativer Produkte immer vielfältiger. Die Hersteller empfehlen eine klare Sortierung in Babyprodukte und Kleinkindprodukte für eine optimale Übersichtlichkeit im Regal.