Aus dem einst klassischen Burger ist mittlerweile ein vielseitiges Trendgericht geworden, das heute weit über die traditionelle Kombination aus Bun, Patty und Sauce hinausgeht. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen, kreative Zutaten und internationale Einflüsse machen ihn zu einer Plattform für neue Rezeptideen und moderne Genusskonzepte.
In der Grillsaison dürfen Burger keinesfalls fehlen. Jeder kann sich seinen eigenen Favoriten zusammenstellen. «Die Kür liegt in der Vielfalt», sagt Arne-Julian Krause, Geschäftsführer der Block Handels GmbH: «Buns, Saucen, Gewürze und Beilagen geben Raum für Kreativität.» Der «Block House American Burger» sei der Bestseller im Lebensmitteleinzelhandel, während man mit Innovationen wie dem «Block House Smash Burger» neue Grillimpulse und Trends aus der Gastronomie aufgreife.
Entsprechende «Dry Aged Beef Burger Patties» zum «Smashen» hält auch True Wilderness bereit. «Dabei wird das Patty auf der heissen Grillplatte flach gedrückt, wodurch eine knusprige Kruste entsteht, während es innen schön saftig bleibt», erläutert Inhaber Rico Schlegel: Für ihn zeigen die aktuellen Burgertrends klar, dass Konsumenten heute Vielfalt, Qualität und Innovation statt klassischem Fastfood erwarten. «Besonders Premium-Varianten gewinnen stark an Bedeutung.»
Der Mix macht’s
Maik Pötschke, Head of Marketing bei Salomon FoodWorld, beobachtet, dass der Fokus nicht mehr nur allein auf «Beef» liegt, sondern auf einem ausgewogenen Proteinmix aus Rind, Chicken und pflanzlichen Alternativen. Klarer Wachstumstreiber bleibe Chicken, das durch seine internationale Anschlussfähigkeit – etwa im Halal-Kontext – und den zeitgemässen leichteren Health-Charakter punkte. Ein oft unterschätzter, aktuell aber besonders dynamischer Bereich sei das Thema «Buns»: «Es ist weit mehr als eine Hülle – es prägt den ersten Eindruck und damit einen Grossteil der Wahrnehmung des gesamten Burgers.» Dass Gäste insgesamt mehr Abwechslung, neue Aromen, mehr Internationalität und mehr Erlebnis erwarten, darauf wird im Bereich Foodservice mit Neuheiten eingezahlt wie mit beispielsweise dem «Smart Burger», einer Hybridrezeptur aus rund 60 Prozent Rindfleisch mit Weizenprotein, der Veggie-Variante «Butternut Squash Burger» mit Butternuss-Kürbis, gerösteten Kürbiskernen, schwarzem Reis und orientalischen Gewürzen oder dem «Crunchy Kimchi Burger». Er kombiniert Kimchi und Fried Rice mit einer knusprigen, roten Panade.
Etwas ausgefallener
Für Vandermoortele ist der «absolute Klassiker» bei den Buns nach wie vor das Brioche-Burger-Bun, gefolgt vom Burger-Bun mit Sesam. «Aber wir sehen, dass Kunden gezielt auch nach besonderen Burger-Varianten suchen», so Christin Simon, Category & Brand Manager Brot und Italian Savory. «Diese Nachfrage wird vor allem im Bereich Foodservice bedient, der stark durch etablierte und junge Burger-Ketten getrieben wird und geprägt ist durch eine junge, experimentierfreudige Käufergruppe.» Besonders im Trend seien hier etwa gefärbte Buns, zum Beispiel schwarze Buns mit roter Bete. Um Burger aufmerksamkeitsstark zu präsentieren und das Thema «Frische» mit aufzugreifen, empfiehlt Simon eine Platzierung der Burger Buns in der Backstation des Handels. «Gerade die Backstationen sind sehr impulsgetrieben und die Möglichkeit, weitere Burger-Kunden zu gewinnen, ist hoch, wie Best Practices aus Osteuropa zeigen.»
Lieken sieht Burger als ein starkes Ganzjahresthema im Handel. Brioche-Buger-Buns stehen für Felix Neuberger, Head of Marketing, für eine moderne Burger-Inszenierung. Darüber hinaus hat er beobachtet: «Daneben bleiben klassische Hamburger Buns, grössere Formate wie Mega-Burger sowie Hot-Dogs und Sandwiches relevant – je nach Verzehranlass vom schnellen Alltagsessen bis hin zum Grillmoment mit Familie und Freunden.»
Harry-Brot sieht bei den Burger-Buns aktuell eine weiterhin dynamische Entwicklung. «Diese Kategorie verzeichnet deutliche Zuwächse sowohl im Absatz als auch im Umsatz und profitiert von der anhaltenden Beliebtheit von Burgern im privaten Konsum», berichtet Katharina Frerichs, Leiterin Marketing.
Ganz ohne Fleisch
Auch bei den vegetarischen beziehungsweise veganen Burger-Alternativen liegen Smash Burger und klassische Burger im Trend, berichtet Benjamin Döring, Beyond Meat Teamlead Foodservice Sales EMEA & Regional Manager Foodservice Sales DACH. «Es bestehen aber auch ein grosses Interesse und eine stark wachsende Nachfrage an gewürzten Burger-Patties wie unserem ‹Beenyond Burger Jalapeno Flavour›, dem eingearbeitetes Jalapeno-Öl eine schöne, leichte Schärfe verleiht.» Chicken-Style-Burger seien vor allem bei weiblichen Gästen und Kindern besonders beliebt.
Emotionale Inszenierung
Die Rügenwalder Mühle empfiehlt dem Handel, vegane und vegetarische Burger-Produkte über die Themen Genuss, Relevanz und eine einfache Orientierung zu vermarkten. «Gerade im Burger-Segment funktioniert die Inszenierung konkreter Verzehranlässe, appetitlicher Bildwelten und klarer Texturversprechen besonders gut», rät Claudia Hauschild, Leiterin Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement. Denn gerade bei den jüngeren Konsumenten sei erlebnisorientiertes Essen im Trend. Und da könne und sollte das Erleben auch bereits beim Kauf starten.