Tierhalter möchten, dass ihre Vierbeiner gesund und fit bleiben. Funktionelle Inhaltsstoffe in Tiernahrung können dazu beitragen. Die gesundheitsorientierten Konzepte sorgen dabei für Differenzierung im Regal und erhöhen auch die Relevanz für Verbraucher.
Immer mehr Verbraucher legen Wert auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Diese Ansprüche übertragen viele Tiereltern auch auf ihre Haustiere. Sie wollen die Gesundheit ihres Vierbeiners über die Nahrung gezielt unterstützen. «Das hat auch zur Folge, dass funktionelle Inhaltsstoffe eine wichtige Rolle in der Kategorie Tiernahrung spielen – gerade im Bereich der Snacks», berichtet Heike Lommatzsch, Market Strategy & Deployment Director bei Mars Petcare. Bei Hundesnacks sei dieser Trend schon seit geraumer Zeit zu beobachten, im Bereich Katze habe er sich im vergangenen Jahr noch einmal beschleunigt. Im laufenden Jahr ist laut Mars Petcare der Bereich Katzensnacks mit funktionellem Zusatznutzen über den Markt hinweg um 15 Prozent gewachsen. Weiter fügt die Expertin hinzu: «Wenn es Händler schaffen, den Zusatznutzen mithilfe der richtigen Werbung und Platzierung am POS in Szene zu setzen und den Konsumenten verständlich zu machen, können sie von diesem Trend enorm profitieren.»
Funktionelle Mehrwerte
Gimborn bestätigt, dass der Trend durch die stetig zunehmende Humanisierung von Haustieren weiter an Bedeutung gewinne und eine immer zentralere Rolle spiele. In der Folge werden die Ansprüche an Ernährung und Wellness zunehmend auf die Tiere übertragen. «Viele wünschen sich Produkte, die gezielt auf die physischen als auch psychischen Bedürfnisse ihrer Haustiere eingehen, deren Lebensqualität und Gesundheit verbessern und dadurch ein gesundes und langes Leben fördern», so Daniela Stolte, Marketingleiterin bei Gimborn.
Und das spiegelt sich auf dem Markt wider. «Funktionelle Gesundheitsangaben nehmen bei den weltweit neu auf den Markt gebrachten Katzenfutterprodukten stetig zu. Allerdings besteht im Bereich der Katzensnacks noch grosses Innovationspotenzial, da funktionelle Inhaltsstoffe und Claims hier bislang noch unterrepräsentiert sind.»
Eine vollwertige und ausgewogene Ernährung ist das A und O, damit der geliebte Vierbeiner gesund und fit bleibt. «Eine entscheidende Rolle spielen hierbei der Protein- und Fettgehalt, wobei das optimale Verhältnis je nach Alter und Aktivitätslevel des Tieres variiert», sagt Tobias van Maele, Marketing Director Nestlé Purina PetCare DACH. Insbesondere in der Trockennahrung würden daher Produkte mit einem hohen Proteingehalt eine relevante Rolle spielen.
Trend Protein
Der Trend zur proteinreichen Ernährung bei Haustieren ist stark durch Entwicklungen in der menschlichen Ernährung inspiriert, so eine Beobachtung von Mars Petcare. Und dies führe zu einer höheren Nachfrage nach proteinreichen Produkten. Proteine spielen insbesondere bei Katzen eine essentielle Rolle, die als strikte Carnivoren (Lebewesen, die sich hauptsächlich oder ausschliesslich von Fleisch oder tierischem Gewebe ernähren) einen hohen Bedarf an tierischen Aminosäuren haben. «Gesundheitsbewusste Tierhalter achten zunehmend auf diese Qualität, Herkunft und Verträglichkeit der Proteine. Trends wie Mono- oder High-Protein spiegeln diesen Anspruch wider», so Daniela Stolte. Indessen können Proteine sowohl tierischen oder auch pflanzlichen Ursprungs sein und beide seien für Haustiere in der Regel wertvoll und gut verdaulich. Für die optimale Ernährung gehe es aber nicht zwingend um die Menge. Eine ausgewogene Ernährung sei insbesondere abhängig von der Qualität ihrer Bestandteile und der Kombination der benötigten essenziellen Aminosäuren, der Einzelbausteine der Proteine.
Chancen für den Handel
Das Thema Gesundheit ist für Tierhalter das zentrale Kaufkriterium. Dazu merkt Wolfgang Meissner, Head of Sales D/A/CH bei Inaba-Foods an: «Funktionelle Inhaltsstoffe machen Futter ‹attraktiver› und dieser Trend etabliert sich zunehmend als Standard im Premium-Segment.» Damit bieten funktionelle Inhaltstoffe dem Handel erhebliche Potenziale: Sie bedienen die steigende Nachfrage nach gesundheitsfördernden Produkten und ermöglichen eine klare Differenzierung im Regal. Gesundheitsorientierte Konzepte erhöhen die Relevanz für Verbraucher, stärken die Kundenbindung und schaffen Vertrauen und sind so ein zentraler Hebel für Wertschöpfung.
Smarte Haustiertechnik:
9 von 10 Deutschen wollen
GPS-Tracker ohne Feature-Flut
Smarte Produkte für Haustiere versprechen heute alles: Ortung, Aktivitäts-Tracking, Gesundheitsmonitoring – und oft noch mehr. Eine neue europäische Studie von Weenect zeigt: Die Mehrheit der Nutzer will kein All-in-One-Tool, sondern spezialisierte Geräte, die ihre Kernaufgabe perfekt erfüllen. Diese Präferenz belegt die Umfrage unter 1.929 Hunde- und Katzenhaltern in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Spanien und Grossbritannien eindrucksvoll: Nutzer wollen vor allem Klarheit, Einfachheit und Verlässlichkeit – und ziehen eine deutliche Grenze zwischen sinnvollen Innovationen und überladenen Produkten. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Vier von fünf Befragten (79,3 %) bevorzugen einen spezialisierten GPS-Tracker, in Deutschland sind es sogar fast neun von zehn (88,8 %). Diese Präferenz für Spezialisierung spiegelt sich auch in den konkreten Funktionswünschen wider. In allen untersuchten Märkten – und besonders ausgeprägt in Deutschland mit 99,6 % Zustimmung – ist die Echtzeit-Ortung der zentrale Kaufgrund für einen GPS-Tracker. Mit deutlichem Abstand folgen Aktivitäts-Tracking (64 %) und Rückruftraining (66,4 %), während Gesundheitsfunktionen wie Herz- oder Atemfrequenzmessung mit nur 28,4 % am Ende der Prioritätenliste stehen.
Dennoch zeigt die Studie auch brachliegendes Potenzial auf: Obwohl 42,5 % der Befragten Gesundheitsfunktionen wie Herz- oder Atemfrequenzmessung interessant finden, bremsen fundamentale Bedenken die Akzeptanz aus. Mehr als die Hälfte (59,5 %) befürchtet Fehldiagnosen, während mehr als jeder Dritte (39 %) Datenschutzsorgen äussert.
Diese Skepsis sendet eine klare Botschaft an die Produktstrategie: Health-Features müssen zertifiziert, transparent kommuniziert und UX-seitig selbsterklärend sein – sonst droht Akzeptanzverlust. Der klare Alltagsnutzen muss dabei im Vordergrund stehen.
Quelle: Weenect