In diesem Jahr wird Dortmund zum Mekka der Tabak-Welt. Unter dem Motto «Together for Tomorrow» trifft sich die Branche vom 18. bis 20. September auf der «InterTabac», der weltweit grössten Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf.
Einen besseren Start ins Messe-Geschäft hätte sich Sabine Loos kaum wünschen können. Denn kurz nach ihrem Einstand als Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Unternehmensgruppe im Jahr 2011 fand die InterTabac statt. «Schon damals war die Tabak-Messe der Branchentreffpunkt Nummer eins und vereinte rund 300 Aussteller unter unserem Dach.» Im Jahr 2024 waren es bereits 805. Das heisst, mehr als doppelt so viele. Davon kamen 129 aus Deutschland, 676 aus weiteren 70 Nationen weit über Europa hinaus. Angefangen von Aserbaidschan über China, Nigeria, die USA sowie die Vereinigten Arabischen Emirate bis hin zu Zypern. In elf Hallen präsentierten sie ihre Produkte und Dienstleistungen auf einer Fläche von mehr als 60 000 Quadratmetern. Das entspricht der Grösse von sechs Fussballfeldern. Gleichzeitig wurden an den beiden Eingängen zu den elf Hallen rund 14 250 Personen gezählt.
Plattform für den Austausch
Mit grosser Wahrscheinlichkeit dürfte die InterTabac 2025 nahtlos an ihre lange Erfolgsgeschichte anknüpfen, die 1978 als Fachschau für Tabakwaren und Raucherbedarf Premiere feierte. Mit der Idee, eine Plattform zu etablieren, auf der sich Marktteilnehmer treffen und über neue Produkte informieren können. Alles an einem Ort. Von diesen Anfängen hat sich die InterTabac zur Weltleitmesse der internationalen Tabak-Branche entwickelt. Als Zentrum für Innovation, Austausch und Networking, das neue Trends setzt und Herstellern, Händlern sowie Fachbesuchern wichtige Impulse für ihre Geschäfte gibt. In diesem Jahr könnte die InterTabac vielleicht neue Rekordzahlen schreiben. Darauf lässt eine Umfrage nach der letzten Messe schliessen: 88 Prozent der Aussteller hatten angekündigt, wieder nach Dortmund zu kommen. Bei den Besuchern waren es 94 Prozent. Dass sie ihre Worte in die Tat umsetzen wollen, zeigen die bislang getätigten Buchungen.
Wichtige Meilensteine
Loos macht den Erfolg des Events aber nicht allein an den Zahlen fest. «In den letzten Jahren haben wir viele neue Meilensteine gesetzt.» Ein Beispiel sei die «InterSupply», die seit 2015 mit der InterTabac ein Messe-Duo bildet und den gesamten Herstellungsprozess von Tabakwaren, E-Zigaretten, Pfeifen und Shishas abdeckt. «Ausserdem haben wir seit dem Jahr 2019 ein hochkarätiges Rahmenprogramm etabliert, das tiefe Einblicke in die wichtigen Branchenthemen ermöglicht und einen grossen Mehrwert bietet.» Auch in diesem Jahr. Bei diesen Side-Events gibt es eine Reihe von Vorträgen, Diskussionen und Panels. Dort können sich Hersteller und Händler über aktuelle Trends, neue Produkte, Marktentwicklungen und Potenziale einzelner Segmente informieren. Ausserdem erfahren sie aus erster Hand, welche Regulierungsmassnahmen auf die Branche zukommen können.
Innovative Konzepte
All diese Themen werden sich an den Ständen der Aussteller widerspiegeln. Auch bei den Next-Generation-Products (NGP), die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Schon im Jahr 2024 kamen mehr als 180 Unternehmen aus dem Vaping-Bereich. Mit Spannung wird erwartet, welche Neuheiten Unternehmen wie InnoCigs oder Intrade Concepts (E-Zigaretten-Handel) präsentieren, die auf dieses Segment spezialisiert sind. Ebenso interessant ist stets, mit welchen innovativen Produkten Newcomer die Besucher überraschen. Auch von etablierten Tabakwaren-Herstellern wie Philip Morris, JTI, Reemtsma und BAT gibt es inzwischen ein breites Angebot von E-Zigaretten und Tabakerhitzern. Das sah vor nicht allzu langer Zeit noch anders aus. Deutlich macht dies ein Rückblick von Guy Daniel Grobe, National-Manager Food bei Philip Morris Germany (PMG). «Keiner hätte damit gerechnet, dass wir bei der InterTabac 2015 zum letzten Mal ausschliesslich mit Zigaretten vertreten sind.» Doch schon ein Jahr später kam die Kehrtwende: der erste PMG-Auftritt ohne Marlboro und Co., dafür aber mit dem Logo des neuen Tabakerhitzers Iqos. «Zunächst wurden wir von den grossen Wettbewerbern belächelt und misstrauisch beäugt», so Grobe. Das sei längst vorbei. «Inzwischen sind 23,2 Millionen erwachsene Raucher weltweit auf das Heat-not-Burn-Produkt Iqos umgestiegen, das in 95 Ländern erhältlich ist. Und unsere Terea-Tabaksticks stehen im Marken-Ranking auf Platz zwei hinter Marlboro.»
Für Sabine Loos beweist diese Entwicklung, wie dynamisch die Branche ist. Das zeigt sich auch an der zunehmenden Beliebtheit von modernen oralen Produkten – nicht nur in Schweden, wo sie Zigaretten weitgehend abgelöst haben. Auch bei der InterTabac in Dortmund spielt das Segment eine relevante Rolle. Mit der «Pouch Xchange» widmet die Fachmesse diesen Produkten sogar ein spezielles Veranstaltungsformat. In Deutschland unterliegen tabakfreie Nikotinbeutel allerdings einem De-facto-Verbot. Das heisst, dass sie im stationären Handel nicht verkauft werden dürfen.
Klassisches Segment
Eine nach wie vor feste Konstante bildet das klassische Segment. Dazu tragen nicht zuletzt die neuen Zigaretten und Feinschnitt-Tabake bei, die allein in diesem Jahr gelauncht wurden. Zum Beispiel von PMG, Landewyck, JTI, Pöschl, Reemtsma und von Eicken. Hinzu kommt der Grosshändler Hauser, der auf der weltweit grössten Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf eine neue Superslim-Zigarette vorstellen wird.
Ebenfalls zum klassischen Segment gehören Zigarren und Zigarillos, die zwar Nischenprodukte sind, aber als Ergänzung des Shop-Sortiments nicht fehlen sollten. Damit gemeint sind insbesondere trendige Marken wie «Mini» (Villiger) oder «Clubmaster» und die Shisha-Zigarillo-Mischung «WTF! Shisharillo» von Arnold André, die auch jüngere Zielgruppen ansprechen. Ebenfalls ein Muss im Regal sind Raucherbedarfsartikel. Dazu gehören Feuerzeuge sowie auch Blättchen, Aktivkohlefilter und Filterhülsen für Konsumenten, die ihre Zigaretten drehen oder stopfen möchten. Auch in dieser Kategorie bietet die Messe dem Fachpublikum eine breite Auswahl bekannter Marken wie Bic, Clipper, Zippo, Gizeh und OCB. Besucher, die sich für Shisha-Produkte interessieren, werden in Dortmund ebenfalls bestens bedient. Mit einem breiten Angebot an Tabak, Wasserpfeifen und Zubehör. Nachdem das Bundesfinanzministerium im Juli 2024 das Verbot von Grosspackungen zurückgenommen hat, können Händler nun wieder optimistischer in die Zukunft blicken – und Aussteller mit guten Geschäften auf der Messe rechnen.
Facettenreiche Branche

Das ONE Markant Magazin sprach mit Sabine Loos, der Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Unternehmensgruppe, sowohl über die Highlights der InterTabac als auch über Inspirationen für den modernen Point of Sale.
Foto: Westfalenhallen Unternehmensgruppe
Frau Loos, nach Absage der InterTabac wegen der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 sind die Zahlen der Aussteller und Besucher schnell kontinuierlich gestiegen. Haben Sie damit gerechnet?
Sabine Loos: Wir sind froh, wie sich die InterTabac seit der Corona-Pandemie entwickelt hat. Als wir 2022 zur Präsenzveranstaltung zurückgekehrt sind, waren wir unsicher. Werden Aussteller und Besucher wiederkommen? Werden sie den persönlichen Kontakt und den direkten Austausch weiterhin schätzen? Schnell war klar, dass sie das tun. Das beweist, dass diese starke Branche den Herausforderungen der Corona-Pandemie getrotzt hat. Der bisherige positive Buchungsstand sagt uns, dass sich das auch bei der 45. InterTabac-Ausgabe nicht ändert.
Welche Trends gibt es in den einzelnen Produktkategorien?
Sabine Loos: Die Themen, die sich durch alle Segmente dieser facettenreichen Branche ziehen, sind etwa Nachhaltigkeit, Qualität und Innovation. Das Thema Nachhaltigkeit, das seit Jahren eine immer wichtigere Rolle in der Branche spielt, bilden nicht nur die Aussteller mit ihren innovativen Lösungen ab. Auch mehrere Veranstaltungen im Rahmenprogramm werden sich damit befassen. In diesem Jahr steht zudem das Thema orale Produkte sehr stark im Fokus.
Ihr Ziel ist es, in jedem Jahr wieder neu zu überraschen. Auf welche Highlights dürfen sich Aussteller und Besucher freuen?
Sabine Loos: Das erste Highlight erwartet sie bereits am Vortag der Messe: Am 17. September feiert der «Cigar Summit Club» Premiere. Dieses Gipfeltreffen bringt die führenden Persönlichkeiten der Zigarren-Welt zusammen: von Herstellern und Anbauern bis hin zu Importeuren und Einzelhändlern. Highlight-Events wird es zudem im Bereich der alternativen Nikotinprodukte geben: Zum zweiten Mal werden in diesem Jahr die «InterTabac World Alternative Awards» vergeben. Auch das Networking-Format «PouchXchange» geht in die zweite Runde.
Welche Events gibt es ausserdem?
Sabine Loos: Jeder Besucher sollte unbedingt einen Blick in unser Rahmenprogramm mit top-besetzten Panels und Vorträgen werfen. Im klassischen Bereich bieten wir zudem wieder die beliebten «Cigar Pairings» und die «Blending Experience» an.
Warum lohnt sich ein Besuch sowohl für Einzelhändler als auch für Tankstellenbetreiber?
Sabine Loos: Beide sind sehr wichtige Zielgruppen. Rund 30 Prozent der InterTabac-Besucher kamen 2024 allein aus dem Einzelhandel. Unsere Messe bietet ihnen nicht nur umfangreiche Möglichkeiten, sich über die neuesten Produkte im klassischen Segment sowie bei den Next-Generation-Products zu informieren. Zusätzlich erhalten sie Inspirationen für den modernen Point of Sale und zu interessanten Sortimentsergänzungen wie Presseartikel oder Spirituosen. Auch für diese Besuchergruppe lohnt sich ein Blick in das informative Rahmenprogramm.