Vom hocherhitzbaren Alltagskönner bis hin zum aromatischen Topping – Speiseöle sind in der Küche nahezu unentbehrlich und bieten mit zahlreichen Sorten und Varianten für jede Verwendung und jeden Geschmack etwas Besonderes. Ihre vielfältigen Aromen bereichern warme sowie kalte Gerichte und bieten genussvolle Abwechslung.
Rapsöl
Rapsöl ist vielseitig in der Küche einsetzbar. Kaltgepresstes Rapsöl hat ein intensiv nussiges Aroma und ist daher ideal zum Verfeinern von kalten Speisen wie Salaten oder Antipasti, es eignet sich auch zum Braten und Dünsten. Raffiniertes Rapsöl eignet sich aufgrund seines hohen Rauchpunkts und der geschmacksneutralen Eigenschaften sehr gut zum Braten und Frittieren, da es höhere Temperaturen aushält, ohne zu rauchen oder Schadstoffe freizusetzen. Rapsöl ist aus ernährungsphysiologischer Sicht ein wertvolles Speiseöl mit einem geringen Anteil gesättigter Fettsäuren (9 g pro 100 g) und einem hohen Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren (62 g pro 100 g). Es enthält viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren, darunter die für den Menschen essenzielle Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure und die Omega-6-Fettsäure Linolsäure.
Sonnenblumenöl
Mit seinem nussig-saatigen Aroma bereichert kaltgepresstes Sonnenblumenöl Salatdressings, Dips und Marinaden. Für die warme Küche empfiehlt sich raffiniertes Sonnenblumenöl, es ist hitzestabiler und eignet sich gut zum Braten, Dünsten und Backen. Sonnenblumenöle aus speziellen «high-oleic» Züchtungen werden auch als «Bratöle» verkauft. Diese sind aufgrund ihres besonders hohen Ölsäuregehalts besonders hitzestabil. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist es ratsam, mit anderen Pflanzenölen wie Raps- oder Olivenöl abzuwechseln. Zwar ist Sonnenblumenöl reich an ungesättigten Fettsäuren, darunter die essenzielle Fettsäure Linolsäure, und weist zudem einen relativ hohen Vitamin-E-Gehalt auf, im Vergleich zu anderen Ölen hat es jedoch ein weniger gutes Fettsäurespektrum.
Olivenöl
Olivenöl besticht durch seine aromatischen Vorzüge, eignet sich gut zum Erhitzen und gilt darüber hinaus als wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung: Etwa 70 Prozent einfach ungesättigte Ölsäure und zehn Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie viel Vitamin E und ein besonders hoher Gehalt an antioxidativ wirkender Polyphenole machen Olivenöl aus ernährungsphysiologischer Sicht so wertvoll. Sein Aroma hängt stark von Herkunft, Sorte und Reifegrad der verwendeten Oliven ab. In der kalten und warmen Küche ist es vielfältig einsetzbar und verfeinert mit seinem einzigartigen Aroma Salatdressings, Pestos, Carpaccio, Gemüse, Suppen und Pasta. Bis zu einer Temperatur von 175 Grad Celsius ist mit Olivenöl dank des hohen Gehaltes an einfach ungesättigter Ölsäure auch Braten und Frittieren sehr gut möglich.
Maiskeimöl
Maiskeimöl wird als Nebenprodukt der Stärkeherstellung gewonnen. Kaltgepresst und filtriert wird aus den Keimlingen ein wertvolles goldgelbes bis rötliches Speiseöl. Es enthält Vitamin E, Provitamin A und Vitamin K. Da Maiskeimöl jedoch kein optimales Fettsäurespektrum aufweist, empfiehlt es sich mit anderen Pflanzenölen wie etwa Rapsöl abzuwechseln. Maiskeimöl hat einen geringen Eigengeschmack und ist vielseitig verwendbar. Auch das kaltgepresste Öl eignet sich zum Dünsten und Braten. Zum Frittieren und Backen empfiehlt sich die hocherhitzbare raffinierte Variante.
Weizenkeimöl
Weizenkeimöl wird aus den kleinen Keimlingen der Weizenkörner hergestellt. Für nur einen Liter des Öls braucht man mehrere Tonnen Weizen. Das kaltgepresste goldgelbe Öl verfeinert mit seinem intensiven Getreide-Aroma süsse sowie herzhafte kalte Speisen wie Quark, Dips oder Dressings und eignet sich zum abschliessenden Verfeinern von warmen Speisen wie Suppen oder gebratenem Gemüse. Weizenkeimöl punktet mit dem höchsten Vitamin-E-Gehalt unter den gängigen Speiseölen und hat ein vielfältiges Fettsäuremuster mit einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren, jedoch nicht mit einem optimalen Verhältnis zwischen Omega-6-Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren. Nach Anbruch ist das Öl im Kühlschrank gelagert noch etwa sechs bis acht Wochen haltbar.
Walnussöl
Bei der Herstellung werden die Walnusskerne vor der Pressung gemahlen und meist auch geröstet. Kaltgepresstes Walnussöl ist hellgelb oder grünlich gefärbt und dünnflüssig. Mit seinem kräftigen Nussaroma eignet es sich gut für Salatdressings und passt besonders zu eher herben Salaten wie Feldsalat oder Endivien. Genauso verfeinert es Speisen wie Suppen, Sossen, Pasta sowie Reisgerichte und passt sehr gut zu Ziegenkäse und zu aromatischen Gemüsen wie Kürbis. Auch süsse Speisen wie Kuchen und Vanilleeis werden mit Walnussöl zu einem aromatischen Highlight. Es weist ein relativ günstiges Fettsäuremuster auf, mit wertvollen ungesättigten Fettsäuren wie Ölsäure, der lebensnotwendigen Omega-6-Fettsäure Linolsäure sowie der Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure.
Erdnussöl
Raffiniertes Erdnussöl eignet sich hervorragend für asiatische Gerichte aus dem Wok, zum Grillen und Frittieren. Es ist hellgelb bis farblos und verträgt Temperaturen bis zu 230 Grad Celsius, allerdings ist es relativ geschmacksneutral. Köstlich aromatisch ist kaltgepresstes Erdnussöl, das sich auch zum sanften Dünsten eignet. Zum Schluss hinzugegeben, rundet es asiatische Gerichte mit seinem Nussaroma hervorragend ab und auch in kalten Dips sorgt es für eine interessante Note. Erdnussöl ist ein hochwertiges Speiseöl, reich an Ölsäure und Linolsäure und weist ein gutes Fettsäuremuster auf. Zudem liefert es viel Vitamin E sowie die Vitamine B1, D und K. Das raffinierte Öl ist nach Anbruch etwa zehn Monate haltbar, das kaltgepresste Öl bis zu sechs Monate.
Distelöl
Distelöl gibt kalten Speisen wie Pestos, Dressings, Quark oder Smoothies ein leicht nussiges Aroma. Das goldgelbe bis rötliche Öl kann zum Dünsten sowie zum abschliessenden Verfeinern verwendet werden. Ernährungsphysiologisch betrachtet empfiehlt es sich, Distelöl nur im Wechsel mit anderen Ölen zu verwenden. Zwar hat Distelöl den höchsten Gehalt an der mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäure Linolsäure, die Fettsäurezusammensetzung ist aber nicht sehr günstig. Durch den hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren kann es schnell ranzig werden, daher sollte es nach Anbruch zügig verbraucht werden.
Fettsäurespektrum
Fettsäuren sind die Bausteine von Fetten und Ölen. Das Fettsäurespektrum gibt an, welche Art von Fettsäuren in einem Fett in welcher Menge vorhanden sind. Es ist ein wichtiges Kriterium für die ernährungsphysiologische Qualität von Fetten und Ölen und wird oft in die Kategorien gesättigte Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Fettsäuren unterteilt.
Raffiniert, kaltgepresst, nativ
Kaltgepresstes Öl wird rein mechanisch und ohne Wärmezufuhr aus Ölsaaten oder Ölfrüchten gepresst, so bleibt der sortentypische Geschmack und Geruch erhalten. Die Rohware darf vor dem Pressen geröstet sowie das Öl nach dem Pressen mit heissem Wasserdampf behandelt werden.
Natives Öl ist ein naturbelassenes, kalt gepresstes Öl. Vorheriges Rösten oder eine anschliessende Dampfbehandlung sind nicht erlaubt.
Raffiniertes Öl wird unter Wärmezufuhr aus der Ölsaat herausgepresst und zum Teil mit Hilfe von Lösungsmitteln extrahiert. Das so gewonnene Rohöl ist noch ungeniessbar und muss gereinigt (raffiniert) werden. Neben den unerwünschten Stoffen werden auch wertvolle Verbindungen wie Vitamin E, Pflanzensterole sowie Farb- und Aromakomponenten entfernt. Raffiniertes Öl ist weitgehend geruchs- und geschmacksneutral und länger haltbar als kaltgepresstes.
Einsatz in der Küche
Ein Speiseöl ist gut zum Erhitzen geeignet, wenn es einen niedrigen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und gleichzeitig einen hohen Gehalt an einfach ungesättigter Ölsäure aufweist, denn diese ist relativ hitzestabil. Zu finden ist sie vor allem in Ölen aus speziellen Raps- und Sonnenblumenzüchtungen, die als Frittier- oder Bratöle eingesetzt werden.
Rapsöl und Olivenöl eignen sich aufgrund ihres hohen Ölsäureanteils sowohl in der kaltgepressten als auch in der raffinierten Variante zum Braten. Allgemein sollte bei jedem Öl darauf geachtet werden, dass die Temperatur nicht zu hoch ist. Wer kaltgepresstes Öl in der warmen Küche verwenden möchte, sollte bedenken, dass sich bei der Erhitzung ein Grossteil der wertgebenden Aromastoffe verflüchtigt. Zur aromatischen Verfeinerung gebratener Speisen kann mit einem raffinierten Öl gebraten und kurz vor dem Servieren mit einem kaltgepressten Öl abgeschmeckt werden.
Quellen: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE),
Max Rubner-Institut, Verbraucherzentrale NRW e.V.