Ihren Proteinbedarf können viele Shopper mit Fleisch, Fisch und Milch beziehungsweise Milchprodukten decken. Pflanzliche Quellen bieten hierfür ebenso gute Möglichkeiten.
Dazu kommen speziell ausgelobte Eiweiss-Produkte,
die zunehmend bei allen Zielgruppen gefragt sind.
Die Auswahl wird in diesem Bereich immer vielfältiger.
Produkte, die mit dem Label «Proteinquelle» oder «High Protein» ausgezeichnet sind, wurden früher hauptsächlich als Sporternährung betrachtet. «Proteinquelle» als Angabe dürfen Lebensmittel tragen, wenn mindestens zwölf Prozent ihres Energiegehalts aus Protein stammen. Bei Bezeichnungen wie «High Protein» müssen mindestens 20 Prozent des Energiegehalts dem Protein zuzuschreiben sein. Heute werden entsprechende Etiketten»vom Verbraucher anders wahrgenommen. «Egal ob Mutter mit zwei Kindern, Student, Sportler oder Diabetiker – die Kategorie wächst extrem und unsere Zielgruppe ist sehr vielfältig», sagt Philip Brohlburg, Gründer und Geschäftsführer von Ahead. «Wir sehen im Handel vor allem im Snack-Bereich ein grosses Interesse an High-Protein-Produkten. Neben den klassischen Proteinriegeln suchen Kunden vermehrt nach weiteren Snacks wie Flips oder Chips.»
Ohne schlechtes Gewissen
«Die Verwender von High Protein-Lebensmitteln wollen sich mit leckeren Produkten verwöhnen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben», ist die Erfahrung von Alexandra Leiber, Junior Brand-Managerin Frischedesserts bei Dr. Oetker. Gute Nährwerteigenschaften, wie der Verzicht auf einen Zuckerzusatz und wenig Fett, seien daher neben dem hohen Proteingehalt besonders wichtig. Das Unternehmen ist vom Wachstumspotenzial der Kategorie überzeugt. In den vergangenen Jahren wurde das Sortiment der Submarke «Dr. Oetker High Protein» ausgehend von Pudding kontinuierlich über verschiedene Warengruppen hinweg erweitert. Kürzlich hat man mit den «High Protein Shakes» und dem «High Protein Porridge» zwei Neuheiten eingeführt.
Das neue «Normal»
Die Layenberger Nutrition Group beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit funktionaler Ernährung: «Also mit alternativen Produkten für Menschen, die sich bewusst ernähren und mit ihrer Ernährung individuelle Ziele verfolgen», erläutert Geschäftsführer Andreas Henrich. Der Bereich Pulver und Riegel bildet die Basis der Marke «Layenberger High Protein», die mittlerweile die unterschiedlichsten Warengruppen bedient und damit eine breite Zielgruppe in verschiedenen Alltagssituationen anspricht. Mit der Bauer-Gruppe als Partner ist das Unternehmen mittlerweile auch mit High-Protein-Pudding, High-Protein-Mousse und einem Skyr im Kühlregal vertreten. Bei den Nährmitteln kann der Kunde zur veganen Protein-Pasta greifen. «Wir verstehen uns als das neue «Normal», so Henrich über die eiweissreiche Range.
Da verwundert es nicht, dass fertige High-Protein-Trinkmahlzeiten in der Flasche, wie die «Black Edition Ready-to-drink» von Huel, hoch im Kurs stehen. Sie eignen sich bequem für unterwegs und versprechen neben einer hohen Menge an pflanzlichen Eiweissen alle Nährstoffe, die der Körper von einer Mahlzeit braucht – also auch Vitamine und Mineralstoffe.
Dass High-Protein-Produkte neben einem guten Nähwertprofil durch zusätzliche Beigaben einen weiteren Mehrwert bieten sollten, findet man auch bei Danone. «Als erste Marke bietet YoPro Milchprodukte mit hohem Proteingehalt, ohne Zuckerzusatz und ohne Fett, dafür angereichert mit Magnesium und Vitamin B9 an», heisst es aus dem Unternehmen. Die Verbraucher, die sich vor allem pflanzenbasiert ernähren, werden mit den High Protein-Produkten von Alpro – etwa Drinks und Desserts – bedient.
Die Optionen aufzeigen
Ernährungsbewusst und ohne Reue zu geniessen, ist also offenbar für viele Nicht-Sportler die Motivation dafür, zu proteinreicher Ware zu greifen und so verstärkt auf Kohlenhydrate/Zucker oder Fette zu verzichten. Dabei ist es nicht zu leugnen, dass sich in der Regel bereits in der alltäglichen Nahrung genügend Eiweiss befindet. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene pro Tag eine Aufnahme von 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Ihr zufolge können selbst Menschen, die aufgrund ihres Alters oder bei Leistungssport einen höheren Proteinbedarf haben, diesen über herkömmliche proteinreiche Lebensmittel decken. Dazu gehören neben Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern vor allem Hülsenfrüchte. Auch Veganer lassen sich mit der richtigen Kombination von Getreide, Hülsenfrüchten und Kartoffeln gut mit pflanzlichen Eiweissen versorgen, sofern die Energiezufuhr ausreichend ist. Auch dazu kann der Handel beraten – und damit Kompetenz zeigen.
Wissen
Proteine tragen zum Muskelaufbau bei, helfen, das Sättigungsgefühl zu verlängern und den Stoffwechsel anzukurbeln. Eine Auswahl von Natur aus eisweissreicher Lebensmittel:
Eier: Sie sind eine reichhaltige Proteinquelle. Dabei enthält das Eigelb mehr Protein als das Eiweiss.
Milchprodukte: Quark, Joghurt und Käse liefern ebenfalls hochwertiges Protein. Je länger der Käse reift, desto höher der Eiweissgehalt. So enthält auch Quark mehr Protein als Milch.
Getreide: Dinkel und Quinoa sind eiweissreiche Sorten. Besonders die Vollkornvarianten sind sehr nährstoffreich. Beides eignet sich gut für Beilagen und Salate.
Fleisch/Fisch: Sie gehören zu den proteinreichen Klassikern. Im Sinne der Nachhaltigkeit kann man auch auf deren pflanzliche Alternativen setzen.
Hülsenfrüchte: Erbsen, Kichererbsen, Bohnen oder Linsen überzeugen mit ihrem Eiweissgehalt und lassen sich vielfältig in der Küche verarbeiten: zu Salaten, in Eintöpfen oder zu Currys.
Nüsse: Cashewkerne, Mandeln oder Erdnüsse lassen sich als Snack, in Salaten, Müslis oder in Smoothies geniessen.
Kerne: Sonnenblumen- oder Kürbiskerne können ebenfalls einen Beitrag zur Eiweissversorgung leisten. Prima also, wenn diese in Müslis und Salaten genutzt – oder einfach auch mal zwischendurch geknabbert werden.
Quelle: adipositas-kliniken.com