dm drogerie markt hat kürzlich das Ziel für die gesamte Gruppe bekräftigt, bis 2045 die Emissionen auf Netto-Null zu reduzieren. In die Pflicht genommen werden dabei auch die Hersteller der Sortimente.
Im Juni 2025 hat dm drogerie markt Österreich erstmals einen gemeinsamen Nachhaltigkeitsbericht für alle 14 Länder der Gruppe vorgelegt, den «Bericht zur Zukunftsfähigkeit» für das Geschäftsjahr 2023/24. Er fasst die nachhaltigen Aktivitäten der Gruppe zusammen und skizziert die Wege, um in den kommenden 20 Jahren Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Im Fokus stehen die Reduktion von Treibhausgasen (THG = Treibhausgas) entlang der Wertschöpfungskette, innovative Ansätze wie CO2-Recycling und klimafreundliche Verpackungen. «Die geschaffene Transparenz hilft uns, die wesentlichen Handlungsfelder zu erkennen und noch zielgerichteter Massnahmen zu setzen», sagt Harald Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung in der dm Gruppe Österreich und Verbundene Länder.
Abgase werden zu Kunststoff
Im internen Bereich werden bereits 78 Standorte mit Strom aus Photovoltaik versorgt – von einzelnen Märkten über Bürostandorte bis zu Verteilzentren. Im Jahr 2023 bezog die Gruppe 67 Prozent ihrer Energie aus regenerativen Quellen. Es gibt auch Pilotprojekte zu nachhaltiger Transportplanung sowie Wasserstoff- und E-Lkw. Bis Herbst 2025 soll beispielsweise der Grossteil der Märkte in Wien elektrisch beliefert werden. Bei den Kunststoffverpackungen konnte der Materialeinsatz im Jahr 2023 im Vergleich zu 2018 um knapp 30 Prozent reduziert und gleichzeitig der Rezyklateinsatz erhöht werden. Zu den innovativen Projekten gehört ein gemeinsam mit dem Partner LanzaTech eingesetztes Verfahren, CO2 aus Industrieabgasen – zum Beispiel aus der Stahlproduktion – zu gewinnen und in Bio-Ethanol umzuwandeln. Dieses wird zur Herstellung von Kunststoff genutzt, zum Beispiel für eine Eigenmarken-Spülmittelflasche.
Weniger CO2 beim Bau
Auch die baulichen Aktivitäten werden unter ökologischen Gesichtspunkten geprüft. In Österreich startet 2024/25 die systematische Bewertung der bautechnischen THG-Auswirkungen. In Deutschland werden bereits recycelte Materialien im Ladenbau verwendet, um Emissionen und Ressourcenverbrauch zu senken. Insgesamt konnten die eigenen Emissionen der dm Gruppe (Scope 1 und Scope 2) von 56 129 Tonnen CO2-Äquivalenten (2021) auf 52 049 Tonnen (2023) reduziert werden – trotz gestiegener Anzahl an Standorten.
Industrie mit an Bord
Ein Fokus liegt auf der Dekarbonisierung des Sortiments, dem grössten THG-Verursacher. dm setzt hier unter anderem auf Lebenszyklusanalysen (LCA), den verstärkten Einsatz von Rezyklaten sowie auf Produkte mit reduziertem CO2-Fussabdruck. Der «dm Nachhaltigkeitskodex» ist seit 2020 fester Bestandteil aller neuen Lieferantenverträge für die dm-Marken. Er richtet sich an alle unmittelbaren Geschäftspartner sowie deren Subunternehmen und Vorlieferanten. Die Verpflichtung zur Unterzeichnung des Kodex wird schrittweise ausgeweitet: Noch in diesem Jahr werden laut dm 100 Prozent der Herstellpartner den Kodex unterzeichnet haben. Viele der Herstell- und Industriepartner von dm haben ihren Sitz in Deutschland. «Da Deutschland sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2045 klimaneutral zu sein, sind das gute Voraussetzungen, um unser Klimaziel zu erreichen», teilt ein Sprecher von dm Österreich mit.