Mischt Retail Media auf

Montag, 31. August 2026
Fotos: Kaufland

Kaufland ist mit eigenen Angeboten in den Retail-Media-Markt eingestiegen und baut diese zügig aus – bald schon europaweit. Ab sofort bietet eine digitale Plattform Industriepartnern auch neue hochpräzise Möglichkeiten im digitalen Marketing.

Retail Media ist eine Werbestrategie, mit der Marken die Kunden eines Händlers über dessen digitale Plattformen – von POS-Medien bis hin zur App – gezielt ansprechen können. Seit März 2026 ermöglicht auch Kaufland seinen Industriepartnern und Werbetreibenden aus Touristik, Telekommunikation, Automotiv oder Finanzen, über die neue Plattform «Kaufland Interact» Kunden mit datenbasierter Werbung zu erreichen. Diese profitieren nach Unternehmensangaben «von mehr individuellen und relevanten Angeboten auf unterschiedlichen Touchpoints rund um Kaufland».
 
Millionen Kontakte täglich
In Europa betreibt Kaufland mehr als 1600 Filialen, in denen wöchentlich mehrere Millionen Menschen einkaufen. Gleichzeitig hat sich der 2021 gestartete Online-Marktplatz zu einem der grössten in Deutschland entwickelt. Mehr als 13 000 Händler bieten dort über 45 Millionen Produkte in rund 6400 Kategorien an. Weitere Marktplätze bestehen in Tschechien, der Slowakei, Polen, Österreich, Italien und Frankreich. Hinzu kommt die «Kaufland Card XTRA». Diese zählt mit mehr als 30 Millionen Mitgliedern europaweit, davon rund 13 Millionen in Deutschland, zu den erfolgreichsten Loyalty-Programmen Europas. So entstehen jeden Tag Millionen Kontakte mit Kunden, die jetzt mit Kaufland Interact genutzt werden können.
 
Kein Zusatzgeschäft
«Retail Media ist die logische Antwort auf ein verändertes Kaufverhalten. Kunden sind heute informiert, vergleichend und anspruchsvoll», sagt Matthias Schönwandt, Geschäftsführer von Kaufland Interact. Die neue enge Verzahnung von Online- und Offline-Welt in den Filialen, dem Online-Marktplatz und der App schafft laut Schönwandt eine besondere Nähe zum tatsächlichen Einkauf. «Marken und Partner erreichen Menschen nicht irgendwann, sondern genau dann, wenn sie sich mit Produkten beschäftigen und Kaufentscheidungen treffen. Retail Media ist deshalb kein Zusatzgeschäft, sondern Teil eines besseren Einkaufserlebnisses.» Gleich zum Start hat Kaufland Interact die Touchpoints entlang der kompletten Customer Journey integriert: App, Digital out of Home, Web, digitaler Prospekt, Messenger, Social Media und Extended Audiences. In der Kaufland-App sind erstmals Videowerbeformate möglich. 
 
Sehr positive Resonanz
Nach vier Monaten zieht Schönwandt ein «sehr positives» erstes Zwischenfazit: «Unsere Partner nehmen alle Bereiche unseres Angebots – Retail  Media, Trade Marketing, Data Sharing – sehr gut an.» Die Schwerpunkte von Kaufland Interact sind die digitalen Bildschirme vor und in den Filialen mit knapp 100 Millionen Werbekontakten pro Woche und die Kaufland Card XTRA mit über 13 Millionen Nutzern in Deutschland. Anfangs setzte Kaufland seine Instore-Marketing-Strategie mit physischen Werbemitteln in den deutschen Filialen um. Ergänzend wurde dann auch das Instore-Radio in allen rund 780 deutschen Filialen digitalisiert, womit sich Audio-Spots sekundengenau und auf Filialebene ausspielen lassen. Auf Wunsch können die Inhalte auch mit den digitalen Bildschirmen in den Filialen synchronisiert werden. 
 
Bald europaweit
Darüber hinaus führt Kaufland im September seine «Customer Data Platform» (CDP) ein. Damit erhalten die Industriepartner noch einmal deutlich präzisere Möglichkeiten im digitalen Marketing. Diese Plattform ermöglicht es, neben der bisherigen Cookie-basierten Kampagnenplanung auch First-Party-Daten zu nutzen. Neben Website-Cookies können die Nutzer der Kaufland Card XTRA künftig zum Beispiel auch bei der Nutzung von YouTube oder Smart-TVs angesprochen werden. Die Liste der Optionen ist noch lang.  «Wir planen, Kaufland Interact bis Ende nächsten Jahres in allen Kaufland-Ländern einzuführen», berichtet Schönwandt dem Markant Magazin ONE. «Damit ermöglichen wir unseren Partnern länderübergreifende Werbekampagnen aus einer Hand.»

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Info

Der Datenschutz stehe bei der Implementierung von Retail-Media «an erster Stelle», betont Kaufland. «Retail Media funktioniert nur dann, wenn es den Einkauf für Kunden unterstützt und nicht stört. Genau darauf achten wir bei Kaufland.» Kaufland Interact achtet dabei nach eigenen Angaben besonders darauf, dass alle datenbasierten Werbeformate den nationalen und europäischen Datenschutzverordnungen entsprechen.