Konsum Dresden: Zurück zu den Wurzeln

Mittwoch, 04. September 2013
Fotos: Markenteam, D. Koch

Nach der gescheiterten Expansion nach Franken besinnt sich Konsum Dresden nun wieder auf seine Stärken. Mit neuen Kleinflächen wollen die Konsumgenossen in Dresden und Umgebung für Wachstum sorgen.

Es hat nicht sollen sein. Seit 2007 hatte Konsum Dresden versucht, mit einer Expansion nach Franken auch im Westen Fuß zu fassen. Zwei von vier Märkten mussten die Dresdner bereits im vergangenen Jahr wieder schließen, die übrigen beiden Märkte seien plankonform, sorgten aber nicht gerade für „große Freude“, so Roger Ulke, Vorstand Einkauf, Vertrieb, Marketing und Expansion bei Konsum Dresden. Die bittere Erkenntnis: Abseits der Stammregion rund um Dresden wird es für die Konsumgenossen schwierig. „Die Franken haben uns unser Regional-Konzept nicht abgenommen, obwohl wir Produkte regionaler Lieferanten geführt haben“, erläutert Ulke. „Wir sind dort letztlich immer ‚die aus dem Osten‘ geblieben.“

Hart umkämpfter Markt

Daher wolle man sich bei der Expansion wieder stärker auf die Region rund um Dresden konzentrieren – die allerdings als besonders hart umkämpft gilt. Waren es im Jahr 1997 in Dresden noch 83.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, so sind es heute schon 204.000 Quadratmeter. „Wenn es regnet, könnten sich alle Dresdner ohne Probleme in einem der vielen Lebensmittelmärkte unterstellen“, scherzt Ulke. Seine neue Strategie: Eine klare Fokussierung auf die Funktion als Nahversorger, vor allem über Kleinflächen. „Mit regional abgestimmten Sortimenten, Persönlichkeit und langen Öffnungszeiten können wir uns auch gegenüber großen Mitbewerbern behaupten“, so Ulke.

Fokus auf Regionalität

Ohnehin fahre Konsum Dresden bislang mit Kleinfächen (bis zu 600 Quadratmeter) die größten Erfolge ein. Ein Pilotmarkt zur neuen Strategie ist bereits eröffnet: In der Münchner Straße im Dresdner Stadtteil Plauen steht seit August eine 180 Quadratmeter große Nahversorgerfläche – inklusive einer Imbiss-Ecke. Geöffnet hat der Markt von 8 bis 22 Uhr, der Schwerpunkt des Sortiments liegt auf der Frische, auch regionale Produkte gibt es viele. „Wir verlassen uns dabei nicht auf Prognosen und Marktforschungszahlen, sondern entscheiden vor Ort, wie das Sortiment für den jeweiligen Standort aufgebaut sein muss“, erläutert Ulke eine Besonderheit der Dresdner. Erklärtes Ziel ist es dabei, den Anteil der regionalen Produkte weiter auszubauen. Ein Drittel der Umsätze generiert Konsum Dresden schon heute aus regionalen Sortimenten. Tendenz steigend. Stütze ist den Dresdnern in Sachen Sortimentspolitik ihr Partner und langjähriges MARKANT Mitglied Bartels-Langness, über den das Unternehmen seit 2008 seine überregionalen Sortimente bezieht. „Wir schätzen die Kieler vor allem wegen der kameradschaftlichen Zusammenarbeit, der schnellen Reaktionszeiten und der guten Konditionen“, so Ulke. Und: Auf Anfrage sei sogar das Einlisten von kleinen regionalen Lieferanten möglich. Mit der Kooperation und der neuen Strategie sieht sich die Konsumgenossenschaft, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert, auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt. „Regionalität ist unser Profil, die Nähe zu den Kunden unser großer Vorteil“, resümiert Ulke.

Roger UlkeRoger Ulke, Vorstand Einkauf, Vertrieb, Marketing u. Expansion
„Wir wissen, wie Nahversorgung im Großraum Dresden funktioniert, und können auch mit kleinen Flächen Geld verdienen. Diese Stärken müssen wir uns künftig wieder mehr zu Nutze machen. Dabei setzen wir vor allem auf unsere Standortkenntnisse vor Ort – mit regional abgestimmten Sortimenten können wir im Vergleich zu unseren großen Mitbewerbern punkten.“