Schon in der Bauphase schauten Händler und Ladenbauer gespannt auf das Projekt. Jetzt wurde der neue dm-Markt in Neuried bei Offenburg eröffnet und setzt völlig neue Massstäbe in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit.
Der im April 2025 neu eröffnete dm-Markt in Neuried bei Offenburg (Baden-Württemberg) schlägt in vielerlei Hinsicht völlig neue Wege beim zukunftsfähigen Bauen ein. Aus rückbaubaren und wiederverwendbaren Holzmodulen zusammengesetzt, ist das Gebäude in vollständiger Holzbauweise und nach den Anforderungen der Kreislaufwirtschaft entstanden. «Hier in Neuried haben wir unsere ganze Klaviatur zukunftsfähiger Innovationen im Gebäude wie auch im Ladenbau umgesetzt. Die hölzerne Modularbauweise ist aufgrund ihrer Rückbaubarkeit besonders hervorzuheben», berichtet dazu Martin Auer, dm-Bereichsverantwortlicher Bau im Ressort Expansion.
Auswahl und Inspirationen
Technisch und organisatorisch begleitet von eigenen Fachleuten ist seit dem Spatenstich im Juli 2024 in nur zehn Monaten nicht nur ein ökologisch anspruchsvoller Einzelhandelsstandort entstanden, sondern auch eine für die Kunden attraktive Einkaufsstätte. «Auf 650 Quadratmetern Verkaufsfläche finden unsere Kunden rund 15 000 drogistische Artikel, unter anderem einen Beauty-Inspirationstisch mit neuesten Kosmetiktrends, einen Wickeltisch sowie eine dm-Abholstation», skizziert die dm-Gebietsverantwortliche Carmen Göppert den anspruchsvollen Mix aus Ware und Service. Zwei zusätzliche Self-Checkout-Kassen neben den Bedienkassen sorgen obendrein für einen schnellen Einkauf.
Bauteile mit mehreren Leben
Normalerweise ist dm-drogerie markt Mieter seiner Filialen. In Neuried ist der Markant Partner aber Gebäudeeigentümer und Bauherr, um das Ziel ökologischer Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit mustergültig umsetzen zu können. Von Klimatechnik über eine Dach-PV-Anlage, Dachbegrünung, einen versickerungsfähigen Parkplatz bis hin zu ökologisch optimierten Ladenmöbeln, Deckenfarben und Bodenbelägen konnten so eine Vielzahl zukunftsfähiger Massnahmen umgesetzt werden. Die reine Holzbauweise reduziert den ökologischen Fussabdruck des Marktes. Das Holz stammt aus dem nahegelegenen Schwarzwald. dm hat sich für eine Kombination aus einer Brettsperrholzwand mit Holzstützen entschieden, weil sich damit die Wände besser vorfertigen lassen, was wiederum die Montage erheblich beschleunigt. Die Modularbauweise macht es auch möglich, dass der Neurieder Markt irgendwann wieder in seine Einzelteile zerlegt werden und der Gebäude-Lebenszyklus für einen Grossteil der Bauteile wieder von vorne beginnen kann.
Bis ins Detail durchdacht
Auf dem Dach ist ein sogenanntes Trapezblech verbaut, welches nach Expertise der dm-Fachleute besonders langlebig ist und am besten wiederverwendet werden kann. Darüber hinaus wurde eine grossflächige Dachbegrünung angelegt, die den Energieverbrauch durch Kühlung im Sommer und Wärmedämmung im Winter senkt. Strom mit einer Leistung von rund 82 Kilowatt erzeugt eine eigene Photovoltaik-Anlage mit 180 Modulen. Bis zum Jahresende soll auch die Installation von Schnellladesäulen mit bis zu 300 Kilowatt Ladeleistung für E-Autos auf dem Parkplatz erfolgen. Die Versiegelung des Parkplatzes ist minimiert, sodass der Boden Regenwasser besser aufnehmen kann und sich im Sommer weniger erhitzt.
Möbel aus organischem Material
Für das richtige Klima im Markt sorgt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Wärmeenergie aus der Umgebungsluft nutzt. Das System ist wassergeleitet mit Propan als natürlichem Kältemittel. Die verbauten Ladenmöbel bestehen, soweit möglich, aus organischen Materialien wie Reboard – einem Wabenkarton aus recyceltem Papier – oder Rattan. Sie sind obendrein besonders materialsparend gestaltet. Grundsätzlich wurde die Menge der eingesetzten Bauteile in den Möbeln bestmöglich reduziert, was auch eine spätere Demontage und Entsorgung erleichtert. Die Deckenfarbe ist frei von Konservierungs- und Lösemitteln und mit dem Blauen Engel zertifiziert.
Skalierbar für die Zukunft
Der ehrgeizige Bau in Neuried soll kein Einmal- oder Prestigeprojekt bleiben. Vielmehr dient dieser Markt mit seinen zahlreichen Einzellösungen als Blaupause dafür, was in Zukunft im Rahmen der Expansion machbar ist. «Die neuen Massnahmen wollen wir nach Möglichkeit für künftige Bauvorhaben skalieren», betont Martin Auer.