Mobiles Bezahlen baut seine Spitzenposition im Einzelhandel der Schweiz weiter aus. Auch wenn viele Schweizer kein Bargeld mehr bei sich führen, bleibt Barzahlung am Point of Sale unverzichtbar.
Das Bezahlen mit Smartphones und anderen mobilen Geräten wird in der Schweiz immer beliebter und baut seine Spitzenposition unter allen Zahlungsmitteln weiter aus. Aber es wächst gemessen an der Anzahl aller Transaktionen weniger stark als zuvor, so der aktuelle «Swiss Payment Monitor 2/2025» der Universität St. Gallen und der ZHAW School of Management and Law in Zürich. Werden nur die Zahlungen vor Ort, also im Laden, betrachtet, bleibt Bargeld das häufigste Zahlungsmittel. Dennoch ist Kartenzahlung auch hier ein Muss. Denn mit 16,9 Prozent hat der Anteil der Befragten, die überhaupt kein Bargeld im Portemonnaie mit sich führen, seit Erhebungsbeginn 2018 einen neuen Höchststand erreicht.
Stationär dominiert Bargeld
Die Zahl aller Transaktionen, die mit Mobiltelefon, Tablet oder Smartwatch ausgeführt wurden, stieg 2025 um 0,6 Prozentpunkte auf 31,6 Prozent. Auch Barzahlungen legten um 0,2 Punkte auf 24,4 Prozent zu. Unverändert ist die nicht-mobile Nutzung der Debitkarte mit ebenfalls 24,4 Prozent. Werden nur die Zahlungen vor Ort, also im Laden, betrachtet, bleibt Bargeld mit 28,1 Prozent (-0,1 Punkte) das häufigste Zahlungsmittel. Es folgt die Debitkarte (nicht-mobile Nutzung) mit 27,8 Prozent (-0,2 Punkte). Beim rein stationären Bezahlen liegen mobile Geräte mit 25,2 Prozent auf Platz drei, steigerten ihre Transaktionen aber um 0,8 Prozentpunkte. Die Nutzung der physischen Kreditkarte macht vor Ort einen Anteil von 14,9 Prozent (-1,2 Punkte) der Zahlungen aus. Beim mobilen Bezahlen werden neben Twint-Zahlungen, die meist direkt vom Konto verbucht werden, auch Zahlungen mit Mobile Wallets wie Apple Pay, Samsung Pay oder Google Pay, bei denen eine Debit- oder Kreditkarte hinterlegt ist, mitgezählt.
Physische Karte verliert
Bei Zahlungen vor Ort hat die nicht-mobile Nutzung der Kreditkarte an Anteilen verloren, die Anteile der Kreditkarte als Abrechnungsprodukt blieben hingegen unverändert. «Das deutet auf eine Verhaltensänderung hin – weg von der physischen Kreditkarte, hin zu vermehrten Zahlungen mit Mobile Wallets, in denen die Kreditkarte hinterlegt ist», sagt ZHAW-Zahlungsmittelexperte Marcel Stadelmann. Mit 16,9 Prozent hat der Anteil der Befragten, der üblicherweise kein Bargeld im Portemonnaie mit sich führt, seit Erhebungsbeginn 2018 einen neuen Höchststand erreicht. Gleichzeitig erreicht der Anteil der Bevölkerung, der einer Abschaffung von Bargeld gegenüber kritisch eingestellt ist, mit 70,9 Prozent ebenfalls einen neuen Höchststand. «Das zeigt, dass Bargeld für einen wachsenden Teil der Bevölkerung als alltägliches Zahlungsmittel an Bedeutung verliert, jedoch weiterhin als verfügbare Alternative und zur Wertaufbewahrung geschätzt wird», erklärt Tobias Trütsch, Zahlungsökonom der Universität St. Gallen.
Handel als Bargeldquelle
Die Schweizer Handelszeitung erkennt mit Blick auf die Bargeldversorgung der Schweizer noch einen weiteren Trend: «Supermärkte sind jetzt auch eine Bargeld-Quelle.» Sie füllen die Lücke, die mit dem Abbau der Geldautomaten, Bankschalter und Poststellen entstanden ist. Nach Zahlen der Kreditwirtschaft gibt es aktuell noch gut 6000 Geldautomaten in der Schweiz – 1200 weniger als vor fünf Jahren. Zeitgleich haben praktisch alle grösseren Händler die Ausgabe von Bargeld an ihren Kassen eingeführt, was von den Kunden auch angenommen wird. Hier ist der Bargeldbezug vor allem mit Debitkarten möglich, etwa mit einer Maestro- oder Postfinance-Karte. Aber auch die Schweizer Verfahren Sonect und Twint ermöglichen die Bargeldausgabe, zum Beispiel bei den Markant Partnern Spar, Valora (an den K-Kiosken) und Volg.