Wenn die Shopper nach Inspiration in der Küche suchen, dann ist das Internet meist die Inspirationsquelle Nummer 1. Bislang gestaltete sich der digitale Einkauf der Zutaten jedoch als sehr aufwendig. Das Markant Magazin ONE hat mit Kees Meershoek, einem der drei Gründer von Food Influencers United (FIU), darüber gesprochen, wie mit Hilfe der «One-Click-to-Cart»-Lösung aus Online-Rezepten in Sekundenschnelle Supermarkt-Einkäufe werden – und das emotional und konversionsstark.
Food Influencers United – was verbirgt sich dahinter?
Kees Meershoek: Wir sind ein Scale-up aus den Niederlanden mit einer klaren Mission: Online-Rezepte in gefüllte Warenkörbe verwandeln – mit nur einem Klick. Unsere Technologie verbindet Content mit Einkauf: Wenn jemand ein Rezept auf einer Website oder in einem Blog liest, kann er direkt alle Zutaten dem Warenkorb des Lieblings-Online-Supermarktes hinzufügen. Kein Copy-and-Paste, keine Zettelwirtschaft – nur ein flüssiger Übergang von der Idee zum Einkauf. Das ist nicht nur praktisch für Konsumenten, sondern auch ein echtes Conversion-Tool für Marken und Händler.
Wann wurde das Unternehmen gegründet? Wer sind die «Köpfe» von FIU?
Kees Meershoek: Food Influencers United (FIU) wurde im Jahr 2020 gegründet – und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Kochverhalten der Menschen rasant verändert hat. Hinter FIU stehen drei Gründer mit Erfahrung in den Bereichen Tech, Handel und Content. Ich bin Kees Meershoek, einer der drei Gründer und bin Geschäftsführer des Unternehmens. Wir arbeiten inzwischen mit einem internationalen Team aus ganz Europa: Unser Headquarter ist in Haarlem bei Amsterdam, aber Kollegen sitzen auch in Frankfurt, Paris oder arbeiten remote. Uns alle verbindet die Leidenschaft, digitale Innovation mit echtem Mehrwert für die Lebensmittelbranche zu schaffen.
Welche Vision verfolgen Sie mit Ihrem Unternehmen?
Kees Meershoek: Unsere Vision ist es, den Einkauf radikal zu vereinfachen – vom Rezept zur fertigen Einkaufsliste oder direkt zum Warenkorb, reibungslos und ohne Umwege. Gleichzeitig helfen wir Marken, genau dort sichtbar zu sein, wo Konsumenten hungrig auf Inspiration sind. Wir schlagen eine Brücke zwischen Content, Marke und Handel – und machen aus Rezepten messbare Konversionen.
Wie lief die Entwicklung der «One-Click-to-Cart»-Lösung ab und was waren dabei die wichtigsten Schritte, Online-Rezepte in gefüllte Warenkörbe zu verwandeln?
Kees Meershoek: Die Idee entstand im Jahr 2020. Umgesetzt wurde sie Schritt für Schritt, in enger Zusammenarbeit mit Marken, Retailern und Plattformen. Unsere Lösung analysiert Zutaten in Rezepten und schlägt automatisch passende Produkte aus dem Sortiment des jeweiligen Supermarkts vor. Das Ganze passiert intelligent, lokalisiert und personalisierbar. Der Clou: Für die Nutzer sieht es kinderleicht aus – ein Klick, und der gesamte Warenkorb ist gefüllt. Aber dahinter stecken Jahre an Entwicklung und tausende Zutaten-Mappings.
Was gab den Anlass, diese Lösung zu entwickeln?
Kees Meershoek: Ganz ehrlich? Frustration! Ich habe selbst versucht, ein Rezept nachzukochen, aber bis ich alle Zutaten im Online-Shop gefunden hatte, war ich bei über 80 Klicks. Und das ist kein Einzelfall. Millionen Menschen finden täglich Rezept-Inspirationen online, aber der Übergang zum Einkauf ist super lang und anstrengend. Also haben wir ihn vereinfacht – und daraus ein ganzes Ökosystem gebaut.
Wie funktioniert die Lösung?
Kees Meershoek: Unsere Technologie analysiert Rezepte und erkennt, welche Zutaten gemeint sind, auch, wenn sie unterschiedlich formuliert sind. Anschliessend ordnet unser System diese Zutaten automatisch passenden Produkten von Einzelhändlern oder Quick-Commerce-Anbietern zu. Das passiert automatisch, unter Berücksichtigung von Preis, Verfügbarkeit, Menge und Nutzerpräferenzen. Für Plattformen und Marken ist die Integration einfach – es reicht ein kleiner JavaScript-Schnipsel, und innerhalb von 48 Stunden können wir alles online stellen.
Welche Rolle spielt in diesem Kontext Influencer-Marketing?
Kees Meershoek: Extrem wichtig – aber nicht im Sinne von Werbung, sondern im Sinne von Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit. Wenn ein Creator ein Rezept teilt, ist das keine Werbeanzeige, sondern eine persönliche Empfehlung. Genau hier setzen wir an: Wir machen diese Rezepte shoppable – das heisst, wir ermöglichen Marken dort präsent zu sein, wo echte Inspiration passiert. Und das funktioniert nur, weil wir die Authentizität der Creator respektieren und ihre Inhalte nicht verändern.
Was ist der Mehrwert der «One-Click-to-Cart»-Lösung für den Handel und die Marken?
Kees Meershoek: Für Supermärkte liefern wir hochkonvertierenden Traffic: Konsumenten landen nicht auf einer leeren Startseite, sondern bei einem gefüllten Warenkorb. Die Kaufintention ist riesig. Für Marken ist die Sichtbarkeit im Moment der Auswahl entscheidend. Unsere Plattform ermöglicht genau das: Wenn jemand «Lasagne» googelt und auf einem Rezept landet, können wir dort gezielt zum Beispiel die passierten Tomaten von Heinz oder das vegane Hack von Garden Gourmet platzieren – genau da, wo die Entscheidung fällt. Das ist keine klassische Werbung, sondern das ist echte Markenintegration.
Mit welchen Marken arbeiten Sie aktuell zusammen?
Kees Meershoek: In den Niederlanden arbeiten wir zum Beispiel mit den Marken und Unternehmen Maggi, Bonduelle, Iglo, Dr. Oetker oder Kerrygold zusammen. In Deutschland sind Knorr und Kraft Heinz seit dem Launch mit dabei. Dazu kommen viele Influencer-Websites, Food-Blogs und Plattformen. Unser Modell funktioniert sowohl für grosse Marken als auch für Nischenanbieter. Das liegt daran, dass wir gezielt arbeiten und dabei Reichweite mit Relevanz kombinieren.
In welchen Ländern ist die Lösung bereits im Einsatz?
Kees Meershoek: Wir sind live in den Niederlanden und Deutschland. Belgien steht als Nächstes auf dem Plan. Wir sehen auch grosses Potenzial in Frankreich, Österreich und Skandinavien. Jeder Markt hat eigene Einkaufsgewohnheiten, aber die Herausforderung ist überall gleich: Menschen wollen schnell, einfach und digital einkaufen.
Wo sehen Sie sich in der Zukunft?
Kees Meershoek: Jedes digitale Rezept wird shoppable. Egal ob auf TikTok, Website oder Foodblog: FIU wird zur Infrastruktur hinter dieser Entwicklung – wie ein Betriebssystem für den digitalen Lebensmitteleinkauf. In fünf Jahren wird niemand mehr Einkaufslisten schreiben. Man klickt, shoppt und kocht.