Die Kassenlandschaft im DACH-Raum befindet sich im Umbruch – so das Fazit einer EHI-Umfrage. Der Investitionsdruck hat es in sich: Neben der gewünschten Integration neuer Funktionen zwingt die Überalterung der Kassen zu grösseren Erneuerungen.
Der Checkout entwickelt sich zu einer vernetzten Plattform, die Effizienz und technologische Innovation vereint. Während Hard- und Software altern, treiben Themen wie künstliche Intelligenz (KI), Self-Service und mobile Kassenlösungen die Transformation des Checkouts spürbar voran. Das zeigt die Studie «Checkout-Trends 2026» des EHI Retail Institute, die erstmals 2006 durchgeführt wurde. Rückblickend auf nunmehr 20 Jahre Studienhistorie lassen sich deutliche, langfristige Entwicklungen erkennen. Innovative und zum Teil disruptive Konzepte und Technologien wie Cloud-Lösungen, Self-Checkout sowie KI verändern dabei kontinuierlich, wie Handel betrieben wird und wie Kunden einkaufen. «Gleichzeitig bleibt ein wesentlicher Fixpunkt im Store unverändert von zentraler Bedeutung: die Kasse als entscheidender Touchpoint», betonen die Studienautoren.
Strengere Kostenkontrolle
Die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass sowohl die Anzahl der Handelsbetriebe als auch die der Kassensysteme sinkt, setzt sich unvermindert fort. 904 300 Kassen sind in rund 473 700 Betrieben des Handels im Einsatz. Im Jahr 2022 waren es noch 931 000 Kassen in 498 200 Betrieben. Eine zentrale Erkenntnis der aktuellen Umfrage ist, dass der Modernisierungsdruck rund um den Checkout «spürbar gewachsen» ist. Das durchschnittliche Alter der Kassenhardware beträgt derzeit 5,9 Jahre und liegt damit über dem Wert von 5,5 Jahren aus der Studie von 2024. Die Investitionsbereitschaft wird dabei durch wirtschaftlich schwierige Rahmenbedingungen wie hohe Energiekosten und ein schwaches Konsumklima gedämpft. Nur 22 Prozent streben einen vollständigen Systemaustausch an. Gleichwohl planen 88 Prozent der Befragten eine Veränderung der Kassenhardware in den kommenden zwei Jahren. «Händler entscheiden sich eher für einen gezielten Austausch einzelner Komponenten wie Scanner, Drucker oder Displays», hält die Studie fest. Und: «Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Kassenhardware ist erstmals seit vielen Jahren auch der Preis beziehungsweise die Total Cost of Ownership.»
Individuelle Software gefragt
Ähnlich verhält es sich bei der Software: Mit einem Durchschnittsalter von 6,9 Jahren (2024: 6,4 Jahre) ist sie reif für Erneuerungen. Die Änderungsbereitschaft bleibt hier aber hoch: Rund die Hälfte der Befragten plant einen Wechsel der Kassensoftware. Dabei rücken massgeschneiderte individuelle Entwicklungen statt neuer Standardlösungen in den Fokus. Im Vordergrund stehen eine nahtlose Integration in die bestehende Systemlandschaft sowie eine schnelle Einführung neuer Funktionen wie kontaktlose Zahlungen oder Loyalty-Programme.
Drei Top-Anforderungen
Für die Befragten rücken drei Anforderungen bei der Checkout-Modernisierung besonders in den Vordergrund: 60 Prozent (2024: 33 %) sehen den grössten Handlungsbedarf bei der Unterstützung durch KI, beispielsweise um den Checkout zu optimieren. An zweiter Stelle (56 %) stehen Self-Service-Lösungen. Diese sollen Wartezeiten reduzieren und Personaleinsätze flexibler machen. Ebenfalls oben auf der Liste stehen mobile Geräte mit Kassenfunktion (48 %). Sie ermöglichen es, den Checkout in den Verkaufsraum zu verlagern. «Händler positionieren sich bereits jetzt für die Ära des vernetzten Handels», kommentiert Studienautor Cetin Acar.