Durchdachtes Aktions-Timing

Montag, 08. Juni 2026
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Während klassische FMCG-Promotions zurückgehen, gewinnen Nonfood-Aktionen massiv an Bedeutung. Ein Whitepaper zeigt die Treiber im Markt – und welche Logik hinter dem Trend zum Frühstart der Aktionen im LEH steht.

Grills werden im April beworben, Weihnachtsdeko im Oktober und Badmöbel in der ersten Januarwoche. Was auf den ersten Blick überraschend wirkt, folgt einer klaren Logik: Bei Nonfood-Aktionen ist der richtige Zeitpunkt oft entscheidender als die Rabatthöhe. Das ist eine von vielen Erkenntnissen, die die DHBW Heilbronn mit ihrer «Analyse der Angebotskommunikation im Nonfood-Handel» gewonnen hat. Für dieses Whitepaper wurden auf Basis von marktguru-Daten Tausende Handzettel-Angebote von 2023 bis 2025 ausgewertet. Das Ergebnis: Nonfood wird vom Nebensortiment zum strategischen Hebel. Das Aktionsvolumen steigt um zwölf Prozent, während klassische FMCG-Promotions insbesondere im LEH rückläufig sind. Im zweiten Quartal 2025 wurde mit 56 900 Nonfood-Aktionen der Höchstwert erreicht.
 
Neue Frühstart-Logik
Ein neuer Trend ist zum Beispiel die Frühstart-Logik: Händler antizipieren Kaufentscheidungen und aktivieren Kategorien deutlich vor der eigentlichen Nutzungsphase. Während Alltagsprodukte wie Küchenartikel oder Batterien ganzjährig beworben werden, konzentrieren sich andere Warengruppen auf eng definierte Zeitfenster – und starten dabei bewusst früher, als man zunächst erwarten würde. Besonders interessant sind saisonale Produkte: Bei wetterbedingten Kategorien wie Gartendünger, Blumenerde oder Grills reagiert der Handel tatsächlich auf die meteorologischen Bedingungen. Im Jahr 2024 startete die Saison deutlich früher als 2025 – ein klarer Indikator für eine zunehmend datengetriebene Aktionsplanung. Bei vorhersehbaren Anlässen ist der Aktionsstart hingegen stabil: Weihnachtsdeko startet jedes Jahr Anfang Oktober. Die Formel: Drei bis sechs Wochen vor dem eigentlichen Bedarf sichtbar zu sein, zahlt sich aus.
 
Nonfood als Bühne
Die Auswertungen zeigen zwei unterschiedliche, aber jeweils erfolgreiche Ansätze: Der klassische LEH setzt stark auf bekannte Herstellermarken als Frequenztreiber. Diese werden doppelt so häufig beworben wie Eigenmarken. «Nonfood fungiert hier als attraktive Markenbühne und Imageträger», halten die Autoren der Studie fest. Discounter gehen einen anderen Weg: Sie steuern Nonfood überwiegend über profilierte Eigenmarken-Systeme. Der Fokus liegt auf Marken- und Sortimentshoheit statt auf Markenwettbewerb. Im Jahr 2025 waren die Aktionen in Supermärkten und SB-Warenhäusern stark von Haushalts- und Mitnahmeartikeln geprägt. Besonders häufig beworben werden Küchengeräte, Küchenzubehör und Aufbewahrungsbehälter – also Kategorien mit hoher Impuls-und Aktionsfähigkeit. Danach folgen Pflanzen und Heimtextilien, was auf eine starke Saisonalität (Frühjahr/Herbst/Winter) und Themenwelten im Prospekt hinweist. Ganz anders die Aktionsschwerpunkte der Baumärkte: Sie liegen auf renovierungs- und projektgetriebenen Warengruppen. Farben, Pflanzen sowie Bodenbeläge und Baustoffe dominieren das Aktionsgeschehen und spiegeln die Do-it-yourself-Logik der Branche wider. Ergänzt wird das Angebot durch garten- und saisonbezogene Sortimente sowie durch funktionale Zusatzartikel. 
 
Typische Aktionsmuster
Durch statistische Analysen lassen sich vier verschiedene Typen von Nonfood-Warengruppen identifizieren – basierend darauf, wie stark sich ihre Aktionsmuster von Jahr zu Jahr wiederholen. Harte Saisonware (Weihnachtsdeko, Grills) ist sehr planbar mit hoher Wiederholbarkeit und klaren Zeitfenstern. Klassische Saisonware (Farben, Spielwaren) hat erkennbare Saisonkerne mit taktischem Gestaltungsspielraum. Hybrid-und Eventware (Darts, Schuhe) ist flexibel steuerbar und stark eventgetrieben. Viertens gibt es opportunistische Ware wie zum Beispiel Badmöbel. Diese ist strategisch und variabel über den Jahresverlauf einsetzbar. Die Daten liefern Händlern und Herstellern klare Handlungsempfehlungen. Obenan steht: Die Kampagnen früher starten. Die Peak-Analysen zeigen, dass drei bis sechs Wochen Vorlauf vor der Hauptnutzungsphase optimal sind. Eine weitere Empfehlung: Wetterdaten nutzen. Die Vergleiche 2024 versus 2025 zeigen, dass sich eine meteorologisch-informierte Planung bei Outdoor-Kategorien auszahlt. Ratschlag Nr. 3: Kategorie-Logiken verstehen. Denn jede Warengruppe folgt ihrer eigenen Logik. Und schliesslich: Retail Media mit Peak-Wochen verknüpfen. In den Hochphasen zeigt sich eine besonders hohe Aufmerksamkeit und damit die höchste Wahrscheinlichkeit für einen positiven Return on Advertising Spend (ROAS).
 
Starkes Instrument
«Nonfood hat sich als wichtiges Instrument für Frequenz, Sortimentsprofil und Kundenbindung etabliert», lautet das Fazit der Studie. «Erfolgreiche Nonfood-Strategien basieren auf durchdachtem Timing, klaren Themenwelten und passender Markenarchitektur.» Und die Entwicklung bleibt nicht stehen, wie die Autoren betonen: «Mit datengestützten Insights lässt sich Nonfood noch gezielter als bisher als strategischer Baustein einsetzen.» 

News

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Die Frage ist nicht, ob, sondern wann ein Unternehmen von einem Cyberangriff betroffen ist – deshalb ist die Vorbereitung auf den Ernstfall essenziell. Wie ernst die Bedrohungslage ist und welche Konsequenzen sich für die Handelsbranche ergeben, wurde bei der gemeinsamen Veranstaltung des Schweizer Bundesamtes für Cybersicherheit (BACS) und der Markant AG in Bern erläutert.

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Die deutsche Kosmetik- und Waschmittelbranche hat im ersten Quartal 2026 einen Gesamtumsatz von 9,4 Milliarden Euro erzielt.

Saisonalität der Warengruppen

Die Detailanalyse der Nonfood-Aktionskommunikation im LEH zeigt, dass diese saison- und nutzengetrieben funktioniert. Hier Beispiele für die zweite Jahreshälfte:
 
Bei Farben scheint sich in allen Vertriebslinien eine Antwort auf die Frage abzuzeichnen, wann renoviert wird. Die beiden operativen Kernfenster liegen rund um den Frühjahrsputz und den Herbst-Refresh im 4. Quartal. Dazwischen gibt es ein kleines Sommerloch.
 
Dass Weihnachtsdekoration im LEH vor Weihnachten verkauft wird, ist wenig überraschend. Interessant ist jedoch, dass Weihnachten sehr früh, nämlich ab Anfang Oktober handzettelrelevant für den LEH wird. Ganzjährig werden zum Beispiel Mini-Lichterketten in geringem Umfang beworben.
 
Bei Spielwaren zeigt sich eine breite, aber unregelmässige Ganzjahrespräsenz, jedoch mit klar erkennbarer massiver Saisonalität im 4. Quartal, die eindeutig vom Weihnachtsgeschäft dominiert wird. Ab etwa KW 42 steigt die Angebotsintensität stark an und erreicht im Zeitraum KW 45–50 den Peak. Insgesamt bestätigt sich: Spielwaren sind im LEH ein klassisches Jahresend-Thema, das durch Eventanlässe und weniger durch Alltagsnutzung getrieben wird. 
 
 

Home Electronics

Nach einem stabilen Vorjahr mit 46,9 Milliarden Euro Umsatz erwartet die Branchenorganisation GFU im laufenden Jahr für den Markt der Consumer & Home Electronics ein moderates Wachstum. Positive Impulse könnten insbesondere von KI-gestützten Endgeräten, der Fussball-Weltmeisterschaft, neuer Gaming-Hardware sowie energieeffizienten Haushaltsgeräten ausgehen. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld laut GFU angesichts vielschichtiger Unsicherheitsfaktoren und einer weiterhin ausgeprägten Preissensibilität anspruchsvoll.