DACH in Kauflaune

Montag, 22. November 2021
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In der DACH-Region kann der FMCG-Handel mit stabilem Konsum rechnen. Aber die Verbraucher werden anspruchsvoller.

Das Verhalten der Konsumenten  hat sich spürbar verändert. Verschiedene Institute haben das Konsumklima und die Trends in Deutschland, Österreich und der Schweiz analysiert; hier die Kernergebnisse.

Die GfK hat in Deutschland untersucht, welche psychologischen Treiber des FMCG-Konsums auch künftig Bestand haben. Ein starker Trend ist ein noch bewussterer qualitäts- und gesundheitsorientierter Konsum. Davon profitieren die Herstellermarken, deren Marktanteil (Umsatz) im ersten Halbjahr 2021 um zwei Prozentpunkte gestiegen ist. Um in der Corona-Pandemie möglichst wenig Zeit im Geschäft zu verbringen, haben Konsumenten ihre Einkäufe stärker vorgeplant. Sie kaufen mit Einkaufsliste und möglichst in nur einem Markt ein. Davon profitieren die Vollsortimenter im LEH, deren Umsatz im ersten Halbjahr 2021 um 6,3 Prozent gestiegen ist. Die GfK erwartet, dass dieser Trend stabil bleibt. Für Hersteller und Handel ist es deshalb entscheidend, schon vor dem Einkauf im «Relevant Set» der Konsumenten zu sein.  

Auch in der Schweiz konnte die GfK Veränderungen beim Konsum feststellen, die während der Lockdowns angestossen wurden und sich danach verfestigt haben. Als Haupttrend werden vermehrt Produkte für einen gesunden Lebensstil nachgefragt. 26 Prozent der von der GfK befragten Schweizer erwarten, dass sie auch weiterhin mehrheitlich zu Hause arbeiten und nach wie vor vermehrt zu Hause kochen werden. Einen Wermutstropfen für den lokalen Handel sehen die Marktforscher darin, dass die Schweizer nach der Pandemie wieder vermehrt ins Ausland reisen möchten und damit auch die Auslandseinkäufe wieder zunehmen.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) hat im Oktober Prognosen von den beiden Instituten IHS und WIFO eingeholt. Diese erwarten für 2021 ein Wirtschaftswachstum von 4,5 beziehungsweise 4,4 Prozent in Österreich, aber aufgrund einer anhaltenden Sparneigung ein etwas schwächeres Wachstum des privaten Konsums als noch in ihrer Juni-Prognose. Immerhin: Das IHS prognostiziert einen Anstieg des Konsums um vier Prozent und das WIFO um 4,5 Prozent. Für 2022 wird sogar eine Steigerung um 4,9 beziehungsweise sechs Prozent erwartet.

 

Top-Trend

Wie sich nachhaltiges Bewusstsein im Konsum niederschlägt, hat die GfK in der Schweiz analysiert. So sagten 33 Prozent der Befragten, dass sie lieber weniger, dafür aber höherwertige Dinge besitzen möchten. Über die Hälfte will in Zukunft mehr bei kleineren Anbietern und lokalen Produzenten kaufen. «Verantwortungsvolles Einkaufen ist also ein Thema mit grosser Bedeutung», kommentiert Dr. Anja Reimer, GfK-Expertin für Consumer Intelligence.