Bio ist in ganz Europa auf dem Vormarsch - Erzeugung und Nachfrage wachsen gleichermassen.
Auch für Iberiana haben Bio-Produkte eine wachsende Relevanz. Aber es gibt Herausforderungen auf den globalen Beschaffungsmärkten.
Der ökologische Landbau befindet sich in Europa auf Wachstumskurs. Seine Gesamtfläche ist im Jahr 2023 um 4,1 Prozent auf 19,5 Millionen Hektar gestiegen. Diese und viele andere Daten haben die deutsche Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) und das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) zusammengetragen. Nach starken Zuwächsen hat sich Spanien nun bei der ökologisch bewirtschafteten Fläche mit knapp drei Millionen Hektar an die Spitze Europas geschoben und liegt vor Frankreich (2,8 Mio. ha), Italien (2,5 Mio. ha) und Deutschland mit 1,9 Millionen Hektar.
Hunderttausende Bio-Jobs
In den EU-Ländern hat die biologische Landwirtschaft an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche einen Anteil von 10,9 Prozent. Österreich nimmt mit 27,3 Prozent Bio-Anteil den Spitzenplatz innerhalb der Europäischen Union ein und liegt im weltweiten Ranking auf Platz 2. Die Anzahl der biologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe ist in der EU um 1,8 Prozent auf 430 000 gestiegen. Italien hat mit 82 593 Betrieben die höchste Anzahl. Darüber hinaus gibt es in der EU mehr als 89 000 Bio-Verarbeitungsbetriebe. In Deutschland sind mindestens 380 000 Menschen in der gesamten Bio-Wertschöpfungskette – Erzeugung, Verarbeitung, Handel – beschäftigt. 45 Prozent dieser Jobs (170 000) schaffen mittelständische Verarbeitungsbetriebe. Diese Kennzahlen für 2024 nennt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).
Pro-Kopf-Ausgaben steigen
Der Einzelhandelsumsatz mit Bio-Produkten erreichte 2023 in der EU einen Gesamtwert von 46,5 Milliarden Euro. Damit ist sie nach den USA weltweit der zweitgrösste Absatzmarkt für Bio-Lebensmittel. Nach stagnierender Menge bei einem moderaten Umsatzwachstum aufgrund höherer Preise im Jahr 2023 kehrte sich dieser Trend 2024 um: Bei weitgehend konstanten Preisen wurden wieder mehr Bio-Produkte nachgefragt. Im Durchschnitt gaben die Verbraucher in der EU 104 Euro für Bio-Lebensmittel aus. Die Pro-Kopf-Ausgaben haben sich zwischen 2014 und 2023 mehr als verdoppelt. Die höchsten Ausgaben pro Kopf in Europa verzeichneten die Schweiz mit umgerechnet 468 Euro und Dänemark mit umgerechnet 362 Euro.
LEH erreicht 70 Prozent
Nach aktuellen Zahlen von BÖLW stieg in Deutschland der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken im Jahr 2024 um 5,7 Prozent auf rund 17 Milliarden Euro an – Spitzenwert in der EU. 97 Prozent aller Haushalte kauften Bio-Produkte. Zu den Gewinnern im Markt gehört der deutsche LEH. Er steigerte seine Bio-Umsätze um 7,9 Prozent auf 11,67 Milliarden Euro. Damit entfallen nun rund 70 Prozent des gesamten Bio-Marktes auf diese Vertriebsschiene – ein Zuwachs von zwei Prozentpunkten im Vergleich zu 2023. Die Drogeriemärkte weisen mit fast 20 Prozent Plus den höchsten Zuwachs auf und halten jetzt 16 Prozent Marktanteil am LEH.
Angespannte Versorgung
Die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland wuchs zwar auch 2024 weiter, allerdings deutlich langsamer als in den Vorjahren. Damit verschärfe sich das Spannungsfeld, kommentieren die Fachleute von AMI die Situation: «Die steigende Nachfrage trifft auf eine heimische Produktion, die nicht Schritt halten kann.» Hinzu kommt, dass viele Bio-Produkte ohnehin importiert werden müssen, weil sie hier gar nicht gedeihen. Die Versorgung hat also – nicht nur in Deutschland – eine globale Dimension. Hier kommen Spezialisten wie die Iberiana Frucht S.A. in Valencia/Spanien ins Spiel. Das Unternehmen der Markant versorgt Handelspartner in ganz Europa mit Obst und Gemüse. Iberiana hat 2005 mit ökologischen Produkten begonnen und registriert seitdem ein kontinuierlich steigendes Interesse der Handelspartner. Nach Worten von José Cervera, Leiter der Iberiana-Bioabteilung, treibt vor allem die wachsende Nachfrage nach einem breiteren Bio-Sortiment den Absatz. Cervera: «Diesen Trend haben wir in unsere Beschaffungs- und Sortimentsstrategie aufgenommen und unser Angebot Schritt für Schritt erweitert. Heute zählen viele Produkte, die zu Beginn noch nicht in unserem Bio-Sortiment waren, selbstverständlich dazu – teils auch in Demeter-Qualität.»
Iberiana denkt global
Mit dem Wachstum des Bio-Segments gingen jedoch auch höhere Anforderungen einher, betont der Bio-Fachmann und verweist auf Qualitätssicherung und Zertifizierungen, die bei Bio-Ware aufwendiger sind. Eine zusätzliche Herausforderung stellen klimatische Veränderungen in den Erzeugerländern dar. «Extremwetter, Trockenperioden oder Temperaturspitzen wirken sich direkt auf Erntemengen und Lieferketten aus», berichtet Cervera. Da die ökologische Produktion naturgemäss empfindlicher ist, unterstützt die Iberiana ihre langjährigen Produzenten aktiv bei der Einführung widerstandsfähiger und nachhaltiger Anbaumethoden. So lässt sich die Versorgung auch unter schwierigen Bedingungen stärken. Dabei arbeitet Iberiana eng mit Erzeugern in verschiedenen Ursprungsländern zusammen – insbesondere in Spanien, Italien und ausgewählten Regionen Südamerikas. Diese Standorte sind laut Cervera aufgrund ihrer klimatischen Voraussetzungen und ihrer Erfahrung im Bio-Anbau von zentraler Bedeutung, um ein stabiles und vielfältiges Sortiment anbieten zu können. Sein Fazit: «Bio-Produkte haben für Iberiana eine stetig wachsende Relevanz. Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir diesen Bereich konsequent und nachhaltig weiterentwickeln.»