Rene Schmock feierte auf TikTok erste Erfolge mit unterhaltsamen Videos, in denen er verschiedene Lebensmittel in einer Heissluftfritteuse zubereitete. Das brachte ihm den Beinamen «CEO of Heissluftfritteuse» ein. Heute verbucht der ehemalige Lkw-Fahrer auf verschiedenen Social-Media-Kanälen über fünf Millionen Follower. Das Markant Magazin ONE hat mit dem 34-Jährigen über seinen Social-Media-Erfolg gesprochen und welche Rolle dabei das Thema Authentizität spielt.
Vom Lkw-Fahrer zum Influencer – wie kam es zu diesem Karrierewechsel?
Rene Schmock: Der Wechsel war eigentlich gar nicht geplant. Mein Bruder hat irgendwann zu mir gesagt, ich soll mir doch mal TikTok runterladen. Ich dachte nur: Wieso? Facebook reicht doch. Irgendwann habe ich es dann trotzdem gemacht und angefangen, Videos im und rund um den Lkw aufzunehmen. Und plötzlich sind die Videos viral gegangen. Das war keine Absicht – ich bin da einfach reingewachsen. Creator zu werden war nie mein Ziel, zumal das damals noch längst nicht so präsent war wie heute.
Was war der ausschlaggebende Punkt, den Schritt in die Welt der Content Creation zu wagen?
Rene Schmock: Einen bewussten Moment gab es eigentlich nicht. Und ich habe nie gesagt: Jetzt bin ich Creator. Selbst als die Kanäle grösser wurden, habe ich weiter normal gearbeitet, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass Content Creation ein richtiger Job sein kann. Irgendwann hat mir aber etwas gefehlt – vor allem Schlaf und Zeit mit meinen Kindern, meiner Familie und meinen Freunden. Da musste ich mich letztlich entscheiden.
Wann hast du gemerkt, dass dein Content ankommt?
Rene Schmock: So richtig glauben kann ich das bis heute nicht. Aber wenn ich mal einen Tag nicht online bin, schreiben mit so viele Leute: «Rene, alles ok? Normalerweise gehört es zu meinem Ritual abends deine Story zu schauen und wenn du mal nichts postest, fehlt was!»
Du hast auf TikTok erste Erfolge mit Airfryer-Videos gefeiert, die dir bis heute den Beinamen «CEO of Heissluftfritteuse» eingebracht haben. Warum ist der Hype um das Thema Airfryer aus deiner Sicht so gross?
Rene Schmock: Die Geräte sind zum einen platzsparend. Zum anderen lassen sich Gerichte oft schneller im Airfryer zubereiten als im Ofen. Neben der schnelleren Garzeit punktet der Airfryer auch mit seiner Energieeffizienz. Und man kann (fast) alles in der Heissluftfritteuse machen! Reinschmeissen, schütteln, warten – fertig. Und am Ende zählt natürlich: Es schmeckt einfach gut und wird schön knusprig. Genau diese Einfachheit begeistert die Leute. Weil das Interesse an einfachen Rezepten so gross war, haben wir vor ein paar Jahren mit dem Team ein Kochbuch mit Airfryer-Rezepten herausgebracht, das sogar Spiegel-Bestseller wurde. Und wir machen weiter: Ende März dieses Jahres erscheint das zweite Buch.
Was ist dein Lieblingsgericht aus dem Airfryer?
Rene Schmock: Das ist wirklich schwer zu sagen. Eigentlich alles, was mit Fleisch zu tun hat. Aber ein knuspriges Hähnchen geht einfach immer: aussen richtig schön kross, innen saftig – das ist schwer zu toppen.
Wie testest du neue Rezepte und was sind deine Geheimtipps für die besten Ergebnisse?
Rene Schmock: Ich teste eigentlich gar nicht, ich schmeisse die Sachen einfach rein und schaue, was passiert. Meine wichtigsten Tipps: regelmässig schütteln, Platz im Korb lassen, damit alles schön crunchy wird, und die Temperatur im Vergleich zu normalen Rezepten etwa zehn Grad niedriger einstellen.
Glaubst du, dass die Follower durch deine Videos eher bereit sind, neue Zubereitungsmöglichkeiten auszuprobieren?
Rene Schmock: Ich glaube schon! Ich denke immer, wenn ich sage: «Probier’s aus», denken viele: Wenn der das kann, dann kann ich das auch!
Hast du Rückmeldungen von deinen Followern bekommen, die ihre Ernährung durch die Videos verändert haben?
Rene Schmock: Ja, tatsächlich. Ich zeige auch meinen eigenen Alltag – ich tracke meine Kalorien über eine App, trinke überwiegend Zero-Getränke und mache mehr Sport. Viele schreiben mir, dass sie dadurch motivierter sind und selbst etwas verändern wollen.
Im Mai 2023 hast du deinen ersten Snackautomaten in der Göttinger Innenstadt aufgestellt. Wie kam es dazu?
Rene Schmock: Das war ein typischer Rene-Moment: Idee gehabt, kurz gezögert und danach doch gemacht. Ich wollte schon immer einen Snackautomaten haben – einfach, weil ich es cool finde. Ich mag Ideen, die ein bisschen verrückt sind. Mit Anton von Lookfamed habe ich jemanden gefunden, der diese Ideen mit mir umsetzt. Durch die Automatenvideos habe ich echt Millionen von Aufrufen erzielt und damit einen eigenen kleinen Hype geschaffen. Das liegt auch daran, dass es in meinem «Schmockimat» vor allem zu Beginn Sussigkeiten und Getränke gibt, die sonst nur im Ausland erhältlich waren. Einige Produkte, die wir anfangs in den Automaten hatten, waren zeitweise sogar deutschlandweit ausverkauft und kaum noch zu bekommen.
Was ist das Geheimnis, eine so grosse und engagierte Community wie deine zu haben?
Rene Schmock: Einfach man selbst bleiben. Keine Show, kein Theater. Ich bin, wie ich bin – mit Fehlern, Sprüchen und viel Hunger. Die Leute merken sofort, ob man ihnen etwas vorspielt oder nicht.
Welche Rolle spielen Humor und Unterhaltung in deiner Strategie?
Rene Schmock: Eine feste Strategie habe ich eigentlich nicht. Ich mache das, was mir einfällt und was ich selbst spannend finde. Aber klar: Die Leute wollen unterhalten werden, und da schadet Humor definitiv nicht.
Welches Projekt planst du als Nächstes?
Rene Schmock: Ideen gibt es viele – neue Produkte, Themen rund ums Haus oder neue Videoformate. Als Nächstes steht aber erst einmal die Veröffentlichung meines zweiten Kochbuchs «Heiss frittiert und geil serviert – mit weniger Kalorien!» an. Und danach geht’s weiter!