Ein spanischer Abend bietet den idealen Rahmen für vielfältige Festivitäten, sei es eine Gartenparty oder Geburtstagsfeier. Er vermittelt nicht nur Sonne, Urlaubslaune, Geselligkeit und Appetit, sondern bietet auch jede Menge emotionale Anknüpfungspunkte für den Handel.
Spanische Produkte sind beim Verbraucher besonders beliebt, weil sie für mediterranen Genuss, eine hohe Qualität, Authentizität und Lebensfreude stehen. «Sie verbinden Urlaubsgefühle mit kulinarischer Vielfalt und gelten als hochwertig, aber dennoch zugänglich», weiss Holger Meyers, Vertriebsleiter Heiderbeck. Beliebte spanische Produkte, die für ihn am Point of Sale nicht fehlen sollten, sind vor allem Serrano- und Ibérico-Schinken, Chorizo, Manchego-Käse, Oliven, Tapas-Spezialitäten, Paella-Zutaten, spanischer Rotwein, Sherry sowie Olivenöl.
Dass das spanische Lebensgefühl bei den Verbrauchern gut ankommt und insbesondere aromatische Highlights wie Mojo rojo oder marinierte Meeresfrüchte gefragt sind, bestätigt auch Meinard Voskamp, Produktmanager Bedientheke Deutsche See. Für ihn kommt es vor allen Dingen auf authentische Produkte für den unkomplizierten Genuss an: «Unsere Riesengarnelen in Knoblauchöl, Sardellenfilets in Kräuteröl oder der Tilapia «Tomate-Mozzarella» im Tortillamantel bringen mediterranes Flair direkt auf den Teller.» Tapas-Variationen für den SB-Bereich sieht er als eine attraktive Lösung für den schnellen Genuss – zumal sie sich gut in geselliger Runde teilen lassen. Dem Shopper gefällt, was einfach zuzubereiten ist. Entscheidend beim Kauf seien Frische und Originalität spanischer Klassiker wie Pulpo oder Garnelen.
Breite Ansprache
Egal ob es um Spezialitäten wie Datteln im Speckmantel, Käsekuchen, Crema Catalana oder Käseperlen als Snack oder Beilage geht – «diese Produkte sprechen sowohl Gourmet-Fans als auch Gelegenheitskäufer an», berichtet Benjamin Lewin, Vertriebsleitung Delina. Durch eine einfache Zubereitung oder Ready-to-eat-Konzepte eignen sie sich gleichermassen für den Alltag sowie besondere Anlässe: «Und bieten dem Handel attraktive Margen und eine Profilierung als Feinkostanbieter.» Für eine erlebnisorientierte Platzierung am Point of Sale empfiehlt Lewin Themeninseln und spanische Wochen mit passender Dekoration, zum Beispiel Landkarten, Olivenzweige und Keramik, Verbundplatzierungen, etwa von Paella, Safran und spanischem Weisswein, Verkostungen oder digitale Rezepttipps via QR-Code sowie Geschenksets für Anlässe wie Muttertag, Weihnachten oder Sommerfeste. «Das Ziel ist, emotionale Anker zu setzen und Impulskäufe zu fördern», sagt Lewin.
Storytelling
Dass sich spanische Produkte bestens am Point of Sale inszenieren lassen und sich gut Geschichten zu den Produkten erzählen lassen, findet auch Ann-Kristin Welk, Produktmanagerin bei Rila. Die Genussentdecker: So kann man etwa über Olivenöl aus jahrhundertealten Hainen, handgelegte Oliven oder Jamón Ibérico aus der Eichelmast informieren: «Das aktiviert den Genusskunden – es zählt mehr als nur Preis und Menge.» Tapas funktionieren zudem ganzjährig: im Sommer als leichte Küche, für Grillabende oder ein Picknick. Im Winter kommen deftige Tapas passend, etwa im Rahmen von Weinabenden oder als Raclette-Alternative. «Mit spanischen Produkten lassen sich höhere Warenkörbe durch Cross-Selling erzielen. Shopper kaufen meist mehrere Produkte gleichzeitig, wenn es stimmig im Handel präsentiert wird», sagt Welk.Eine starke Nachfrage erfährt traditionell geschnittener Serrano-Schinken. «Saisonal auch die ganze Schinkenkeule mit Knochen und in letzter Zeit auch verstärkt die Ein-Kilo-Packung im Geschenk-Karton», so Thomas Matthäi, Nationaler Verkaufsleiter bei Thomas Niederreuther. Der Trend gehe hier in den letzten Jahren eindeutig zu höherwertigen Waren, sowohl was die Verpackung als auch die Qualitäten betrifft. «Im Trend sind Schweinerassen wie Duroc oder Bellota – und auch die Reifestufen wie Reserva und Gran Reserva.»
Manchego & mehr
Da sich der Preis für den Original Manchego-Käse (DOP) durch reduzierte Milchmengen mittlerweile um mehrere Euro pro Kilogramm verteuert habe, werden laut Stefan Zimmer, Vertriebsleiter bei Carl Fr. Scheer, häufig entsprechende Alternativen verkauft. Beispielsweise Schafskäse ohne geschützte Herkunftsbezeichnung oder Käse aus anderen Milcharten wie etwa Ibérico, der aus einem Mix von Kuh-, Ziegen- und Schafmilch besteht. «Sehr beliebt und zunehmend erfolgreich sind Schafskäse mit verschiedenen Zutaten. Einer der stärksten Artikel in unserem Portfolio ist Schafskäse mit Trüffel.» Geschmacklich ergänzen lässt sich eine leckere Käseplatte etwa mit Feigen- und Dattelbrot.
Nicht zu vergessen ist, dass auch besonders spanisches Olivenöl durch seinen Geschmack und die Vielseitigkeit in der Alltagsküche überzeugt und entsprechend auf der Fläche präsentiert werden kann. «Im Handel werden durch Spanien-Wochen, Genussinseln und Storytelling emotionale Kaufanreize für den Verbraucher geschaffen und so potenziell die Verweildauer am Point of Sale erhöht», sagt Jonas Mettenmeyer, Marketing Manager bei Feinkost Dittmann. Er empfiehlt, insbesondere kurz nach den Ferienzeiten gezielt das Thema «Urlaub» aufzugreifen. Oder wie wäre es mit Bio-Meersalz und -Guacamole, die man bei der Rodriguez Group etwa im Portfolio hat? Dazu Frischfleisch vom Ibérico- oder Duroc-Schwein, das in Deutschland immer beliebter wird. «Beim Pulpo, Duroc und Ibérico sprechen wir Kunden an, die Qualität und auch Genuss kaufen. Wir haben die letzten Jahre stets steigende Absatzzahlen und können hier keine Preissensibilität feststellen», sagt Geschäftsführer Manuel Rodriguez. Eine vorteilhafte Ausgangslage für den Handel!
Tipp
Zu den beliebtesten Gerichten der spanischen Küche zählen in Deutschland neben der klassischen Paella vor allem Tapas. Besonders gefragt sind hier Oliven, Artischocken, Patatas Bravas mit Mojo (knusprige Kartoffelwürfel mit pikanter Tomatensosse), Pimientos de Padrón (gebratene grüne Paprika), Tortilla Española (Kartoffel-Ei-Omelett), Albóndigas (Fleischbällchen in Tomatensosse), Gambas al Ajillo (Garnelen in Knoblauchöl), Jamón Ibérico (luftgetrockneter Edelschinken), Queso Manchego (Schafskäse) sowie Calamares (frittierte Tintenfischringe).
Für einen Hauch von Spanien sorgt man nicht nur mit authentischen Gerichten, sondern auch mit den passenden Getränken. Es lohnt sich also, stets auch spanische Weine, Sekt (Cava), Sherry (Jerez) und Liköre in den Fokus zu rücken und am POS erlebbar zu machen. Ideal sind auch Non-Food-Artikel wie Fähnchen oder Flaggenpicker als Dekoration für die spanische Fiesta.