Knusprig, abwechslungsreich im Geschmack und schnell zubereitet: Flammkuchen erfreuen sich unter den Konsumenten grosser Beliebtheit – nicht zuletzt, weil sie sich bestens an unterschiedliche Geschmacksvorlieben und Anlässe anpassen lassen. Das bietet dem Handel attraktive Chancen, die es zu nutzen gilt.
Flammkuchen, auch bekannt als «Tarte flambée», hat seine Wurzeln in der traditionellen elsässischen Küche. Ursprünglich als einfaches Gericht der Bauern gedacht, bei dem dünn ausgerollter Teig mit Sauerrahm bestrichen und anschliessend mit Zwiebeln sowie Speck belegt und in sehr heissen Öfen gebacken wurde, haben sich Flammkuchen im Laufe der Jahrhunderte zu einem kulinarischen Klassiker entwickelt. Heute ist die Spezialität weit über die Grenzen der Region hinaus beliebt und steht für geselligen Genuss. Das kommt nicht von ungefähr.
Die Warengruppe wächst seit Jahren kontinuierlich über alle Altersgruppen, so eine Beobachtung des Herstellers Gustavo Gusto. Klar, denn Flammkuchen wird als rustikales, handwerkliches Produkt angesehen und greift dazu den Trend Regionalität auf. Das kommt bei den Konsumenten an. Hinzu kommt: Die emotionale Nähe des Produkts zum Elsass und zu Frankreich bietet eine Projektionsfläche für alle frankophilen Geniesser und liefert das sprichwörtliche «Stück Frankreich für zu Hause».
Erlebbare Mehrwerte
Die Kategorie Flammkuchen überzeugt darüber hinaus durch ihren Convenience-Faktor: «Die Produkte sind schnell zubereitet und eignen sich bestens für genussvolle Momente im Alltag – ob als unkompliziertes Abendessen oder als Highlight beim geselligen Abend», so Judith Petit, Head of European Brand Activation and Corporate Communications bei der Original Wagner Pizza GmbH. Dem fügt Kristina Eikhoff, Brand Manager Bistro bei Dr. Oetker Deutschland hinzu: «Er ist mit seinem hauchdünnen, knusprigen Boden eine beliebte Alternative zu Tiefkühlpizzen und wird häufig als etwas «Besonderes» wahrgenommen. Daher wird er gerne als Partyfood, gemeinsames Essen mit Freunden oder zum Teilen mit spontanem Besuch serviert.»
Gleichzeitig bietet Flammkuchen Raum für Vielfalt: Die Kombination aus knusprigem Boden und kreativem Belag ermöglicht eine breite Range – von klassisch bis modern. «Und diese vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sprechen eine breite Zielgruppe an und laden zum individuellen Gestalten ein – eines der Hauptmotive für den Kauf», sagt Sabine Kahrer, Geschäftsleitung Marketing bei Tante Fanny.
Als wachsendes Segment im Tiefkühlregal punktet Flammkuchen zudem mit einer stabilen Nachfrage und guten Rotationsraten, so eine Beobachtung von Original Wagner Pizza. «Besonders spannend: Flammkuchen ergänzt die Pizza-Kategorie. Das schafft neue Verzehranlässe und spricht damit zusätzliche Zielgruppen an», informiert Judith Petit.
Qualitätsbewusste Haushalte
Die Zielgruppe reicht laut Kauffer’s, dem Hersteller aus dem Elsass, vom Studenten bis zur Familie. Und damit passe Flammkuchen sich tatsächlich jeder Lebenssituation an – sei es ein schnelles Abendessen mit einer kleinen Salatbeilage, ein geselliger Snack unter Freunden oder ein gemütlicher Abend beim Sportevent. Bei Familienfeiern oder anderen festlichen Anlässen lässt sich der Flammkuchen ganz einfach in kleine Stücke schneiden und teilen.
Tante Fanny sieht die Zielgruppe etwas differenzierter. Die Käufer von bereits fertigen Flammkuchen als auch von Flammkuchenteigen und -böden seien vor allem moderne, qualitätsbewusste Haushalte, die Wert auf unkomplizierte, schnelle und dennoch kreative Zubereitungsmöglichkeiten legen. «Der Flammkuchenteig bietet dabei eine flexible Grundlage für die mannigfaltigen Geschmacksvorlieben – von klassisch mit Speck und Zwiebeln bis hin zu vegetarisch oder international inspiriert», berichtet Sabine Kahrer. Die Produkte bedienen damit das Bedürfnis nach individuell anpassbaren, schnellen Mahlzeiten mit einem gewissen Genussanspruch. Und dieses Profil passe damit perfekt zur heutigen Ernährungskultur und den unterschiedlichen Lebensstilen der Konsumenten.
Absatzhöhepunkt im Herbst
Flammkuchen und auch Flammkuchenböden haben sich mittlerweile zu einem Ganzjahresartikel entwickelt. Einen Höhepunkt im Absatz gibt es allerdings. «Er wird traditionell zu Federweisser serviert, was ihn zu einem typischen Gericht für den Spätsommer und Frühherbst macht. Somit stellte der September auch im vergangenen Jahr den absatzstärksten Monat* für TK-Flammkuchen dar»,so Kristina Eikhoff. In dieser Phase wird Flammkuchen traditionell besonders gerne genossen, da er kulinarisch hervorragend zum ersten, jungen Wein der Saison passt. «Diese kulinarische Kombination ist für viele Konsumenten ein fixer Bestandteil der Spätsommer- und Frühherbstzeit, was sich auch deutlich in Umsatz und Absatz widerspiegelt», so Christian Werner, Geschäftsleitung Vertrieb bei Tante Fanny.
Saisonal und international
Doch dank saisonaler Rezepturen bleibt die Kategorie das ganze Jahr über relevant und attraktiv. «Flammkuchen mit Mozzarella und Peperoni eignet sich besonders gut für laue Sommerabende auf der Terrasse, während die Variante mit Raclette-Käse und Kartoffeln ein echter Winterliebling ist», erklärt Marie Kieffer, Produktmanagerin bei Kauffer’s. Dabei ist der Klassiker mit Speck und Zwiebeln der Bestseller, darin sind sich die Hersteller einig. «Die Verkaufszahlen zeigen, dass klassische Sorten und Rezepturen deutlich vorne liegen», diese Beobachtung bekräftigt auch Gustavo Gusto. Dennoch lässt sich beobachten, dass kreative Varianten mit einem modernen Twist zunehmend das Interesse der Shopper wecken. «So lange sie nicht zu weit vom Ursprungsgeschmack abweichen. Ausgefallene Rezepturen funktionieren am besten, wenn sie vertraute Elemente kreativ neu interpretieren», bemerkt dazu Andreas Hutter, Geschäftsführer der Flammkuchen Profi GmbH. Das Unternehmen stellt auch eine steigende Nachfrage nach vegetarischen Varianten fest sowie nach internationalen und saisonalen Interpretationen etwa mit Ziegenkäse, Kürbis oder Spargel.
Fakt ist: Bei der Topping-Wahl haben sowohl klassische als auch kreative Rezepturen ihre Berechtigung und tragen gemeinsam zum Erfolg des Flammkuchen-Segments am Point of Sale bei. «Der traditionelle Belag mit Speck und Zwiebeln bietet vielen Konsumenten einen Einstieg und schafft Vertrauen in das Produkt. Ungewöhnliche Geschmackskombinationen wecken Neugierde, inspirieren zur eigenen Interpretation und setzen oft spontane Kaufimpulse», resümiert Christian Werner.
Chancen für den Point of Sale
Cross-Selling-Ideen für den Absatz von frischen Flammkuchenböden und TK-Varianten
Die Creme
Schmand eignet sich gut, um den Flammkuchen zu bestreichen. Am ehesten erreicht man den Geschmack, wenn man Sauerrahm und Crème fraîche halbe-halbe mischt. Schmand hat mit einem Fettgehalt zwischen 24 und 28 Prozent einen etwas geringeren Fettanteil als Crème fraîche (mind. 30 %).
Sauerrahm wird auch aus Rahm hergestellt. Mit einem Fettgehalt von mindestens 10 Prozent ist er von den dreien allerdings der fettärmste. Tipp: Für ordentlich Farbe sorgt eine kräftige Prise Kurkuma im Sauerrahm – so wird er ansprechend gelb.
Pesti sind eine geschmacksintensive Unterlage für das Topping. Von Basilikum über Tomate bis hin zu Steinpilzen. Tipp: Sämtliche Milchprodukte mit etwas Pesto mischen, dies verleiht Sauerrahm & Co. Farbe und sie werden gleichzeitig aromatisiert.
Gewürze
Egal ob tiefgekühlte Variante oder frische Flammkuchenböden zum Selbst- belegen – Gewürze wie etwa «Café de Paris» sorgen für das gewisse Etwas, mittlerweile werden auch bereits fertige Flammkuchen-Gewürzmischungen angeboten.
Zubehör
Die Spezialität aus dem Elsass lässt sich auf einem Pizzastein wunderbar einfach zubereiten und gelingt auf dem Grill wie frisch aus dem Steinofen. Das Geheimnis sind die hohen Temperaturen: Durch das poröse Material des Pizzasteins wird Flüssigkeit entzogen, so dass der Flammkuchen in kürzester Zeit schön knusprig und locker gerät. Zudem sollte der Handel das Nonfood-Zubehör unter anderem um Flammkuchenbretter, Spachtel zum Auftragen der Creme, Pizzaschneider, Schieber und Servietten in verschiedenen
Designs ergänzen.