Avocados sind bei den Shoppern äusserst beliebt. Die Importmenge der fettreichen Früchte hat sich in den letzten fünfzehn Jahren fast verzehnfacht. Sie überzeugen mit ihrem cremigen Fruchtfleisch und ihrem frischen, nussigen Geschmack, zudem sind sie direkt verzehrbar und gelten obendrein als gesund.
Herkunft
Die Avocado (Persea americana) kommt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Mittelamerikas. Schon die Maya und Azteken kultivierten Avocados. Inzwischen werden die beliebten Früchte weltweit in den Tropen und Subtropen sowie im Mittelmeerraum angebaut. Die Weltproduktion von knapp 9 Millionen Tonnen wird zu 72 Prozent in Mittel-, Süd- und Nordamerika erzeugt.
Lieferländer & Saison
Avocados sind ganzjährig im Handel erhältlich. Während sie von Oktober bis Mai hauptsächlich aus Chile, Kolumbien, Spanien, Israel, Marokko, der Dominikanischen Republik und Mexiko nach Deutschland importiert werden, kommen sie von Frühsommer bis Herbst aus Peru, Kenia, Südafrika und Tansania in den Handel.
Avocado-Konsum
Den höchsten Verbrauch in Europa hatte im Jahr 2024 Norwegen mit einer Menge von 2,6 Kilogramm pro Kopf. In den Ländern Nordeuropas wurden 2,1 Kilogramm pro Kopf verbraucht, in Frankreich verzeichnete man einen Pro-Kopf-Verbrauch von 2,3 Kilogramm, in Deutschland von 2 Kilogramm und im Vereinigten Königreich von 1,8 Kilogramm.
Inhaltsstoffe
Die Avocado zählt mit 5 bis 30 Prozent Fett zu den fettreichsten Früchten. Das hochwertige Öl enthält vor allem die einfach ungesättigte Ölsäure sowie die mehrfach ungesättigte Linol- und Linolensäure. Avocados sind kohlenhydratarm, ballaststoffreich und haben einen Proteinanteil von ein bis zwei Prozent. Sie sind reich an den Mineralstoffen Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Zudem enthalten sie neben etwas Provitamin A und Vitamin C reichlich Vitamine der B-Gruppe sowie die Vitamine E und K.
Sorten
Hass: ei- oder birnenförmig, runzelige, ledrige Schale, die sich während der Reifung von dunkelgrün nach braunschwarz färbt, 18 bis 20 Prozent Fett, mittelgrosser Samen, exzellenter besonders nussiger Geschmack. Auf Hass entfällt circa 90 Prozent der Weltproduktion.
Fuerte: birnenförmig, grüne, dünne, ledrige Schale, 16 bis 18 Prozent Fett, mittelgrosser Samen, sehr guter, nussiger Geschmack. Mini- oder Cocktail-Avocados (kleine samenlose Früchte) werden meist von der Sorte Fuerte angeboten.
Bacon: eiförmig, grüne, dünne, glänzende, ledrige Schale, 18 Prozent Fett, grosser Samen, früh reifend, guter Geschmack.
Ettinger: birnenförmig, hellgrüne, sehr dünne, glatte Schale, 18 bis 22 Prozent Fett, grosser Samen, früh reifend, sehr guter Geschmack.
Pinkerton: birnenförmig, teilweise mit langem Hals, dunkelgrüne, mitteldicke, ledrige, runzelige Schale, 18 bis 25 Prozent Fett, kleiner Samen, sehr guter, nussiger Geschmack.
Semil 34: ei- oder birnenförmig, grüne, leicht unebene bis glatte Schale, 7,5 bis 15 Prozent Fett, mittelgrosser Samen, guter bis exzellenter Geschmack.
Ernte & Reifung
Avocados können am Baum nicht zur Genussreife heranreifen, da sie nur hartreif geerntet und transportiert werden können. Geerntet werden sie, wenn die Früchte ihre für die Sorte typische Grösse und Fettgehalt erreicht haben. Im Handel erhältlich sind sowohl genussreife Früchte, die bereits vor dem Verkauf nachgereift sind, sowie hartreife Früchte, die vor dem Verzehr zuhause bei Zimmertemperatur noch einige wenige Tage nachreifen müssen.
Lagerung
Avocados sind kälteempfindlich. Hartreife Früchte der meisten Sorten, wie Fuerte oder Hass, können bei 5 bis 8 Grad Celsius etwa zwei bis vier Wochen gelagert werden. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte 85 bis 95 Prozent betragen. Ein Wachsüberzug auf den Früchten kann vor Austrocknung schützen. Zum Nachreifen benötigen die Früchte Temperaturen von 15 bis 25 Grad Celsius. Die genussreifen Früchte vertragen etwas tiefere Temperaturen als die hartreifen Früchte und können so für etwa ein bis zwei Wochen gelagert werden.
Reife & Qualität
Eine reife Avocado gibt auf leichten Fingerdruck nach. Die Schale kann je nach Sorte hell- oder dunkelgrün sein oder sie färbt sich, wie bei der Sorte Hass, mit zunehmender Reife braunschwarz. Wenn bei der Reifung jedoch dunkle oder schwarze Flecken auf der Schale erscheinen, ist das ein Hinweis auf Kälteschäden und Infektionen mit Fäulniserregern. Die Schäden sind dann auch am Fruchtfleisch als dunkle Verfärbungen zu erkennen. Solche Früchte sind nicht mehr zum Verzehr geeignet.
Öko- und Klimabilanz
Avocados verbrauchen beim Anbau viel Wasser und verursachen aufgrund des Transportweges und der Nachreifung einen hohen CO2-Ausstoss. Daher empfiehlt sich die Wahl von Avocados, die in regenreichen Gebieten oder mit einem verantwortungsvollen Wassermanagement angebaut werden sowie Avocados aus europäischem Anbau mit kürzeren Transportwegen und die Wahl hartreifer Früchte. Bio-Avocados vermeiden darüber hinaus Pestizideinträge in die Umwelt.
Verwendung
Avocado kann in Scheiben geschnitten in Salaten, Bowls, Wraps oder als Brotbelag verzehrt werden. Zerdrückt als Mus, verfeinert mit Zwiebel, Tomate, Knoblauch und Limettensaft, abgerundet mit etwas Salz und Chili wird daraus Guacamole, ein leckerer mexikanischer Dip. Avocado kann aber auch warm zubereitet werden, gefüllt, überbacken, aus dem Backofen oder vom Grill. Die Avocado verändert beim Erhitzen jedoch ihren typischen Geschmack. Wer den Geschmack der rohen Avocado in ein warmes Gericht integrieren möchte, sollte die Avocado erst am Schluss hinzugeben. Und auch für süsse Zubereitungen eignet sich die Avocado, wie etwa zusammen mit Bananenmus als Smoothie oder mit Schokolade als cremiges Dessert.
Quellen: BLE, BZL, Destatis, FAO, Eurostat, CIRAD, Frida Food Data (frida.fooddata.dk), version 4.2, 2022, National Food Institute, Technical University of Denmark