Situative Strategien für den Point of Sale

Montag, 06. April 2026
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Die deutsche Bio-Branche meldet erneut Rekordumsatz. Dabei überschreitet allerdings die Nachfrage längst das Inlandsangebot. Doch wer sind die Käufer von Bio? Ein Blick auf Shopper und die Kaufmotive, auf Absatzkanäle – und die Trends im Markt.

Es wird knapp in Deutschland: Bei den gängigsten Feldgemüsearten kommen die Erzeuger nicht nach, rund 40 Prozent der Bio-Möhren wurden im Jahr 2024 importiert. Bei Milch, Joghurt und Butter steigen die Importe (2022: 22 %, 2024: 24 %), ein Drittel des Bio-Schweinefleischs stammte 2024 aus Nachbarländern; im Jahr 2025 kamen weitere Lieferländer hinzu. Als «vertane Chance» bezeichnet Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bio-Verbands BÖLW, die Situation. Deutliche Signale aus der Politik seien nun gefragt. Rund zwölf Prozent der Argrarflächen waren im Jahr 2025 Bio-Flächen. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche auf 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche gesteigert werden, so das Ziel der Bio-Strategie der deutschen Bundesregierung. Der wachsende Zuspruch laut Branchenreport 2026 des BÖLW zum Auftakt der Biofach Mitte Februar: Die deutsche Bio-Lebensmittelbranche verzeichnet in 2025 mit einem Umsatz von 18,23 Milliarden Euro erneut ein Rekordjahr. Damit wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent.
 
Best performance in der Drogerie
Das Umsatzplus basiert wie in 2024 auf einem Absatzplus. Die Verbraucherpreise blieben für das Trockensortiment stabil; die Preise für frische Bio-Waren stiegen um zwei Prozent. Im LEH legte das Bio-Segment mit 8,7 Prozent Plus (12,8 Mrd. Euro) zu und erreicht 70 Prozent Anteil am Bio-Markt. In den Vollsortimentern wuchs der Bio-Umsatz 2025 um 8,6 Prozent, stärker als in den Discountern (+ 6,7 %). Bei den Discountern macht sich im Trockensortiment die Konkurrenz durch Drogeriemärkte bemerkbar: Hier performte Bio bereits das dritte Jahr in Folge mit einem Plus von 14,4 Prozent am erfolgreichsten und erreichte einen Marktanteil von elf Prozent am gesamten Bio-Markt.
 
Zielgruppen für Bio 
«Jung liebt Bio» titelt der Bio-Verband das Ergebnis: Rund 90 Prozent der GenZ kaufen Bio. Ins Detail geht eine YouGov Analyse, die vier Käufergruppen beschreibt: Das «Postmaterielle Milieu» erzielt die höchsten Bio-Umsätze und Bio-Absätze. Bio ist hier Ausdruck von Haltung, von werte- und sinnbasierten Motiven. Für «Performer» spielen Bio-Marken eine wichtige Rolle. Ihre Kaufmotivation ist stärker leistungs- und statusorientiert. Für das «Expeditive Milieu» sind unter anderem Innovationsgrad und Storytelling entscheidend, während das «Traditionelle Milieu» Bio preisbewusst einkauft. Das Fazit von Petra Süptitz zu den Käufergruppen, Director Insights & Future Growth bei YouGov: «Erfolgreich sind diejenigen Anbieter, die diese Unterschiede verstehen und Sortiment, Preisgestaltung und Kommunikation konsequent darauf ausrichten.»
 
Trends aus der Bio-Branche
Fakt ist: Die Bio-Branche wird bunter – in der Produktgestaltung ebenso wie im Markenauftritt, inklusive ausdrucksstarker Verpackungen. Farben, so eine Prognose der Biofach-Trendscouts, spielen eine immer grössere Rolle und sprechen ein breiteres, designaffines Publikum an. Ausserdem: Gesundheit zum Trinken liegt im Trend: Ob Shots oder vollwertige Mahlzeiten – die Produkte punkten mit gezielter Wirkung dank Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Probiotika oder Mineralstoffen. Auch das Thema Darmgesundheit gewinnt an Bedeutung. Produkte wie Porridges, Snacks und Aufstriche werden gezielt mit Probiotika und Ballaststoffen angereichert, um ein ausgewogenes Mikrobiom zu unterstützen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Clean-Label-Rezepturen – mit Bio-Zutaten und möglichst wenigen, leicht verständlichen Bestandteilen. 

News

Ob Warenverfügbarkeit, Preissteuerung, Kühlkettenüberwachung oder personalisierte Kundenansprache: Der moderne Handel entscheidet heute in Echtzeit. Dafür braucht es IT-Infrastrukturen, die genauso schnell, zuverlässig und effizient arbeiten wie der Markt selbst. Direkt am Point of Sale.

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Verpackungen beeinflussen Kaufentscheidungen zunehmend, da Verbraucher verstärkt auf die Umweltauswirkungen der verwendeten Materialien achten.

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Die Valora Gruppe knüpfte im vergangenen Geschäftsjahr an ihre positive Entwicklung an und verbesserte ihr operatives Ergebnis weiter.

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Das Unternehmen Johnny Cashew ist beim 129. Markant Handelsforum als Gewinner von voilà! – die Start-up-Arena hervorgegangen.

Umsatzturbos für Bio

Die GenZ – heute 13 bis 28 Jahre alt – ist die Generation, die im Jahr 2023 den höchsten Ausgabenanteil unter den Generationen für Bio-Produkte aufwies: 6,6 Prozent. Damals war die Fridays-for-Future-Bewegung jung und deutlich lauter und aktiver als heute. Seitdem verliert Bio bei dieser Generation – die GenZ gab im Jahr 2024 6,2 Prozent und im Jahr 2025 nur noch 5,5 Prozent ihrer (Taschen-)Gelder für Bio aus. Bei den nächstjüngeren Generationen, den Millennials (bis 44 Jahre) und der sogenannten GenX (bis 60 Jahre) sind die Anteile dagegen gewachsen, auf bis zu 6,2 Prozent. 

Die Käuferreichweite innerhalb der GenZ für Bio-Lebensmittel ist mit dem Ausgabenanteil gesunken, von 93 Prozent auf 90 Prozent. Dabei kommen insbesondere den Discountern und den Vollsortimentern die GenZ abhanden. Kauften im Jahr 2024 noch etwa 75 Prozent aller GenZ im Discount Bio-Produkte, waren es 2025 nur 68 Prozent.

Eine Vorliebe für proteinreiche Produkte und Snacks einerseits sowie das Interesse an Tierwohl andererseits prägen die Generationen GenZ und Millennials. Die Top-Drei-Bio-Kategorien der Jüngeren sind nach den generationsübergreifend an Stelle Eins rangierenden Teigwaren an Nummer Zwei Milchmischgetränke, insbesondere auf Pflanzenbasis, gefolgt von Reisgebäck. Bio-Reisgebäck konnte im Jahr 2025 1,9 Millionen neue Haushalte erobern. Wie unterschiedlich die Generationen ticken, zeigt ein Vergleich mit den Top-Drei-Bio-Artikeln der Baby-Boomer: Teigwaren, Speiseöl, Trinkmilch.

«Damit Bio für die Jugend wieder relevanter wird, ist es wichtig, ihre Bedürfnisse zu erkennen und diese in der Vermarktung von Bio herauszuarbeiten – insbesondere via Social Media», so das Resümee des BÖLW.

Weitere Daten, Hintergründe und Grafiken im Branchenreport 2026 unter: boelw.de/news/branchenreport-2026/

Quelle: Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) 

 

Statement 

Das zweite Jahr in Folge sorgt Bio für deutliches Wachstum und ist damit Leuchtturm im deutschen Lebensmittelmarkt. Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen die Wertigkeit von Bio – trotz Inflation und Wirtschaftskrise.
Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbands BÖLW
Foto: BÖLW/ Maurice Weiss
 

 

Produkte

Tartex 
Der Hersteller startet zum Frühling 2026 eine limitierte Saison-Range: die «Genuss Reise». Die drei neuen Sorten «Kréma Olive», «Salsa Picante» und «Antipasti» holen Urlaubsstimmung ins Glas und bedienen die Lust auf Abwechslung auf dem Brot. Alle drei Sorten sind bio, vegan sowie ungekühlt 13 Monate haltbar (MHD). Die Limited Edition ist im deutschen Lebensmittelhandel bis August 2026 verfügbar.

Freche Freunde 
Neu im praktischen Becher ready-to-go: Baby Freche Freunde bringt vorportionierte Getreidebreie zum Anrühren in die Regale – ganz ohne Abmessen, Wiegen oder Kleckerei. Perfekt für unterwegs oder wenn es schnell gehen muss. In zwei Sorten erhätlich: «Milch-Getreidebrei Griess & Banane» und «Getreidebrei Banane & Erdbeere».

Berchtesgadener Land 
Der neue Bio-Skyr von Berchtesgadener Land überzeugt mit einem hohen Proteingehalt von 44 Gramm pro Becher (400 g), einem milden Geschmack und einer cremig-kompakten Konsistenz. Er eignet sich sowohl pur als auch zum Beispiel als Basis für herzhafte Protein-Dips mit Kräutern zu Gemüsesticks oder als Begleiter zu Tacos und Co zum gesunden Snacken. Der neue Bio-Skyr wird aus Bio-Milch von Naturland-zertifizierten Höfen aus der Berg- und Alpenregion hergestellt und ausschliesslich in der Molkerei Berchtesgadener Land in Piding verarbeitet.

Nabio 
Fruchtig, cremig, köstlich: Mit süssen Mangostückchen, feinen Kokosflocken und Chiasamen bringt die «Porridge Bowl Mango & Chia» das Urlaubsgefühl direkt in den Alltag. Hafer liefert Energie, Chia bietet wertvolle Nährstoffe und die fruchtig-leichte Komposition macht gute Laune bei jedem Löffel. Das Produkt ist vegan und 100 Prozent Bio.

Follow Food 
Zusammen mit Star-Comedian Teddy Teclebrhan hat followfood Stieleis das FIGGO-Eis entwickelt. Zur bisherigen Sorte «Mango Passionsfrucht» aus dem vergangenen Jahr kommt 2026 als zweite Sorte «Himbeer-Vanille» dazu. Das Stieleis überzeugt mit 100 % Bio-Zutaten, ist ohne raffinierten Zucker und kommt mit einer genial simplen Rezeptur: Wasser, Himbeerpüree (31%), Agavendicksaft, Apfelsaft naturtrüb und echte Bourbon Vanille – mehr nicht.

Bohlsener Mühle
Exotisch-pikant bis heimisch-fein sind die neuen Couscous-Salate der Bohlsener Mühle. Die vier neuen Bioland-Sorten «Bohne», «Tomate»», «Garten und «Curry» basieren auf Couscous und je nach Sorte zusätzlich Bulgur. Sie sind in fünf Minuten fertig und eignen sich hervorragend für ein unkompliziertes Mittagessen zu Hause, im Büro oder für unterwegs. Sie bieten eine leckere Basis für Salate, Bowls, Wraps oder Meal-Prep und lassen sich mit frischen Zutaten perfekt ergänzen.

Voelkel
Mit vier neuen 95-Milliliter-Shots in den Sorten «Matcha», «Immun, «Eisen» und «Ballaststoff» ist Voelkel ab sofort auch im Bereich natürlicher Nahrungsergänzungsmittel vertreten. Die Shots versorgen den Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen, Koffein und Ballaststoffen – und das ganz natürlich auf Basis von Frucht, Pflanze, Pilzen und Flechten. Die Zutaten der vier als Nahrungsergänzungsmittel eingetragenen praktischen Helfer im Alltag sind wie immer bei Voelkel 100 Prozent Bio.

Byodo 
Byodo Naturkost bringt mit der neuen «Protein PLUS Pasta» die erste Protein PLUS Bio-Pasta Deutschlands in den Handel. Die innovative Rezeptur aus italienischem Hartweizengriess, proteinreichem Weizeneiweiss und hochwertigem Kürbiskernmehl liefert 20 Prozent Eiweiß – und schmeckt dabei wie klassische Pasta. Die innovative Nudelvariante ist in den Sorten «Fusilli», «Makkaroni» und «Trottole» im Handel erhältlich.

Davert
Der Hersteller erweitert seine Noodle-Cup-Range um ein echtes Genuss-Highlight: den «Noodle Cup Toskana-Style». Er bringt italienisches Flair ins Büro oder nach Hause – schnell, unkompliziert und in bewährter Bio-Qualität. Glutenfreie Spirelli treffen auf sonnenverwöhnte Tomaten, würzigen Käse und aromatisches Basilikum. Das Ergebnis: ein herzhaftmediterranes Tassengericht mit natürlichen Zutaten, das zeigt, wie gut Convenience und bewusster Genuss zusammenpassen.

Bauck Mühle
Als komplett neues Sortiment präsentiert die Bauck GmbH Couscous Bowls auf Reis-Mais-Basis in vier verschiedenen Sorten. Mit der glutenfreien «Taboulé Bowl» wird der Klassiker der arabischen Küche neu interpretiert. Die Tomaten Bowl» kommt mit einer Kombination aus Tomaten und Basilikum daher, versprüht mediterranes Lebensgefühl und ist ebenfalls kontrolliert glutenfrei. Darüber hinaus bringt die Sorte «Curry» feine, asiatische Würze in die heimische Küche, während die «Linsen Bowl » mit roten Linsen und einer Chili-Note etwas schärfer daherkommt. ie Zubereitung der Bowls ist gewohnt einfach und dauert nur fünf Minuten. Damit ist das neue Sortiment aus der Bauck Mühle ideal als schnelle Mahlzeit oder als Basis für Meal-Prep. Außerdem schmecken sie auch lecker als Salat mit frischen, saisonalen Zutaten oder als Pfannengericht.