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Oktoberfest dahoam!

Montag, 18. Mai 2020
Foto: stock.adobe.com/Lydia Geissler

Die diesjährige Wiesn ist abgesagt. Trotzdem findet das Oktoberfest statt, und zwar am POS und «dahoam»! Lesen Sie, welche Wiesn-Schmankerl auf keinem Festbuffet fehlen dürfen.

Für Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter war der 21. April 2020 nach eigenem Bekunden ein trauriger Tag. Die Wiesn sei für viele Menschen, nicht nur Münchner, das zentrale Münchner Fest und Highlight des Jahres. «Und es einfach nicht stattfinden zu lassen, ist schon eine bittere Pille.» Ähnlich betrübt äusserte sich der Stuttgarter OB Fritz Kuhn am 29. April zum Canstatter Wasen: «Die Entscheidung ist hart, aber
es geht nicht anders. Der Schutz der Bürger und der vielen Gäste aus dem In- und Ausland geht vor.»

Wiesn und Wasen fallen aus? Dann feiern wir halt daheim! Vermutlich wird es im gesamten Land unzählige «Oktoberfeste dahoam», im Familien- und Freundeskreis geben, im weiss-blauen Ambiente und mit den typischen Wiesn-Schmankerln. Mit einem breiten Sortiment an Wiesn-Spezialitäten und gezielten Aktionen kann der Handel beim Kunden die Festlaune und die Kaufbereitschaft fördern. «Unsere Märkte werden bayerische Spezialitäten und passende Nonfood-Artikel im Spätsommer definitiv auf der Fläche platzieren und inszenieren», so Robert Schweininger, Geschäftsleitungsmitglied Einkauf bei tegut. Kaufland bestätigt diesen Trend: «Auch wenn das diesjährige Oktoberfest aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde, spielt es bei uns eine Rolle. Wir planen eine Aktion mit Produkten rund um die Wiesn, damit unsere Kunden in diesem Jahr das Oktoberfest zuhause feiern können», teilt uns Andrea Kübler aus der Unternehmenskommunikation von Kaufland mit.

Die Wiesn am POS

Auch Meggle, Kräuterbutter-Spezialist aus Wasserburg am Inn, ist der Ansicht, dass der Handel von der Möglichkeit profitiert, dass Verbraucher die Volksfest-Saison 2020 einfach in die eigenen vier Wände oder den heimischen Garten verlegen werden. Kaufanreize seitens der Hersteller sorgen für verstärkte Aufmerksamkeit der Kunden und versprechen zusätzliche Absätze.

Eine Einschätzung, die Markus Thelen, Marketingleiter Fleischwerke Zimmermann, teilt: «Dieses Jahr werden sich die Anhänger des Oktoberfestes die Freude nicht nehmen lassen und ihr ‹Oktoberfest dahoam› mit Freunden und Familie feiern. Als ehemals königlich bayrischer Hoflieferant stehen die Fleischwerke Zimmermann für bayrische Herkunft und Qualität. Von der Münchner Weisswurst bis zur Leberknödelsuppe bieten wir dazu ein breites Sortiment an bayrischen Schmankerln». POS-Massnahmen unterstützen den Handel: «Ab Mitte Juni startet die grosse On-Pack-Promotion auf der Zimmermann Weisswurst 300 g. Mit der einfachen Mechanik ‹Finde das Gewinnsymbol und gewinne 1000 Euro› stimmen wir auf die Oktoberfestzeit ein und setzen damit gezielte Kaufimpulse am POS. Unterstützt wird die Promotion mit reichweitenstarken Social-Media-Massnahmen, um unsere Kunden gezielt mit unseren bayrischen Schmankerln anzusprechen.» Dann also her mit den Wiesn-Klassikern! Wir haben von Suppe bis Dessert eine Auswahl an typischen Spezialitäten zusammengestellt, mit denen sich die Verbraucher das Oktoberfest-Feeling nach Hause holen können.

Eine gute Grundlage

Das süffige Münchner Bier steht beim Oktoberfest natürlich an erster Stelle, gleichwohl braucht es eine gute Grundlage. Und hier gibt es eine grosse Bandbreite an typischen Wiesn-Schmankerln. So manches Oktoberfest-Menü beginnt mit einer kräftigen Suppe, sie sollte daher nicht auf dem Buffet fehlen. Der Klassiker der bayerischen Suppenküche ist – ganz klar – die Leberknödelsuppe. Die Leberknödel gibt es entweder im Frischeregal, wahlweise aber auch als Konserve. Auch die deftige Hühnersuppe mit Nudeln, viel Hühnerfleisch und frischem Gemüse stillt den ersten Hunger und lässt Platz für weitere Genüsse.

Ein üppig bestücktes Brotzeitbrett ist der perfekte Auftakt für ein gelungenes Wiesn-Buffet. Folgende Zutaten sind ein Muss für eine richtige bayerische Brotzeit: Obatzter, Allgäuer Emmentaler, Wurstsalat, Kartoffelsalat, Krautsalat, Wammerl, Weisswurst, Leberkäse, dazu der entsprechende Senf (süss und / oder scharf), Bayerischer Meerrettich, Gewürzgurken, Radi, Radieschen und resche Brezn. Letztere dürfen durchaus aus dem Tiefkühlregal kommen und daheim aufgebacken werden, hat doch Stiftung Warentest der Tiefkühlware in einem Test im Jahr 2017 ein durchweg gutes Urteil ausgestellt.

«Für Schamel, älteste Meerrettichmarke der Welt, ist das Oktoberfest ein Schwerpunkt in der saisonalen Planung», so Alexander Kirsten, Vertriebsleiter des Baiersdorfer Unternehmens. Unterstützung erhält der Handel mit der POS-Kampagne «Meerrettich für Dein Oktoberfest zu Hause».

Auch Fischfreunde kommen nicht zu kurz: Die Fischsemmel mit Räucherlachs oder Bismarckhering ist schnell zubereitet, und warum Steckerlfisch nicht einmal selbst zubereiten? Alles was es dazu braucht, sind eine frische Makrele und ein einfaches Rezept, das schnell gegoogelt ist.

Vegetarische Schmankerl

Eines der Grundnahrungsmittel auf der Wiesn ist das Grillhendl. Jedes Jahr verzehren die Oktoberfestbesucher rund 500 000 halbe Hähnchen! Zum Klassiker passen Kartoffelsalat oder Pommes frites. Daneben zählen Grillhaxn (Schwein oder Kalb), Spanferkel, Fleischpflanzerl (Frikadelle) und Spareribs zu den kulinarischen Basics, erstere beiden gerne in Begleitung von Knödeln und Kraut.

Die Wiesn-Küche ist in erster Linie fleischlastig, dennoch kommen Vegetarier und Veganer seit einigen Jahren verstärkt auf ihre Kosten: Allgäuer Käsespätzle, vegetarische Maultaschen und Rahmschwammerl (Pilze in Rahmsauce) mit Semmelknödel stehen hoch im Kurs. Vegane Burger, vegetarische Pflanzerl und Bratwürste runden das kulinarische Angebot auch zuhause wunderbar ab. Zudem kann der Handel beim Gemüse auch mit regionalen Produkten punkten.

Auf dem Oktoberfest gibt‘s nur Haxn, Spanferkel und? Von wegen: Die Wiesn hat auch süssen Naschkatzen kulinarisch einiges zu bieten. Ganz oben auf unserer Liste der süssen Spezialitäten stehen Germknödel mit Vanillesauce, Kaiserschmarrn mit Apfelmus und Apfelstrudel mit Vanillesosse. Die Zubereitung dieser wunderbaren Desserts für den heimischen Genuss ist in der Tat etwas aufwändiger. Wer den Aufwand scheut, für den gibt es passende und zudem leckere TK-Produkte wie zum Beispiel Riesen-Germknödel und Apfelstrudel.

Und auch die Dekoration sollte nicht zu kurz kommen. Wer Wiesn-Ambiente schaffen möchte, benötigt keine aufwändigen Utensilien: Tischdecken oder Servietten mit dem charakteristisch-bayerischen weissblauen Rautenmuster sind zünftige Zierde auf jedem Biertisch und lassen Wiesn-Feeling aufkommen.

Wiesn-Emotion zuhause

Ach ja, der Biertisch: Stilecht feiert es sich beim «Oktoberfest dahoam» mit einer Original Bierzeltgarnitur. Die stellt der Senfspezialist Develey ausgewählten Handelsunternehmen als Promotionartikel und für ein Gewinnspiel für die Endkunden zur Verfügung. Carina Wanner, Marketingleitung national bei Develey: «Unserer Meinung nach sollten die Märkte auf die Platzierung nicht verzichten! Die Emotionen können doch auch zuhause gelebt werden. Und indem das viele Menschen machen, können wir auch Zusammenhalt demonstrieren.»

Fazit

Das Oktoberfest 2020 wird anders ausfallen, zurückgenommener, mit Familie und Freunden daheim. Kulinarisch muss jedoch niemand verzichten: Dank passender Convenience-Produkte und speziellen Zutaten können Verbraucher angefangen vom richtigen Wiesn-Bier über Hendl, Brotzeit und Co bis hin zu den typischen Desserts alle Wiesn-Schmankerl daheim geniessen. In diesem Sinne: Einen guten Appetit und ozapft is!

 

Info

Oktoberfest Bier
Münchner Bier ist eine seit 1998 geschützte geographische Angabe für Bier, das innerhalb der Stadtgrenzen der Stadt München von den zum Verein Münchner Brauereien zusammengeschlossenen Brauereien Augustiner Bräu, Spaten-Franziskaner-Bräu, Hacker-Pschorr, Paulaner, Hofbräu und Löwenbräu gebraut wird. Für das Oktoberfest brauen einige Münchner Brauereien ein spezielles Bier, das eine Stammwürze von mindestens 13,5 % aufweisen muss. Es ist
untergärig wie Münchner Hell, hat aber einen höheren Alkoholgehalt, der zwischen 5,8 und 6,4 Volumenprozent liegt.

Die Wiesn – ursprünglich ein Pferderennen
Andreas Michael Dall’Armi, Mitglied der Bayerischen Nationalgarde, hatte die Idee, die Hochzeit von Prinzregent Ludwig von Bayern, dem späteren König Ludwig I., und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen einfach mal
anders zu feiern: nämlich mit einem grossen Pferderennen. Der Kavallerie-Major übermittelte seinen Vorschlag an König Max I. Joseph von Bayern, der auf Anhieb angetan war.

Geheiratet wurde dann am 12. Oktober 1810, und am 17. Oktober fanden die Feierlichkeiten auf der später nach der Braut benannten Theresienwiese statt — mit ebendiesem Pferderennen. Das war die Geburtsstunde des Oktoberfests. Das Fest kam bei der Münchner Bevölkerung derart gut an, dass man beschloss, es jährlich auszurichten. Bald schon gesellten sich weitere Attraktionen wie Karussells, Schaukeln, Varietés und Kuriositätenkabinette hinzu. Das erste Wiesn-Zelt eröffnete Michael Schottenhamel im Jahr 1867. Seit 1950 wird das Oktoberfest jedes Jahr im Schottenhamel-Zelt vom amtierenden Oberbürgermeister durch Anzapfen des Vegetarische Schmankerl ersten Bierfasses eröffnet.