Ohne Kompromisse

Mittwoch, 30. Juli 2025
Foto: stock.adobe.com – Drobot Dean

Die weltweite Kakaoversorgung ist zunehmend unter Druck – durch den Klimawandel, Pflanzenkrankheiten, geopolitische Instabilität und eine stetig steigende Nachfrage. Damit wird aber auch die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage im Kakao- und Schokoladenmarkt immer grösser. Was es jetzt braucht, sind Alternativen, die helfen, den Bedarf langfristig zu decken – und das ohne jegliche Kompromisse.

Schokolade ist eine der beliebtesten Süssigkeiten der Welt. Es gibt sie in unzähligen Varianten – aber eines haben doch alle Schokosorten gemeinsam: Kakao. Kakaobohnen sind ein wertvoller Rohstoff, der nur in tropischen Regionen angebaut wird. Oft geht der Kakaoanbau mit sozialen und ökologischen Problemen einher und die Anbauflächen sind zunehmend von der Klimakrise bedroht. Die Folge davon sind steigende Preise. Es sind allerdings verschiedene Faktoren, die laut dem Bundesverband der Deutschen Süsswarenindustrie e.V. (BDSI). zu einem deutlichen Anstieg der Kakaopreise geführt haben.

Preise auf Rekordhoch
Es ist nicht nur der Klimawandel, der zu häufigeren Extremwetterereignissen führen kann. Sowohl sehr starker Regen, der zur Zerstörung der Kakaoblüte führte, als auch starke Winde, die die Böden extrem austrocknen, sind da zu nennen, ebenso Krankheiten der Kakaobäume wie der Cocoa Swollen Shoot Virus. «All dies führte in Westafrika, dem Hauptanbaugebiet, zu geringeren Ernten. Zudem sind gerade in den wichtigen Anbauländern Côte d'Ivoire und Ghana die Baumbestände teilweise überaltert», erklärt Dr. Torben Erbrath, Geschäftsführer der Fachsparte Kakao und Schokoladenwaren im BDSI. Hinzu komme, dass Lagerbestände von Kakao deutlich abgenommen haben und die internationale Nachfrage nach Kakao immer weiter ansteige. «Auch die Verfügbarkeit wird zunehmend ein Problem. Bereits jetzt haben Hersteller von Schokolade teilweise Schwierigkeiten, notwendige Mengen oder Qualitäten (etwa Bio-Kakao) zu beziehen», berichtet Dr. Torben Erbrath.

Die weltweite Kakaoversorgung ist zunehmend unter Druck. So führten erhebliche Preissteigerungen beim Rohstoff Kakao zu Rekordpreisen (eine Verdreifachung des Preises innerhalb nur eines Jahres), verbunden mit Mengen- und Versorgungsengpässen. So eine Beobachtung von Lambertz. «Diese Entwicklungen und Probleme belasten in erheblicher Weise die Produktionskosten. Entsprechend mussten die Preise – von Hersteller- wie von Handelsseite – für Schokoladen und für Produkte mit Schokolade angepasst beziehungsweise erhöht werden», sagt Prof. Hermann Bühlbecker, Alleingesellschafter der Lambertz-Gruppe.

Trend Nachhaltigkeit
Sollte die Zukunft von Schokolade daher neu gedacht werden? Fakt ist: «Ökologie und Nachhaltigkeit liegen im Trend und steigen in der Verbrauchergunst – vor allem bei jüngeren Konsumenten. Produkte, die diesen Anspruch erfüllen – und dies gilt gerade auch für Kakaoalternativen – nehmen deshalb an Bedeutung zu», sagt Prof. Hermann Bühlbecker, Alleingesellschafter der Lambertz-Gruppe. Sie sind unabhängig vom Rohstoff Kakao – und können so dabei helfen, Lieferketten langfristig widerstandsfähiger zu machen», erklärt Dr. Sara Marquart, Co-Founder von Planet A Foods. Weiter fügt sie hinzu: «Angesichts der wachsenden Lücke zwischen Angebot und Nachfrage im Kakao- und Schokoladenmarkt braucht es Alternativen, die helfen, den Bedarf langfristig zu decken – ohne Kompromisse im Geschmack und ohne höhere Preise für Konsumenten.» 

Innovative Konzepte
Das Münchner Start-up Planet A Foods hat daher die Kakaoalternative ChoViva entwickelt. Sie wird aus wenigen, einfachen und natürlichen Zutaten hergestellt. Dabei werden Sonnenblumenkerne, wie Kakaobohnen, ähnlich dem Fermentationsprinzip veredelt, schonend geröstet und anschliessend, je nach Rezeptur, mit weiteren Zutaten wie Zucker und pflanzlichen Fetten verarbeitet. «Durch die Vermeidung von unter anderem Waldrodungen und durch kürzere Lieferwege sparen wir mit ChoViva circa 80 Prozent CO₂ im Vergleich zu Schokolade ein», so Dr. Marquart. ChoViva ist allerdings kein eigenständiges Produkt, sondern eine innovative Zutat, die als nachhaltige Alternative für die Lebensmittelproduktion gedacht ist. Sie bietet einen Geschmack wie Schokolade und kann gleichermassen verarbeitet werden.

Kakaoalternative ChoViva
Erste Produkte mit ChoViva wurden im September 2023 in deutschen Supermarktregalen angeboten. Mittlerweile ist ChoViva in über 40 Produkten und in fünf Ländern zu finden, darunter Deutschland, Frankreich und Grossbritannien.
«Cereola Der Klassiker» war 2023 als erstes Süssgebäck mit einem Überzug aus ChoViva eine Innovation auf dem Gebäckmarkt. Und laut Griesson - de Beukelaer eines der erfolgreichsten Neuprodukte im Jahr 2023. «Dass wir jetzt auch ChoViva einsetzen, bedeutet nicht, dass wir in Zukunft komplett auf Schokolade verzichten wollen – wir sehen ChoViva vielmehr als wertvolle Ergänzung in unserem Produktportfolio», sagt Sibyl Faylor, Leiterin Marketing bei Griesson - de Beukelaer.
Neben dem Hersteller haben auch weitere bekannte deutsche Markenartikler wie Treets, Wawi, Lindt & Sprüngli Produktkonzepte mit der Kakaoalternative auf den Markt gebracht. Ferner plant die Marke «Sun Rice» ihre komplette Produktrange (Original, Crunchy und White) ab Mitte 2025 vollumfänglich auf die kakaofreie Schokoladenalternative ChoViva umzustellen.

Kakaoalternative Nukoko
Darüber hinaus gibt es noch weitere nachhaltige Alternativen. So hat das britische Start-up Nukoko nach eigenen Aussagen die weltweit erste kakaofreie «Bean-to-Bar»-Schokolade entwickelt. Das Unternehmen verwendet dafür ein zum Patent angemeldetes Fermentationsverfahren, das die traditionelle Kakaofermentation nachahmt. Dieses Verfahren erzeugt die charakteristischen Schokoladenaromen aus Ackerbohnen. Ackerbohnen können laut dem Unternehmen problemlos in der EU und fast überall auf der Welt angebaut werden und helfen sogar bei der Verbesserung der Bodenqualität und gegen Bodenerosion. Es müssten auch keine Flächen entwaldet werden, da auf bestehenden Ackerflächen angebaut werden könne. Um die kakaofreie Schokoladenalternative aus Ackerbohnen auf industrielle Ebene ausweiten, hat Nukoko mit dem Lebensmittekonzern Döhler mit Sitz in Darmstadt im November vergangenen Jahres eine strategische Partnerschaft geschlossen. «Momentan sind wir noch in der Phase der grosstechnischen Versuche. Unser Produktlaunch steht noch vor dem Jahresende an, entsprechende Marktprodukte werden also nicht lange auf sich warten lassen», sagt Stefanie Engel, Market Segment Manager Food Global bei der Döhler Gruppe.
Diese Herstellungsinnovation soll die Kohlenstoffemissionen im Vergleich zu herkömmlichen kakaohaltigen Produkten um bis zu 90 Prozent reduzieren. Ausserdem soll die Schokolade von Nukoko gesünder sein als herkömmliche Schokolade, da sie 40 Prozent weniger Zucker und mehr Proteine, Ballaststoffe und Antioxidantien enthält, ohne dabei an Geschmack einzubüssen.

In diesem Kontext lautet ein Resümee von Prof. Hermann Bühlbecker, Alleingesellschafter der Lambertz-Gruppe: «Eine erfolgsversprechende Zukunft haben vor allem solche Produkte, deren Eigenschaften durch nachweisliche Verbesserungen in der Nachhaltigkeit – etwa beim Anbau und bei der Ernte, durch verkürzte Transportwege und gerade auch durch eine deutliche CO2- und Energiereduzierung charakterisiert sind.»

Alternative zu Kakaopulver
Carob, auch als Johannisbrotbaum bekannt, bietet eine Alternative zu Kakaopulver an. Das Carobpulver wird aus den Schoten des Johannisbrotbaums hergestellt und hat sich aufgrund seiner vielen gesundheitlichen Vorteile und seines einzigartigen Geschmacks als Ersatz für Kakao etabliert.

Carob hat laut dem Unternehmen Kraftmischer einen süsseren, milderen Geschmack als Kakao und enthält von Natur aus kein Koffein oder Theobromin, die beiden Stimulanzien, die in Kakao vorkommen. Dieser süsse Geschmack mache es möglich, den Zuckeranteil in Rezepten zu reduzieren, wenn Carob als Ersatz für Kakao verwendet werde. Carobpulver kann in einer Vielzahl von Rezepten eingesetzt werden, darunter Backwaren, Desserts, Smoothies und heisse Getränke. Es kann eins zu eins gegen Kakaopulver ausgetauscht werden, was es laut Kraftmischer zu einer einfachen und vielseitigen Zutat macht.

Wachsende Nachfrage
Kakao- sowie Schokoladenalternativen haben sich mittlerweile eine feste Position im Markt erarbeitet. Der Trend wird anhalten, darin sind sich die Experten einig. «Wir sehen, dass Schokoladenalternativen, die geschmacklich überzeugen, immer mehr Resonanz im Markt finden – das zeigt sich in der stetig wachsenden Nachfrage», so eine Beobachtung von Dr. Sara Marquart. Angesichts anhaltender Herausforderungen wie dem Klimawandel würden solche Produkte in Zukunft noch deutlich an Relevanz gewinnen. «Sie sind unabhängig vom Rohstoff Kakao – und können so dabei helfen, Lieferketten langfristig widerstandsfähiger zu machen.»

Sicherlich werden Schokoladen-Alternativen für verschiedenste Produkte ihren Weg in den Markt finden und auch vom Verbraucher akzeptiert werden. «Zunächst wird das sicherlich bei solchen Produkten der Fall sein, in denen Schokolade nicht die Hauptrolle spielt, sondern eine Abrundung des gesamten Geschmacksprofils ist», sagt Stefanie Engel. Im Markt sind Waffelprodukte, Müslis oder Nusssnacks bereits zu finden, vermutlich werden aber auch Pralinen, Tafelschokoladen und Hohlfiguren in nächster Zeit eine grössere Rolle spielen. Dass die konventionellen Schokoladenprodukte trotz der Widrigkeiten weiterhin eine hohe Relevanz haben werden, davon sind die Branchenexperten überzeugt. «Allerdings wird der Markt mit weiteren Preissteigerungen umgehen müssen, was zu verschlankten Sortimenten führen dürfte und somit auch zu einer stärkeren Innovationskraft bei Schokoladen-Alternativen», ist Engel überzeugt. Und damit wird auch die Vielfalt im Regal grösser. «Im Augenblick wird von unterschiedlichen Anbietern an Kakaoalternativen gearbeitet. Insofern werden diese – augenblicklich jedoch auch nur auf einer kleinen Basis – vielleicht in der Zukunft den Kakaomarkt sogar etwas entlasten», resümiert Claus Cersovsky, CEO der Gubor-Gruppe.

Motivation für den Kauf
Der wichtigste Faktor für den Kauf einer Schokoladenalternative ist der Geschmack.  Das Produkt muss genauso gut schmecken wie Schokolade. Fast genauso wichtig: der Preis. «Shopper sind nicht bereit, deutlich mehr zu bezahlen. Nachhaltigkeit wird meist eher als positiver Zusatz wahrgenommen – wenn der Rest stimmt», so Dr. Sara Marquart. Die Motivation der Shopper Schokoladenalternativen zu kaufen, sieht Gubor darin: «Der Preis spielt sicherlich eine Rolle und sicherlich auch die Verwendung von regionalen Rohstoffen, die kürzere Anfahrtswege haben», erklärt Claus Cersovsky. Durch die Verwendung von ChoViva konnte der Hersteller den aktuellen Preis von Sun Rice auf dem bisherigen Preisniveau halten. «Ansonsten hätten wir das Produkt aufgrund der höheren Rohstoffpreise anpassen müssen. Die Verkaufspreise werden aber ausschliesslich vom Handel festgelegt», so Claus Cersovsky CEO der Gubor-Gruppe. Auch aus Sicht von Döhler ist der Preis der grösste Treiber für das Interesse an der Schokoladenalternative. «Generell lässt sich sagen, dass die Alternative Nukoko günstiger sein wird als der von Kakao. Wie viel günstiger genau hängt von vielen Faktoren ab und kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht prozentual oder absolut benannt werden», sagt Stefanie Engel.

Zukunft der Schokolade
Trotz der Preiserhöhungen im LEH, die in der Spitze bei rund 30 Prozent liegen, sind herkömmliche Schokoladen-Produkte nicht zum elitären Luxusgut geworden, darin sind sich die Branchenexperten einig. «Sie sind sicherlich deutlich teurer geworden, stellen aber keine Produktgruppe dar, die sich nur reiche Kunden leisten wollen und können», so Prof. Hermann Bühlbecker. Es ist auch nicht zu erwarten, dass originäre Schokoladenprodukte aufgrund dieser Alternativen aus den Regalen verschwinden. «Wir haben es mit einer neuen Art der Auswahlmöglichkeiten im Segment zu tun, mit der die Produktwünsche der Verbraucher – spannend, vielseitig und trendig – erweitert werden», resümiert so der Firmeninhaber von Lambertz.

Darüber hinaus bieten die Alternativen auch ein höheres Mass an Mengen- und Versorgungssicherheit, als dies etwa momentan bei klassischem Kakao beziehungsweise klassischer Schokolade der Fall ist. Auch dies ist für viele Hersteller ein zentraler Aspekt beim Einsatz von Kakao-/Schokoladen-Alternativen.

 

News

Foto: pieksmichnicht GmbH

Bei der Jahresauftakt-Veranstaltung der voilà! Start-up-Arena in Frankfurt ging das Stuttgarter Start-up pieksmichnicht als erster Pitch-Gewinner dieses Jahres hervor. Das Gründerpaar Sarah und Erkan Eroglu konnte die Jury mit seinen pflanzlichen Anti-Mücken-Stickern für Babys und Kinder überzeugen.

Foto: Kaufland

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind übergewichtig, bewegen sich zu wenig und ernähren sich zu ungesund. Laut einschlägigen Studien leidet etwa jedes vierte Kind zwischen fünf und 19 Jahren an Übergewicht. Diese Herausforderung gehen Kaufland und die Philipp Lahm Stiftung nun gemeinsam an.

Fotos: stock.adobe.com – volody10

Das Umweltbundesamt (UBA) und die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) haben auf ihrer Jahrespressekonferenz Ende Januar die neuesten Zahlen zum Verpackungsrecycling präsentiert.

Fotos: Jörg Nicht / VDM

Deutsche Verbraucher greifen verstärkt zum Naturprodukt Mineralwasser.

Kakaoverordnung

Die Kakaoverordnung definiert klar, wann sich ein Produkt Schokolade nennen darf. Bei neuen Produkten bedarf es einer Einzelfallprüfung, ob es sich um ein neuartiges Lebensmittel nach der sogenannten Novel-Food-Verordnung (EU) handelt. Darunter werden solche Lebensmittel verstanden, die vor dem Stichtag 15.05.1997 noch nicht in nennenswertem Umfang in der EU für den menschlichen Verzehr verwendet worden sind und bestimmten, in der genannten Verordnung aufgeführten Lebensmittelgruppen zugeordnet werden können. Seit 2018 ist die Dauer des Verfahrens festgeschrieben. Nach Eingang des Antrags bei der Europäischen Kommission stellt sie den Mitgliedstaaten diesen zur Verfügung und beauftragt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA mit einer wissenschaftlichen Bewertung. Die EFSA hat für das Gutachten 9 Monate seit Antragstellung Zeit. Bei traditionellen Produkten aus Drittstaaten, die neu in der EU zugelassen werden sollen, verkürzt sich die Frist auf 6 Monate. Der BDSI hat selbst keine Erfahrungen mit dem Zulassungsverfahren. Hier kann gegebenenfalls ein spezialisierter Anwaltskollege aus dem Bereich Lebensmittelrecht weiterhelfen.

Aus dem Kakao- und Schokoladenbereich sind zwei Novel-Food-Zulassungen aus den letzten Jahren bekannt:

  • Genehmigung des Inverkehrbringens von Fruchtfleisch, Saft und konzentriertem Saft aus dem Fruchtfleisch von Theobroma cacao L. als traditionelle Lebensmittel aus einem Drittland
  • Genehmigung des Inverkehrbringens von Zucker aus dem Fruchtfleisch der Kakaopflanze (Theobroma cacao L.) als neuartiges Lebensmittel

Ein Antrag und die Prüfung nach der Novel-Food-Verordnung ist mit Rechtsunsicherheiten und mit der o.g. langen Frist verbunden. Dadurch werden Innovationen erschwert.

Quelle: BDSI

 

Rohkakaolieferländer Deutschlands

Netto-Importe der zehn wichtigsten Lieferländer 2023, Angaben in Tonnen (Anteil am Gesamtvolumen in Prozent)

  1. Cote d’Ivoire
    286 000 (66,8%)
  2. Ghana
    53 000 (12,4%)
  3. Ecuador
    25 000 (5,8%)
  4. Nigeria
    22.000 (5,1%)
  5. Kamerun
    21 000 (4,9 %)
  6. Peru
    10 000 (2,3%)
  7. Dominikanische Republik
    6000 (1,4%)
  8. Nicaragua
    2000 (0,5%)
  9. Madagaskar
    2000 (0,5%)
  10.  Liberia
    400 (0,1%)

Quelle: BDSI

 
 

Marktprognose
von Schokolade 

Deutschland: Die Umsätze mit Schokolade in Deutschland werden im laufenden Jahr voraussichtlich um etwa 2 % über denen des Vorjahres liegen und etwa 8,2 Mrd. Euro erreichen. Dabei werden pro Kopf ungefähr 98 Euro umgesetzt. Für das Jahr 2030 rechnen die Marktforscher mit einem Umsatz von 9,7 Mrd. Euro sowie mit einem Pro-Kopf-Umsatz von 116,90 Euro. Dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 3,21 % (CAGR 2025-2030).
 
Österreich: Der Umsatz mit Schokolade wird sich dieses Jahr auf voraussichtlich 257,40 Mio. Euro belaufen. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch wird bei etwa 1,71 kg liegen und der Umsatz pro Kopf wird sich auf  28,24 Euro belaufen. Zudem prognostizieren die Marktforscher für das Jahr 2030 ein Marktvolumen von 310,13 Mio. Euro. Dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 3,74 % (CAGR 2025-2030).  
 
Schweiz: Laut den Prognosen der Marktforscher wird der Umsatz im Markt Schokolade in diesem Jahr etwa 1,31 Mrd. Euro betragen. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch wird bei voraussicht-
lich 6,99 kg liegen, ferner wird pro Kopf schätzungsweise 145,88 Euro umgesetzt. Für das Jahr 2030 rechnen die Marktforscher mit einem Marktvolumen von 1,45 Mrd. Euro. Dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 2,09 % (CAGR 2025-2030).
 
Quelle: Statista
 
 
 

Statements

Wir lieben Schokolade und essen sie selbst sehr gerne. Unser Ziel ist es nicht, Schokolade zu ersetzen, sondern sie sinnvoll zu ergänzen. Angesichts der wachsenden Lücke zwischen Angebot und Nachfrage im Kakao- und Schokoladenmarkt braucht es Alternativen, die helfen, den Bedarf langfristig zu decken – ohne Kompromisse im Geschmack und ohne höhere Preise für Konsumenten.
Dr. Sara Marquart,
Co-Founder, Planet A Foods 
Foto: Planet A Foods, Maria Boger
 
 
 
Konventionelle Schokoladen-
produkte werden weiterhin eine hohe Relevanz haben, allerdings wird der Markt mit weiteren Preissteigerungen umgehen müssen, was zu verschlankten Sortimenten führen dürfte und somit auch zu einer stärkeren Innovationskraft bei Schokoladen-Alternativen.
Stefanie Engel,
Market Segment Manager
Food Global, Döhler Gruppe
 
 
Wir nutzen Schokoladen-Alternativen vorrangig aus dem Grund, weil sie mit nachhaltigen, ressourcenschonenden Faktoren verbunden sind und weil die Verbraucher diese ökologischen Eigenschaften immer mehr nachfragen. Zudem bieten diese Alternativen auch ein höheres Mass an Mengen- und Versorgungssicherheit, als dies etwa momentan bei klassischem Kakao beziehungsweise klassischer Schokolade der Fall ist. Auch dies ist für uns ein zentraler Aspekt beim Einsatz von Kakao-/Schokoladen-Alternativen. Diese Alternativen sind günstiger als klassischer Kakao beziehungsweise klassische Schokolade. Dies hat auch Einfluss auf unsere Angebotspreise. Die Endverbraucherpreise bestimmt ausschliesslich der Handel.
Prof. Hermann Bühlbecker, Alleingesellschafter,
Lambertz-Gruppe 
 
 

Die Zukunft von Schokolade wird ständig neu gedacht, schliesslich gibt es immer wieder Innovationen. Wer hätte vor einem Jahrzehnt noch gedacht, dass man auch den Saft der Kakaopulpe als Zutat verwenden kann? Oder hätte man sich vor Jahren eine weisse Schokolade mit Machatee vorstellen können? Was die Zukunft des Kakaos betrifft, werden allerdings im Sektor Strategien entwickelt, um zum Beispiel dem Klimawandel gewachsen zu sein. Wie auch in unseren Breiten verschieben sich Klimazonen und damit die Anbaubedingungen. Das wird nicht nur für Kakao sondern für viele landwirtschaftliche Erzeugnisse eine der zentralen Herausforderungen. 
Dr. Torben Erbrath, Geschäftsführer der Fachsparte Kakao und Schokoladenwaren, BDSI

 
 
 
 
 

Produkte

Rübezahl Schokoladen 
Die Marke Sun Rice stellt ihre komplette Produktrange mit den Varianten «Original», «Crunchy» und «White» vollumfänglich auf die kakaofreie Schokoladenalternative ChoViva um. Die Alternative auf Sonnenblumenkernbasis schmeckt auch ohne Kakao wunderbar schokoladig. Die Umstellung geht bei Sun Rice gleichzeitig mit einem umfangreichen Verpackungs-Relaunch einher.

Griesson - de Beukelaer 
Vegan, mit nachhaltigeren Zutaten und ideal für alle, die gerne Gutes naschen: «De Beukelaer Cereola Der Klassiker mit ChoViva» kombiniert den beliebten Cereola Keks mit einem Überzug aus ChoViva,  einer kakaofreien Schokoladenalternative, die in einem neuartigen Herstellungsprozess aus Sonnenblumenkernen entsteht und mit feinen Röstaromen die Cereola Kekse zu einem leckeren Geschmackserlebnis abrunden.

Lambertz
Lecker und nachhaltig sind die neuen Lambertz-Produkte mit der kakaofreie Schokoladen-Alternative ChoViva. Lambertz setzt auf eine neue, zukunftsweisende Zutat für schokoladigen Geschmack: ChoViva – ganz ohne Kakao, hergestellt mit einem klimafreundlichen Konzept.  Regional angebaute, 100 Prozent natürliche Zutaten wie Sonnenblumenkerne werden in einem innovativen, fermentationsähnlichen Prozess zu einer zartschmelzenden Köstlichkeit veredelt, die genauso gut wie Schokolade schmeckt. Die «Lambertz Erdnussberge» (Abb.) und «Knusper Flakes» sind mit ChoViva umhüllt.