Käse entdecken

Mittwoch, 30. April 2025
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Viele Verbraucher haben Lust auf Käsegenuss. Und Freude daran, sich neue Geschmackserlebnisse zu verschaffen und innovative Sorten kennenzulernen. Darüber hinaus haben auch bewährte Käseklassiker nach wie vor viel Potenzial.

Welche Vielfalt Käse generell bedeutet, erahnt man schon, wenn man seinen Blick allein auf die Schweiz richtet. Mehr als 700 vornehmlich Hart- und Schnittkäse-, aber auch Weichkäse-Spezialitäten sind hier erhältlich, wie Andreas Müller, Geschäftsführer Switzerland Cheese Marketing (SCM) berichtet: «Die vier Topseller der Eidgenossen an den deutschen Käsetheken sind nach wie vor und mit grossem Abstand der Appenzeller, Le Gruyère AOP, Emmentaler AOP und Tête de Moine AOP». Laut NielsenIQ wurde mit Schweizer Käse an deutschen Käsetheken 2024 der dritthöchste Umsatz erzielt. Auf den Plätzen eins und zwei lagen deutscher und niederländischer Käse. Danach folgten gleichauf Produkte aus Österreich sowie Italien vor Frankreich, Spanien, Dänemark und Irland.
 
Prepack ist gefragt
Für Stefan Zimmer, Vertriebsleiter bei Carl Fr. Scheer, ist das Interesse der Shopper an Käse gross. Gleichzeitig sieht er, dass es für viele Märkte herausfordernd ist, Käsetheken wirtschaftlich zu betreiben. Man denke an den Fachkräftemangel, jüngere Verbraucher, die die Bedienung nicht mehr in gleicher Weise wertschätzen und ihre Kaufentscheidung lieber unabhängig von einer persönlichen Beratung und ohne Wartezeiten treffen: «Insofern rückt das Thema Prepacking immer stärker in den Fokus.» Nach Zimmers Beobachtung gerät das Mittelpreissegment ein Stück unter Druck: «Die Spezialitäten im Premium-Bereich werden gut nachgefragt.» Produkte aus Büffelmilch hätten in den letzten Jahren stark getrendet – Mozzarella zum Beispiel, der insgesamt stark zulegen konnte. «Die gesamte Palette an mediterranen Produkten ist stark gewachsen.» Ab dem Frühsommer soll bei Carl Fr. Scheer unter der Marke «Schwarzer Büffel» daher eine eigene Produkt-Range auf Basis von Büffelmilch zu haben sein. 
 
Volker Zuck, Geschäftsführer von Ruwisch & Zuck, sieht Weichkäse aus Büffelkäse ebenfalls als einen klaren Trendartikel an. Und: «Besondere Produkte aus Schaf- sowie Ziegenmilch und auch aus Kuh-Rohmilch haben Spezialitätencharakter.»
 
Sich abheben
Holger Meyers, Vertriebsleiter bei Heiderbeck, wünscht sich, dass sich die guten Bedientheken verstärkt auf echte Spezialitäten fokussieren. Darunter versteht er etwa Produkte mit Alleinstellungsmerkmalen oder solche, bei denen es um die besondere Herkunft, Herstellung oder Affinage geht und die sich von Industrieprodukten oder Varianten aus dem SB-Regal unterscheiden: «Damit schaffen die Theken einen Mehrwert und eine Distanzierung zum Wettbewerb. Kaufkräftige Kunden sind die Folge und damit eine positive Auswirkung auf das Gesamtsortiment.» Der Trend hin zu guten Produkten ist für ihn ungebrochen. Am Erfolg von Burrata beispielsweise lasse sich erkennen, dass der Konsument sehr empfänglich ist für neue Produkte und Rezepte. «Man kocht wieder und das auf hohem Niveau. So lassen sich mit neuen Ideen, zum Beispiel Scamorza zum Grillen, ganz neue Ansätze finden.»
 
Je nach Zielgruppe
«Wir sehen einen anhaltenden Trend zu Produkten, die für Regionalität und authentische Herkunft stehen», sagt Jan Pieper, Leitung Marketing bei Bergader. Entwicklungen, die das Unternehmen aus der Voralpenregion mit Käsespezialitäten aus regionaler Milchwirtschaft bedient. Neue SB-Käsescheiben in auffälligem Design richten sich an junge Kunden. Das neue Thekenprodukt «Lottes Liebling» eignet sich für alle, die sich mit Blick auf die Kalorien ernähren möchten. «Ein fettarmer, aber trotzdem cremiger Weichkäse, der gesundheitsbewussten Geniessern eine schmackhafte Alternative bietet», so Pieper. Die kompakten Minitorten aus dem «Almzeit»- oder «Bavaria blu»-Sortiment sollen auch kleinere Haushalte ansprechen, in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten mit einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis punkten und so zum Probieren sowie zu Impulskäufen einladen. Schliesslich greifen viele Verbraucher aktuell bevorzugt zu preiswerteren und aktionierten Käsen. 
 
Ein Wachstum auf hohem Preisniveau sei schwierig – genauso wie Produkteinführungen mit einem Verkaufspreis von etwa drei Euro pro 100 Gramm, wie Andreas Müller von SCM betont. Aber glücklicherweise gibt es eben immer noch die Verbraucher, für die Qualität und Genuss die wichtigsten Kaufkriterien sind und die weiter zu den hochwertigen Käsen an den Theken greifen. Für sie kommt unter anderem die «Appenzellerin Elegant» genau passend, der Käse ist nun auch in Deutschland erhältlich.

News

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Statements

Trotz Corona ist die Nachfrage nach Spezialitäten, also Besonderheiten, die nicht Standard sind, ungebrochen. Es werden aber in der Regel statt drei Sorten nur noch zwei gekauft – oder statt 200 Gramm nur 150 Gramm.
Volker Zuck, Geschäftsführer Ruwisch & Zuck

Wir erleben, dass preiswerte Ware mit guten Qualitäten eher gelebt wird als der «Bauch in der Mitte», den man im Sortiment bislang mit sich geführt hat. Insofern setzen wir bei unserem Sourcing sehr stark darauf, Artikel zu finden, die vergleichbare Produkteigenschaften liefern wie teilweise auch Premium-Produkte, die sich preislich aber doch sehr viel zugänglicher zeigen. 
Michael Scheer, Geschäftsführer Carl Fr. Scheer

An der Frischetheke ist die qualifizierte Beratung durch das Personal unverzichtbar: Wer dem Kunden einen echten Mehrwert bietet, sorgt nicht nur für zufriedene Käufer, sondern auch für steigende Umsätze.
Jan Pieper, Leitung Marketing, Bergader 

Qualifizierte Mitarbeiter- schulungen zu Produktwissen, Verkaufstechniken und Sensorik – bis hin zur Ausbildung als Fromelière/Sommelière sind entscheidend für den erfolgreichen Absatz von Premium-Sorten und reduzieren Abschriften durch den kompetenten Umgang mit der Ware. 
Andreas Müller, Geschäftsführer Switzerland Cheese Marketing 

Enorm erfolgreich sind Platzierungen ausserhalb der Kühlung. Wir bieten eine Liste von mehr als 80 Artikeln an, die nach gängigen Qualitätsvorgaben ungekühlt verkauft werden können: etwa Bergkäse, Stilfser oder Comté. Hier gibt es dann viele Möglichkeiten, über Schneidetische, Sonderaufbauten oder Kombinationen mit Wein den Kunden zu «verführen». Die Absatzsteigerungen sind nachweislich erheblich. 
Holger Meyers, Vertriebsleiter Heiderbeck 

 

Das Auge isst mit

Als unverzichtbare Umsatzbringer am POS sieht Holger Meyers von Heiderbeck Spezialitäten-Klassiker wie Bergkäse, Parmigiano Reggiano, Pecorino, Gruyère, Comté oder die Schweizer Sortenkäse – insbesondere die länger gereiften Varianten. Dazu Stilfser, Alta Badia und Dolomit aus Südtirol. Im Weichkäsesegment dürfen für ihn etwa Brie de Meaux, Epoisse, Weinbergkäse und verschiedene Ziegenkäsevarianten nicht fehlen. «Italien bietet hier Abwechslung mit Besonderheiten wie Taleggio, La Tur, natürlich Büffelmozzarella und Burrata, die längst die deutsche Küche erobert haben.» Klar, dass die Produkte auch Käseplatten veredeln können, auf denen etwa auch «Basics» wie Gouda und Maasdammer oder je nach Länderfokus Cheddar oder Manchego zum Zugreifen animieren. Kleine Camemberts, Ziegenspezialitäten oder blütenummantelte Frischkäse können ebenfalls Inspirationen für aussergewöhnliche Käse-Charcuterie-Boards sein. Daher lohnt es sich, diese besonders hervorzuheben: «Die neuen Cabriotheken mit drei oder mehr Etagen geben die Möglichkeit, von der klassischen Truhe hin zu einer attraktiven Präsentation zu wechseln».

Dankbar sind Kunden übrigens auch für Tipps, mit denen sich die Käsesorten auf den angesagten Holzbrettchen optisch lecker zu verschiedenen Anlässen arrangieren lassen. Zeigen Sie also, wie sich Käsescheiben zu Tütchen rollen lassen oder sich mit verschiedenen Schnitttechniken (Würfeln, Ecken, Scheiben) einfach eine grosse Wirkung erzielen lässt. Auch Obst und Gemüse passen – entsprechend angerichtet – gut dazu!

 

Probierfreuden

Kunden schätzen auch beim Käsekauf Abwechslung und lassen sich mit Innovationen zum Testen einladen. Was aussergewöhnlich und mit besonderen Geschmacksnuancen daherkommt, weckt die Neugierde. Daher lohnt es sich, entsprechende Neuzugänge (oder saisonale Wiederkehrer) in den Fokus zu rücken, sei es Wasabi-Käse, Frischkäse mit Frühlingswiebeln, Hart- und Weichkäse-Varianten mit Bärlauch oder Schnittlauch, Schafskäsebällchen, die mit Tomaten-Basilikum-Gewürzpanade umhüllt sind, Schnittkäse im Kräutermantel, um Whisky-Noten veredelte Minilaibe oder fruchtige Hartkäsekreationen mit getrockneten Cranberrys oder Blaubeeren.

 

Produkte

Switzerland Cheese Marketing 
Die «Appenzellerin Elegant» ist eine neue Käsespezialität für alle, die es zwar vollmundig mögen, aber weniger würzig und milder als beim klassischen «Appenzeller»-Sortiment. Der Käsebruch wird höher erhitzt, sodass der Teig kürzer und fester wird. Konsistenz und Mundgefühl unterscheiden sich dadurch deutlich. Auch für die warme Küche geeignet.

Bergader 
Modernes Design und humorvolle Markenbotschaft: Mit seinen drei Spezialitäten aus frischer Alpenmilch möchte Bergader Schwung ins Kühlregal bringen. Die Auswahl reicht vom «Gipfelkäse» (zart und mild) über den «Brotzeitkäse», der sich angenehm würzig präsentiert, bis hin zum vollmundigen, proteinreichen «Bergsteigerkäse». Für trendbewussten Käsegenuss.

Lactalis
Die «Leerdammer Knusperminis» mit Leerdammer und Mozarella zeigen sich aussen knusprig und innen cremig. Sie eignen sich für die warme Verwendung – als Snack zwischendurch genauso wie als Beilage zu Salaten oder Bowls – und lassen sich einfach in Ofen, Pfanne oder Heissluftfritteuse zubereiten. In den beiden Sorten «Natur» und «Pfeffer-Chili» zu haben.

Heiderbeck 
«Dolomit» heisst die jüngste Kreation von Bergmilch Südtirol – ein Werk des Mila-Käsemeisters Ludwig Tschurtschenthaler. Der Hartkäse aus 100 Prozent Südtiroler Kuhmilch reift acht Monate lang und ist von einer rustikalen Rinde ummantelt, die während der Reifung einer Sulz aus Salzwasser, Rotkultur und Pflanzenkohle affiniert wird. Fruchtige Noten verschmelzen mit malzigen Röstnoten.

Carl Fr. Scheer/Käse Scheer 
Unter der Marke «Schwarzer Büffel» wird das Unternehmen Carl F. Scheer ab dem kommenden Frühsommer eine Range an Molkereiprodukten aus Büffelmilch anbieten, darunter Büffel-Hirtenkäse, -Camembert sowie -Joghurt natur. Das klare, minimalistische und dennoch auffällige Verpackungsdesign verspricht auch einen Genuss für das Auge.