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E-Zigarette: Allgemeine Verunsicherung

Dienstag, 14. April 2020
Foto: AdobeStock (Roman Stetsyk)

88 Prozent der E-Zigaretten-Händler klagen über teils massive Umsatzeinbrüche. Die Konsumenten sind verunsichert. Dabei haben die Vorfälle in den USA und Bremerhaven durch illegalen Drogenkonsum nichts mit der E-Zigarette zu tun.

Als die Tabak-Konzerne vor sieben Jahren in den E-Zigaretten-Markt einstiegen, begann eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Innerhalb kürzester Zeit stieg die Umsatzkurve steil nach oben. Auch in Deutschland jubelte die Branche über exorbitante Steigerungsraten. Lagen die Zahlen 2013 noch bei 100 Millionen Euro, waren sie 2015 dreimal so hoch. Von 2016 bis 2018 ging’s ähnlich rasant weiter. Durch die mittlerweile 2,5 Millionen E-Zigaretten-Konsumenten machte der Umsatz mit Geräten und Liquids nochmals einen Sprung: von 412 auf 670 Millionen Euro (Quelle: Euromonitor International). Daraus ergibt sich ein Plus von 62 Prozent. Entsprechend positiv fielen die Wachstumsprognosen der Marktforscher für die kommenden drei Jahre aus. In den USA rechneten sie mit einer Umsatzsteigerung von 5,3 auf 7,3 Milliarden Dollar. Doch plötzlich sieht die Lage ganz anders aus. Beim «E-Cigarette Summit 2019» im November in London korrigierten die Experten ihre Einschätzungen: Statt einem Plus befürchten sie für 2020 ein Minus von 40 Prozent. Erstmals in der Geschichte der E-Zigarette ist von einer «Krise» und einem «Wendepunkt» die Rede. Nicht nur in den USA, sondern weltweit! Auch in Deutschland ziehen dunkle Dampfschwaden auf. Das bestätigt eine Umfrage durch das Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG): 88 Prozent der E-Zigaretten-Händler klagen über massive Umsatzeinbrüche. Knapp die Hälfte bewertet die Perspektiven als schlecht bis sehr schlecht. Viele kehren wieder zurück zu herkömmlichen Tabak-Produkten. Für immer weniger Raucher ist der Umstieg aufs Dampfen eine Alternative. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands des eZigarettenhandels (VdeH): Nur fünf Prozent der Raucher wollen E-Zigaretten ausprobieren, 91 Prozent lehnen dies ab. 57 Prozent, das sind drei Punkte mehr als 2017, halten E-Zigaretten für ebenso schädlich oder sogar schädlicher als herkömmliche Tabakprodukte. Dabei sei es genau umgekehrt, wie der VdeH-Vorsitzende Michal Dobrajc betont. «In der Wissenschaft besteht Konsens, dass Dampfen weniger schädlich ist als Rauchen.» Ein Grund für den «höchst besorgniserregenden Informationsstand der Bevölkerung» ist für den VdeH «die mangelnde Aufklärung durch Gesundheitsbehörden und Politik». Ein zweiter die «undifferenzierte Berichterstattung». Nach dem Konsum von zunächst mysteriösen Substanzen gab es in den USA im Herbst laut «Spiegel» 47 Tote. Aus ähnlichen Gründen mussten kurz darauf mehrere Personen in Bremerhaven ins Krankenhaus. Beide Fälle wurden von vielen Medien in Zusammenhang mit der E-Zigarette gebracht.Allerdings waren hierfür gepanschte Liquids mit THC (Cannabis-Substanz) verantwortlich. «Also illegale Drogen», wie BfTG-Vorsitzender Dustin Dahlmann verdeutlicht. Das bestätigte die US-Gesundheitsbehörde. Auch das Deutsche Krebsforschungsinstitut und das Bundesinstitut für Risikobewertung gaben Entwarnung für reguläre E-Zigaretten.

Info

Tabakfreie Menthol-Alternative
Am 20. Mai 2020 endete EU-weit die Übergangsfrist zum Abverkauf von menthol­isiertem Tabak und Zigaretten. Die beiden Hersteller Reemtsma und Heintz van Landewyck haben darauf reagiert.

Reemtsma. Die E-Zigarette myblu von Reemtsma bietet in dem Kontext eine mögliche Option, mit der nicht auf frisches Menthol-Aroma verzichten werden muss. Mit der Geschmacksrichtung Menthol finden Kunden dort frischen, tabakfreien Geschmack in den Nikotinstärken 9 bzw. 18 mg/ml – oder komplett nikotinfrei. Zusätzlich ist die Sorte myblu Intense Touch Menthol in der Nikotinstärke 18 mg/ml erhältlich. Insgesamt kann zwischen 16 verschiedenen Liquid-Varianten gewählt werden. Neben dem klassischen Menthol-Liquid mit süsslich-scharfem Minz-Aroma bestechen bei myblu auch die Varianten Blue Ice mit Menthol und fruchtigem Blaubeer-Aroma sowie Eucalyptus Lemon mit Menthol und Zitrone.

Heintz von Landewyck
Von diesem Verbot sind viele Menthol Produkte unterschiedlicher Marken betroffen, die grösstenteils vom Markt genommen werden. Bei Landewyck betrifft dies die Zigaretten-Produkte Elixyr Green und Ducal Green. Beim Feinschnitt endet der Verkauf der Elixyr Green-Dose und der Ducal Green-Dose. Daher wird aus Elixyr Green jetzt in Zigarette und Tabak Elixyr+. Beide wechseln ihren Namen sowie ihr Aussehen und werden ab Mai als Elixyr+ in den Regalen stehen. In der Zigaretten-Variante mit 23 Stück zu 6,80 € (Preis- und Inhaltsgleich zur 23er-Packung Elixyr Red, Gold und Goa) und in der Dose zum Stopfen mit 115g zu 15,80 € (Preis- und Inhaltsgleich zur Elixyr Red- und Blue-Dose). Besonders am Konzept von Elixyr+ ist, dass die gewohnten, fein abgestimmten Mischungen der Elixyr Green-Produkte erhalten bleiben. Wegen des Aroma-Verbots ab Mai, aber natürlich ohne Menthol-Geschmack. Treue Ducal Green-Nutzer finden in dem bestens bekannten Ducal Gold-Tabak übrigens ihre Grundmischung und ihren gewohnten Schnitt wieder.

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JUULpods enthalten ein eigens entwickeltes nikotinhaltiges E-Liquid, das unter strengen Qualitätskontrollen gemischt und speziell für die Bedürfnisse von erwachsenen Rauchern entwickelt wurde.