Deodorants sind heute ein fester Bestandteil der täglichen Hygiene-Routine. Dabei sind die Kundenbedürfnisse differenziert, und so differenziert zeigt sich die Kategorie auch im Handel.
Deodorants sollen gegen unangenehme Gerüche schützen, und das effektiv und sehr lange. Für Verbraucher steht die Wirksamkeit im Vordergrund. In dem Kontext beobachtet Beiersdorf Folgendes: «Der Trend zu immer längeren Wirksamkeiten und besonders starkem Schutz bei Deodorants spiegelt das wachsende Bedürfnis der Verbraucher nach langanhaltendem Schutz und Zuverlässigkeit wider.» Aktuell zeige die Hidrofugal «Forte Doppel Schutz»-Reihe, mit der höchsten Wirksamkeit im Hidrofugal-Sortiment, auch das grösste Wachstum innerhalb des Markenportfolios.
0 % Aluminium
Besonders gefragt sind nach Beobachtung von Straub-Cosmetics auch Deodorants ohne Aluminiumsalze (mit Ausnahme von Anti-Transpiranten), Alkohol oder Mikroplastik, die gleichzeitig effektiv und schonend wirken. Das bestätigt auch Beiersdorf: «Während einerseits der Wunsch nach immer stärkerem Schutz vor Schweiss existiert, ist «0 % Aluminium» für zwei von drei Deo-Nutzern wichtig, unabhängig von Markenverwendung oder Altersgruppe.» Dazu resümiert Christopher Gerling, Geschäftsführer von Straub-Cosmetics: «Der Wunsch nach Transparenz und ehrlicher Kommunikation über Inhaltsstoffe ist ebenfalls deutlich gestiegen.»
Konzepte mit Mehrwert
Gefragt sind vor allem Konzepte mit Mehrwert. So findet sich der Hautpflegetrend «Skinification» auch in der Deo-Kategorie wieder. Hier wird im Bereich Deo nicht nur die Geruchsbekämpfung oder der Schutz vor Schweiss berücksichtigt, sondern auch die Pflege der Haut. Diese Deodorants zielen darauf ab, die Haut zu hydratisieren, zu beruhigen und zu schützen. «Produkte mit zusätzlichen Benefits wie Hautpflege werden immer beliebter. Multifunktionalität, sprich die Kombination von Deo- und Hautpflege sowie der ‹Skinification›-Trend – also die Integration pflegender Skincare-Inhaltsstoffe wie Aloe Vera oder Hyaluronsäure in Deodorants gewinnen immer mehr an Bedeutung», berichtet Julia Michel, CMO bei Laverana.Im Kommen ist laut Beobachtung von Beiersdorf auch «Overnight»-Anwendungen. Die Produkte werden abends aufgetragen, um während des Schlafs ihre Wirkung zu entfalten, während die Schweissdrüsen weniger aktiv sind. Diese Produkte versprechen eine intensive Pflege oder Wirkung über Nacht, um am Morgen Zeit zu sparen.Zusammengefasst lässt sich den grössten Mehrwert in den Bereichen Performance mit guter Hautverträglichkeit und Pflegeigenschaften, Schutz der Kleidung vor weissen und gelben Flecken sowie Duftvariationen erkennen.
Vielfältige Duftwelt
Für die Verbraucher geht es bei der Verwendung von Deodorants nicht nur darum, sich frisch zu fühlen, sondern auch gut zu riechen. «Angenehm frische und auch blumige Varianten mit einem verlässlichen und langen Schutz vor Gerüchen sind sehr gefragt», stellt dazu Katharina Günther, Junior Brand Manager Fa bei Henkel Consumer Brands, fest. Bei Beiersdorf erkennt man einen Trend in Richtung «Gourmand & Sommerdüfte», zudem sei das Thema Duft Layering stark im Kommen. Duft-Layering ist die Methode, mehrere Düfte (Parfums, Body Mists etc.) übereinander aufzutragen, um eine individuelle und einzigartige Duftkomposition zu schaffen. In dem Kontext sieht Straub-Cosmetics in Unisex- und intensiven Duftwelten eine starke Nachfrage, da sie sich leicht in den Alltag integrieren lassen, insbesondere wenn es korrespondierende Layer-Düfte gibt.
Zweit- und Dritt-Deo
Darüber hinaus geht der Trend zur parallelen Verwendung mehrerer Deos, darin sind sich die Hersteller einig. Die Konsumenten verwenden, je nach Anwendungssituation unterschiedliche Applikationsformen. Neben dem beliebten Spray greifen Konsumenten beispielsweise vor dem Sport zu Deo-Cremes, um Hautreizungen zu vermeiden oder verwenden auf Reisen Roll-ons oder Sticks, da sie praktisch im Handling sind. «Neben einem Deo für den Alltag und einem für den Sport oder auf Reisen, verwenden Konsumenten gerne ein weiteres Deo mit Duftcharakter für besondere Anlässe», sagt Christopher Gerling, Geschäftsführer bei Straub-Cosmetics. «Das eröffnet uns spannende Möglichkeiten im Sortiment – sowohl in Hinblick auf Formatvielfalt als auch Duftrichtungen. Unsere Strategie ist daher, gezielt differenzierte Produkte zu entwickeln, die sich ergänzen und zur individuellen Lebensweise passen.»
Chancen für den POS
Wenn es um die Anwendung geht, dann greifen die Verbraucher laut Laverana am liebsten zu Sprays (Aerosole), sie dominieren weiterhin den Deomarkt, gefolgt von Roll-ons. «Gerade im Naturkosmetiksegment sind Roll-ons besonders beliebt, aber auch Deo-Cremes holen auf – vor allem bei bewussten Konsumenten, die Wert auf nachhaltige Verpackung und sanfte Anwendung legen», sagt Julia Michel. Auch bei Henkel beobachtet man eine zunehmende Nachfrage nach alternativen Formaten zu Sprays, besonders die Nachfrage nach Sticks sei wachsend. Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass vor allem Konzepte mit guter Hautverträglichkeit und Pflegeeigenschaften, einem Schutz der Kleidung vor weissen und gelben Flecken sowie Duftvariationen am Point of Sale am besten performen. Darauf sollte der Handel setzen. Aber auch das Thema Nachhaltigkeit sollte er im Auge haben.
Kaufimpuls Umwelt
Denn: Ein wichtiges Kaufkriterium, das in seiner Bedeutung wächst, ist die nachhaltige Verpackung und ethisch gewonnene Rohstoffe. Dies gilt gerade auch für die Kategorie Deodorants. Verbraucher wünschen sich heutzutage Produkte aus recycelbaren Materialien und auch Nachfülloptionen. «Der Umweltaspekt ist dabei ein wichtiger Kaufimpuls, im Vordergrund steht allerdings immer die Produktperformance – also der zuverlässige Geruchsschutz, optimale Verträglichkeit und Pflege», berichtet Julia Michel.
Fakt ist: Die Kaufkriterien und Bedürfnisse der Shopper sind vielfältig und individuell. Dies gilt es am Point of Sale mit dem entsprechenden Angebot abzubilden. Denn passgenaue Produkte sorgen nicht nur für zusätzliche Impulskäufe, sondern tragen auch zur Kundenbindung bei.