Die Trends in der Truhe

Dienstag, 11. Juni 2013
Foto: J. Brockstedt

Möglichst keinen Aufwand, möglichst wenig Zeit – die Deutschen mögen es beim Kochen convenient. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach Tiefkühlkost immer weiter steigt. Die neuesten Trends und Entwicklungen.

2012 stieg der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch jedes Bundesbürgers an Tiefkühlkost um 100 Gramm an – von 40,9 auf 41 Kilogramm, so die neuesten Erkenntnisse des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti). Der Absatz von Tiefkühlprodukten konnte im Lebensmittelhandel um ein Prozent auf 1,76 Millionen Tonnen zulegen, der Umsatz sogar um 2,5 Prozent auf mehr als sieben Milliarden Euro. Für das Umsatzplus seien vor allem Preisanpassungen verantwortlich, heißt es beim dti. Das MARKANT Magazin nimmt die Warengruppen TK-Gerichte, TK-Gemüse, TK-Pizza, TK-Kartoffeln, TK-Backwaren und TK-Fisch genauer unter die Lupe.

TK-Gerichte

Im Lebensmittelhandel entwickelten sich 2012 die TK-Teilgerichte (+2,6%) und die Komplett-Fertiggerichte (+2,8%) mengenmäßig gleichermaßen gut. Zu Eintöpfen und Suppen griffen die Verbraucher hingegen weniger (-4,8%). „Bei den Fertiggerichten nehmen wir derzeit einen starken Trend hin zu Snackprodukten wahr“, sagt Bastian Pauls, Leiter Marketing und Sales im Hause Prima Menü. Ebenfalls gefragt: hochwertige Premiumprodukte. „Wichtig ist den Verbrauchern auch die Natürlichkeit der Produkte“, so Nina Engelbrecht, Marketingleiterin bei Iglo. Der Verzicht auf Zusatzstoffe und eine entsprechende Kommunikation nehmen in der Fertiggerichte-Branche somit weiterhin eine bedeutende Rolle ein. „Fertiggerichte haben beim Verbraucher leider per se einen eher schlechten Ruf, dabei sind viele TK-Fertiggerichte von hervorragender Qualität“, erklärt Hinnerk Ehlers, Vorstandsmitglied bei Frosta. Sein Tipp an den Handel: die kritische Auseinandersetzung mit der Truhen-Beschriftung „Fertiggerichte“. „Vielleicht könnte man der Kategorie mit dem Begriff Convenience eher gerecht werden“, sagt er.

TK-Gemüse

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr 1,7 Prozent mehr TK-Gemüse eingekauft. Dabei konnten alle Gemüse-Segmente wachsen, allen voran Spinat (+3,2%) und Gemüsezubereitungen (+2%). „Raffinierte Gemüsemischungen zum Kochen bleiben auch 2013 der wichtigste Trend des Jahres“, sagt Frosta-Vorstandsmitglied Ehlers. Neben günstigen Varianten greife der Verbraucher auch immer mehr zu qualitativ hochwertigen Gemüsemischungen. Im Hause Iglo sieht man vor allem einen Trend zu mediterranen Pfannen. Auch Nielsen-Zahlen belegen, dass das Segment mediterraner Produkte in 2012 vier Mal stärker als der Gesamtmarkt der Gemüse-Pfannen gewachsen ist.

TK-Pizza

Der Aufwärtstrend bei TK-Pizza hält weiter an. Im vergangenen Jahr wurde ein Absatzplus von 1,5 Prozent erzielt. „Wir beobachten einen Trend zu scharfen Sorten sowie eine verstärkte Nachfrage zu Varianten mit Fisch“, sagt Thomas Gloß, Handelsbereichsleiter Tiefkühlkost bei Dr. Oetker. Im Hause Wagner sieht man hingegen Natürlichkeit, vegetarische Sorten und kleinere Größen als wichtigste Trends. Letzteres beziehe sich vor allem auf die Generation „Best Ager“. „Für viele ältere Verbraucher ist eine herkömmliche Pizza schlicht zu groß“, sagt Anke Barge, Leiterin Handelsmarketing bei Nestlé Wagner.

TK-Kartoffeln

Kartoffelprodukte haben 2012 um 1,3 Prozent an Absatz zugelegt. „Kartoffeln sind nun einmal Dauerbrenner“, sagt Jörg Blanke, Marketing Manager im Hause Agrarfrost. Derzeit sieht er vor allem Convenience, natürlichen Genuss, Nachhaltigkeit und Regionalität als große Themen. „Die Verbraucher wünschen sich Produkte, die aus bestimmten Regionen stammen oder aus nachhaltig erzeugten Rohwaren hergestellt werden“, so Blanke. Im Hause McCain stellt man außerdem einen Trend zu Transparenz fest. „Nur so können wir als Hersteller Vertrauen aufbauen“, heißt es.

TK-Backwaren

TK-Backwaren erreichten 2012 ein Absatzplus von 0,3 Prozent. „Dabei profitieren wir als Hersteller sicherlich auch davon, dass die Backkompetenz der Verbraucher kontinuierlich abnimmt“, sagt Dorothee Reiering-Böggemann, Marketingleiterin bei Coppenrath & Wiese. Ihrer Meinung nach halten 2013 die Trends zu Premium und Qualität weiter an. „Die Verbraucher wünschen sich vor allem qualitativ hochwertige Produkte, die schnell servierfähig sind und zu einem angemessenen Preis angeboten werden“, so Reiering-Böggemann. Durch die steigende Zahl kleiner Haushalte blieben aber auch kleine Packungsgrößen und portionierbare Produkte weiter gefragt.

TK-Fisch

Im Lebensmittelhandel zeigte sich die Produktgruppe Fisch 2012 erneut sehr stabil und verzeichnete ein Plus von 1,9 Prozent. Besonderer Beliebtheit erfreute sich dabei panierter Fisch – das Segment konnte um 9,1 Prozent zulegen. Beim TK-Fisch gewinnen außerdem die Themen Convenience und Portionierbarkeit an Bedeutung. Produkte wie Ofenfilets im Grillbeutel stehen dafür. Ebenfalls im Fokus der Hersteller: Themen wie Nachhaltigkeit, Transparenz und Herkunft. „Das Thema Transparenz spielt bei Fisch eine besonders große Rolle, da die Ware naturgemäß aus vielen verschiedenen Ländern kommt“, heißt es bei dem Hersteller Femeg. Dem Verbraucher müsse man daher die Verbindung zwischen dieser globalen Herkunft und der gleichzeitigen Einhaltung deutscher Standards stärker vermitteln.

 

 

 

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