American Way of Life

Montag, 27. Juni 2022
Foto: stock.adobe.com/weyo

US-Unternehmen wie Apple, Netflix, Facebook & Co. prägen den deutschen Lifestyle. Das weckt die Sehnsucht, diese Lebensweise auch in den Alltag zu integrieren. Für den POS sind daher Produkte gefragt, die jeder Verbraucher mit den USA in Verbindung bringt. Neben Klassikern gehören ebenso Neuheiten ins Regal.

Über Jahrhunderte hinweg brachten Einwanderer aus aller Herren Länder ihre Spezialitäten und Zubereitungstechniken in die USA  mit. Deshalb wird in den Staaten regional auch verschieden gekocht. Je nach Landesregion findet man auch verschiedene Küchen vor. Sei es die Tex-Mex-Küche an der mexikanischen Grenze, die Cajun-Küche rund um Louisiana oder die amerikanisierten Gerichte asiatischer Einwanderer, die Speisen wie Chop Suey hervorbrachte. Doch trotz aller regionaler Unterschiede gibt es in den USA Gerichte und Produkte, die sich überall durchgesetzt haben. Und das sind vor allem Klassiker wie Burger, Spareribs, Ketchup oder Marshmallows.

Snacks und Softdrinks
Besonders beliebt bei den Deutschen ist nach Beobachtung von Genuport «alles was süss» ist. Dazu ergänzt Pepsico: «Wir sehen die Begeisterung der Deutschen bei verschiedensten Produkten. Im Lebensmittelbereich sind typische US-Softdrinks und Snacks ganz vorne mit dabei». Mit Marken wie beispielsweise Pepsi MAX und Lay’s bietet PepsiCo seinen Kunden ein starkes Portfolio in diesem Bereich. Lay’s ist laut Hersteller in den USA die Nummer 1 der Kartoffelchips und mit 82 Jahren Markengeschichte ein echter Klassiker; genauso wie Pepsi – «seit 129 Jahren Geschmack made in USA».  

Die meisten US-Produkte haben ihren Weg zu den Verbrauchern über die Integration innerhalb der zugehörigen Kategorie gefunden. Dennoch werden amerikanische Wochen, Feste- und Feiertage auch in Deutschland mittlerweile mehrmals im Jahr zum Anlass genommen, um das Portfolio der US-Produkte in der Zweitplatzierung aufmerksamkeitsstark zu vermarkten. «Die Erfahrung hat gezeigt, hier sind die Kunden offen, neue Anlässe und Produkte am POS auszuprobieren, wie etwa Halloween oder Superbowl», informiert Iris Frenzel, Head of Group Management bei Genuport.

Anlässe schaffen
Für den Handel ist es darüber hinaus interessant, und darin verbirgt sich noch unausgeschöpftes Potenzial, zu den verschiedenen Tagesmahlzeiten typische US-Produkte und Gerichte anzubieten. So greift der Amerikaner laut dem Web-Portal Küchengötter beim Frühstück gerne zu Cornflakes, Bagels oder Pancakes. Zum Mittagessen gibt es nur ein Sandwich. Das Abendessen fällt üppiger aus, da hier die Familie zusammenkommt. Burger mit Pommes, Pizzas, Mexikanisch, Steaks, Nudelgerichte oder Salate sind zum Dinner sehr beliebt. Steht dem Amerikaner der Sinn nach einem Dessert, dann greift er zum Donut, Brownie oder Apple Pie. Welche Produkte unbedingt in die Regale des Handels gehören, hängt vom Anlass ab. Bei Ereignissen wie dem Superbowl dürfen Snacks und Softdrinks nicht fehlen. Für das Barbecue wiederum gehören saftige Steaks und dazu passende Sossen zum Pflichtprogramm. «Pulled Pork, Beef Brisket und Spareribs bilden in den USA die Holy Trinity («Heilige Dreifaltigkeit») des Barbecues», heisst es auf dem Web-Portal Küchengötter.

Wein aus den Staaten
Viele haben die USA gar nicht so sehr als Weinland auf dem Radar, aber mit 405 000 Hektar Rebfläche (2020 laut OVI – internationale Organisation für Rebe + Wein) belegen die Vereinigten Staaten aktuell den 6. Platz weltweit. Ferner zählen die USA zu den wichtigsten Herkunftsländern von Importen von Wein nach Deutschland. In 2020 importierte Deutschland laut dem Deutschen Weininstitut 511 000 Hektoliter Wein aus den USA (2019: 454 000 hl). Damit stehen die Staaten laut den Statistiken «Deutscher Wein 21/22» auf Platz 4, und so noch vor Südafrika. Damit liefern US-Weine dem Handel die Chance, in der Weinabteilung neue Akzente zu setzen.

Innovationen
Darüber hinaus bieten Innovationen oder Neuinterpretationen dem Handel Möglichkeiten für zusätzliche Absätze und Umsätze. So haben sich die Eiskreateure von Ben & Jerry’s vom traditionellen amerikanischen Eisbecher (sundae) inspirieren lassen und aktuell vier neue Eisbecher-Kombinationen «mit nie dagewesener Architektur und fluffigen Toppings» in den Handel gebracht. Ein weiteres US-Konzept, das am POS für neue Impulse sorgt, ist Hard Seltzer. In den USA ist das Sprudelwasser mit Alkohol und Aroma bereits ein Milliardenmarkt. Im vergangenen Jahr ist das Trendgetränk vermehrt auch in Deutschland angekommen. Im April 2021 hat Coca-Cola das Konzept «Topo Chico Hard Seltzer» in drei Varianten in den deutschen Handel gebracht. Branchenexperten sind davon überzeugt, dass «Hard Seltzer gekommen ist, um zu bleiben». Dafür sprechen auch die Marktzahlen: Der Umsatz im Segment Hard Seltzer wird in 2022 laut Statista etwa 52 Millionen Euro betragen. Zudem prognostizieren die Marktforscher für 2025 ein Marktvolumen von fast 324 Millionen Euro in Deutschland (A: 2,53 Mio. Euro/16 Mio. Euro; CH: 20,74 Mio. Euro/150 Mio. Euro).

Platzierung
Für eine erfolgreiche Platzierung am POS braucht es jedoch kein Label für US-Produkte, davon ist Pepsico überzeugt. «Die wenigsten Menschen dürften Produkte deshalb kaufen, weil die Marken aus den USA stammen. Was die Menschen jedoch suchen und mit diesen Produkten finden: das bereits beschriebene Lebensgefühl von Freiheit, Abenteuer und Vielfalt», erklärt Kai Klicker-Brunner, Head of Governmental Affairs und Mitglied der Geschäftsführung bei Pepsico DACH. Und genau dieses sollte der POS versuchen zu adressieren. Ferner kann der Händler mit grossen, prominenten Aufbauten punkten – besonders im Bereich Grillen und Barbecue. Dazu rät Unilever, alle Burger- oder Grill-Zutaten an einem Platz zu präsentieren. «Die Shopper lieben den grossen Auftritt und möchten direkt angesprochen werden», sagt Marcel Pazurek, Brand Manager bei Unilever. «Dabei bieten sich Palettenstrassen im Eingangsbereich oder Gondelköpfe an. Man sollte eine emotionale Welt aufbauen, in die der Shopper hineingezogen wird. Zudem sind die Konsumenten offen, auch mal etwas auszuprobieren und finden so alles an einem Platz».

 

Feiertage und Anlässe in den USA

  • 4. Juli: Independence Day
  • 5. September: Labor Day (erster Montag im September)
  • 18. September: Tag des Cheesburgers
  • 30. September: Tag des Kaugummis
  • 10. Oktober: Columbus Day (zweiter Montag im Oktober)
  • 31. Oktober: Halloween
  • 11. November: Veterans Day
  • 11. November: Tag des Eisbechers (National Sundae Day)
  • 24. November: Thanksgiving
  • 12. Februar 2023: Super Bowl

 

Nüsse - starkes Importprodukt aus den USA

Mandeln: Die USA ist der weltgrösste Mandelexporteur. Auf die Vereinigten Staaten entfallen fast 60 Prozent der Weltproduktion (Produktion 4 Mio. t), mit einigem Abstand folgen Spanien, Australien, Iran und die Türkei. Zudem hat Amerika einen grossen Anteil an den Exporten; mit Schale sind es mehr als 80 Prozent und ohne Schale drei Viertel.

Walnüsse: Auch bei Walnüssen in der Schale als auch von Walnüssen ohne Schale sind die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von 37 bzw. 40 Prozent der grösste Exporteur. Die Walnussproduktion liegt relativ stabil bei ca. 3 Millionen Tonnen, schwankt aber von Jahr zu Jahr.

Pistazien: Auch bei Pistazien sind die Vereinigten Staaten mit mehr als 40 Prozent der Gesamtmenge der wichtigste Produzent, gefolgt von der Türkei mit mehr als einem Viertel. Die weltweite Produktion von Pistazien schwankt seit Jahren zwischen 0,9 und 1,1 Millionen Tonnen.

Quelle: Fruit & Vegetable Facts

Warenkunde

Kaugummi: Thomas Adams gilt als Vater des Kaugummis. Den Durchbruch bescherte dem Kaugummi jedoch der Seifen- und Backpulverfabrikant William Wrigley Jr., der mit «Wrigley's Spearmint» und «Juicy Fruit» ab 1890 die Welt eroberte.  

Marshmallow: Marshmallow bedeutet «Echter Eibisch». Schon im 11. Jahrhundert wurde die Pflanze zur medizinischen Zwecken verwendet. Die Ersten, die sie zu kulinarischen Zwecken verwendeten, waren die Franzosen. Im 19. Jahrhundert gelangten die Marshmallows in die USA. Am 30. August wird jedes Jahr der Tag der gerösteten Marshmallows gefeiert.

Bagels: Polnisch-jüdische Einwanderer haben den Bagel Ende des 19. Jahrhunderts mit in die USA gebracht. Dort hat er sich vor allem in New York als fester Bestandteil der Esskultur eingebürgert. 

Coca-Cola: 1886 entdeckte der Apotheker John S. Pemberton in Atlanta die Formel für Coca-Cola und legte damit den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte: Heute erfrischt Coca-Cola die Menschen in mehr als 200 Ländern. Am 8. April 1929 wurde in Essen die erste Coca-Cola Flasche für Deutschland abgefüllt.

Ketchup: Das Ketchup, wie wir es kennen, wurde in den USA von dem deutschen Auswanderer Henry John Heinz erfunden. Heinz Tomato Kechtup startete 1876 erstmals in den USA. Es wurde als «Catsup» verkauft und nach einem Geheimrezept aus nur fünf Zutaten entwickelt, darunter auch sonnengereifte Tomaten.

Hot-Dog: Der Hotdog in seiner heutigen Form wurde 1867 in Coney Island vom deutschen Migranten Charles Feltman (1841–1910) erfunden. Der Hannoveraner kam 1856 in Brooklyn an und wurde zunächst Kuchenverkäufer. Danach steckte er eine Grillwurst in ein Brötchen und beauftragte einen Stellmacher, ihm einen Handkarren mit Herdplatte zu konstruieren, von dem aus er dieses Fast Food verkaufte. Im ersten Jahr soll er über 4000 Hotdogs verkauft haben.

Caesar Salad: Italienische Einwanderer, die im mexikanischen Tijuana Arbeit gefunden hatten, erfanden diesen Salat vor etwa einem Jahrhundert. Inzwischen ist er landesweit in den USA und auch hierzulande au den Speisekarten zu finden.

Waldorfsalat: Der Waldorfsalat wurde Ende des 19. Jahrhunderts in New York City im Hotel Waldorf, dem Vorläufer des Hotels Waldorf-Astoria, kreiert. Walnüsse sind erst seit den 1920er Jahren Teil des Salats. Heute gehört die Version mit Walnüssen zu den Klassikern der Salatküche.

Manhattan Cocktail: Der Cocktail entstand vermutlich in den 1870er Jahren in den USA. Einer beliebten Legende zufolge soll ein gewisser Dr. Ian Marshall den Drink erfunden haben, er sei für ein Bankett am 29. Dezember 1874 im New York Manhattan Club kreiert worden, das Jennie Churchill – die Mutter des späteren Genusstrinkers und Premierministers Winston Churchill – zu Ehren von Präsidentschaftskandidat Samuel J. Tilden gegeben habe.

Quelle: Das Kochbuch; Worlds of Food; Welt der Wunder; Das Kochrezept

Buchtipp

Amerika — Das Kochbuch
800 Rezepte, 50 Staaten, 1 Land, 1 Kochbuch «Amerika, das Kochbuch» ist die umfangreiche Länderbibel zur amerikanischen Küche und demonstriert die gesamte Bandbreite der amerikanischen Kulinarik fernab von Burgern und Co. Als erstes Kochbuch überhaupt dokumentiert dieses Buch die ganze kulinarische Vielfalt eines Landes – von der Westküste bis zur Ostküste. Mehr als 800 authentische Rezepte von der Alltagsküche über Streetfood bis hin zur High Cuisine.

Verlag: ZS Verlag
Autor: Gabrielle Langholtz
Seiten: 768 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-947426-00-3

Produkte

Mehr zum Artikel

Mit der neuen Sorte «Vanilla Float» ergänzt Drinks & More ab sofort das Produktportfolio von «Dr Pepper».

Die «Hellmann's Real Mayonnaise» in der 250-Milliliter-Squeezer-Flasche ist eine typische Creme nach amerikanischer Art zum Dippen und Verfeinern der Burger, Sandwiches, Pommes frites und vielem mehr.

«Topo Chico Hard Seltzer» ist ein alkoholhaltiges Mischgetränk mit Fruchtdessertwein und natürlichen Aromen.

Eine neue Serie geht mit den «Ben & Jerry’s Sundaes» an den Start: Inspiriert vom traditionellen amerikanischen Eisbecher haben sich die Eiskreateure vier aufregende Kombinationen einfallen lassen – mit nie dagewesenen fluffigen Toppings: «Hazel-nuttin’ but Chocolate», «Non-Dairy Berry Revolutionary» (vegan), «Cookie Vermontster», «Oh My! Banoffee Pie!».

Maximaler Geschmack – zero Zucker: «Pepsi Max» steht für echten Cola-Geschmack ganz ohne Zucker.

Der Hersteller bringt ab August 2022 «Reese Pieces» in den Handel und baut damit ihre Präsenz im Bite-Size-Segment weiter aus.