Mega-Trend: Shopping-Center

Mittwoch, 02. September 2015
Fotos: Tegut, MEC

Vor allem für Drogeriemärkte, aber auch für den Lebensmittelhandel bieten Einkaufszentren interessante Standortbedingungen. Das bestätigen Mitgliedsunternehmen der MARKANT.

463 großflächige Shopping-Center mit einer Gesamtfläche von 14,8 Millionen Quadratmetern gibt es heute in Deutschland. Allein 2014 kamen neun Center mit weiteren 367.700 Quadratmetern hinzu, wie das EHI Euro Retail Institute ermittelt hat. Nicht wenige Fachleute und Mieter der Flächen halten diese Entwicklung für gefährlich, wie aus Befragungen - etwa dem "Shoppingcenter Performance Report" - hervorgeht. In Ballungsräumen wie Rhein-Main, im Ruhrgebiet und auch in süddeutschen Metropolen würden sich die Center gegenseitig kannibalisieren. Auch hätten etliche ältere Standorte die besten Jahre hinter sich und seien renovierungsreif. Nicht zuletzt setze der Onlinehandel den Geschäften in den Centern zu, Kundenfrequenz und Umsätze gingen zurück, Leerstände nähmen zu. „Wir stellen einen zunehmenden Verdrängungswettbewerb fest“, erklärt Immobilienexperte Marco Atzberger vom EHI.

Gute Chancen

Bei allen negativen Tendenzen: Überwiegend bieten Shoppingcenter den zahlreichen Handelsbranchen noch immer gute Chancen. Wie bei allen Standorten gilt auch hier: Die Bedingungen, vorneweg die Frequenz, müssen stimmen. Gute Voraussetzungen sind aus Sicht von Tegut, dass der Standort in einer Stadt mit hoher Kaufkraft liegt und sich mit Größe, Gestaltung und Lage gegenüber dem bereits vorhandenen Wettbewerb behaupten kann. "Das Center muss einen integrierten Standort mit weiteren Geschäften- und Wohnbebauung in der Nähe haben, möglichst im Stadtzentrum", sagt Martina Becker, Leitung Expansion Mitte bei Tegut. "Center in reinen Gewerbegebieten tun sich zu schwer, es fehlt dort an fußläufigen Impulskäufern."

Zu den Erfolgsfaktoren gehören ferner ausreichend viele PKW-Stellplätze mit guten Stellplatzbreiten und moderaten Parkgebühren, eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, also möglichst Bus, Straßenbahn oder U-Bahnanschluss direkt vor dem Center. Ganz wichtig sei ein gutes Centermanagement mit professionellem Marketing für das Center, so Martina Becker. Und auch die Infrastruktur müsse stimmen. Für Tegut zählt, dass die Ladenfläche gut geschnitten und für Kunden gut sichtbar und erreichbar ist. Nicht zuletzt sollte auch die Anlieferung des Marktes mit dem 40 Tonnen Sattelschlepper möglichst ohne eingeschränkte Anlieferungszeiten erfolgen können.

Kurze Wege für die Verbraucher

Für Drogeriemärkte sind Einkaufscenter grundsätzlich ein guter Standort. Vor allem DM Drogeriemarkt und Rossmann, aber auch Müller sind in zahlreichen Centern mit Filialen vertreten. "EKZ bieten den Kunden bestimmte Vorteile, zum Beispiel großzügige Parkflächen und einfache Parkplatzsuche", sagt ein Unternehmenssprecher von Rossmann. "Kunden profitieren auch davon, an einem Standort verschiedene Einkäufe erledigen zu können. Solche Synergieeffekte ergeben sich beim Einkauf auf kürzestem Weg in der Drogerie und im Lebensmittelmarkt, in der Bäckerei, der Apotheke oder im Schuhgeschäft." Für Rossmann selbst und für jedes andere Geschäft sei es wichtig, dass ein EKZ eine gute Mischung an Geschäften bietet: "Die Sortimente sollten sich ergänzen."

Mehrwert Einkaufsfrequenz

Die Centerbetreiber ihrerseits - jedenfalls die führenden im Markt, auch hier gibt es aus Sicht von Mietern schwarze Schafe - sind ebenfalls existenziell daran interessiert, dass die Frequenz stimmt, und gehen vielfach neue Wege, dem Verbraucher das Mehr an Einkaufsqualität zu bieten. Ein Beispiel dafür ist das vom Hamburger ECE gemanagte neue Milaneum in Stuttgart, wo auch Tegut eine hochmoderne Filiale betreibt. Alexander Otto, Vorsitzender der ECE-Geschäftsführung: „Das Milaneo gehört zu den größten und komplexesten Projekten der fast fünfzigjährigen ECE-Geschichte. Das Quartier setzt städtebaulich und architektonisch Maßstäbe. Zusammen mit dem hervorragenden Branchenmix und vielen für Stuttgart ganz neuen Shop-Konzepten ist eine außergewöhnliche Shopping-Destination entstanden.“

News

Fotos: stock.adobe.com - Serhii

Europäische Verbraucher reagieren auf die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit mit einem bewussteren Einkaufsverhalten.

Foto: Markant Gruppe/Qreate Kreativagentur GmbH

Die Frage ist nicht, ob, sondern wann ein Unternehmen von einem Cyberangriff betroffen ist – deshalb ist die Vorbereitung auf den Ernstfall essenziell. Wie ernst die Bedrohungslage ist und welche Konsequenzen sich für die Handelsbranche ergeben, wurde bei der gemeinsamen Veranstaltung des Schweizer Bundesamtes für Cybersicherheit (BACS) und der Markant AG in Bern erläutert.

Foto: Schwarz Corporate Affairs

Die Unternehmen der Schwarz Gruppe haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Umsatzplus und einer weiteren Festigung ihrer Marktposition abgeschlossen.

Foto: stock.adobe.com - vladdeep

Die deutsche Kosmetik- und Waschmittelbranche hat im ersten Quartal 2026 einen Gesamtumsatz von 9,4 Milliarden Euro erzielt.

Statement

 margin: 0 10px 5px 0; float: left; padding:3px; background-color:#fff;Martina Becker, Leitung Expansion Mitte bei tegut 

"Shoppingcenter, wie das Stuttgarter Milaneo,  sind für den LEH interessant, weil eine professionelle Centerwerbung für einen schnellen und hohen Bekanntheitsgrad und damit für hohe Besucherfrequenz sorgt. So verzeichnen die Erlanger Arcarden neun Millionen Besucher pro Jahr. Hinzu kommen zusätzliche Impulskäufe durch Kunden, die von weiter her anfahren. So können wir zum Beispiel in Hallstadt auch Kunden aus Bayreuth begrüßen."

 

Info

Fachmarktzentren: besser als ihr Ruf

Von den über 350 Fachmarktzentren in Deutschland wurden in einem aufwendigen Verfahren 151 Center mit über 3,2 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche von Experten der GfK vor Ort begutachtet und nach einheitlichen Kriterien bewertet. Der Bericht "Fachmarktzentren in Deutschland. Wettbewerbsfaktor Revitalisierung" leistet erstmals einen wesentlichen Beitrag zur Transparenz dieses Marktes. Die Auswertung der Stichprobe ergab einen Revitalisierungsbedarf bei 32 Prozent der Fachmarktzentren. „Der Befund war eine echte Überraschung für uns, da in der Branche eine viel höhere Quote vermutet wurde“, sagt Manuel Jahn, Head of Real Estate Consulting der GfK. Der positive Befund freut auch die MEC, eine auf Fachmarktzentren spezialisierte Gesellschaft der Metro Group. Christian Schröder, COO der MEC. „Besonders Investoren dürften sich freuen, denn diese niedrige Quote bedeutet, dass die Investitionen in Fachmarktzentren im Durchschnitt niedriger ausfallen als bisher gedacht.“