Naturkosmetik im Fokus

Donnerstag, 28. Januar 2016
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Elfriede Dambacher zählt zu den Pionieren der Naturkosmetikbranche. Die gelernte Drogistin und Betriebswirtin beschäftigt sich seit 30 Jahren hauptberuflich mit Naturkosmetik: Sie führt ihr eigenes Beratungsunternehmen und gibt Branchenstudien wie den Naturkosmetik Branchenmonitor heraus.

Der Markt für Naturkosmetik wächst sehr dynamisch. Welche Herausforderungen birgt dies für die Zukunft?
Naturkosmetik ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und wird daher überall dort erwartet, wo Kosmetik angeboten wird. Daraus ergibt sich eine viel stärkere Differenzierung als in den Pionierjahren.

Welche Vertriebsschienen haben hohe Glaubwürdigkeit für den Verkauf von Naturkosmetik?
Glaubwürdigkeit ist ein zentraler Punkt. Glaubwürdigkeit hängt nicht vom Grad der Natürlichkeit ab, sondern vom Gesamtauftritt einer Marke. Ideal ist es, wenn sich ein authentischer Markenauftritt am POS widerspiegelt. Dann gelingt der positive Imagetransfer auf der ganzen Linie.

Was sind die Hauptgründe für den Kauf von Naturkosmetik bei Frauen und bei Männern?
Nach wie vor sind die eigene Gesundheit wie auch das Wohlbefinden, wozu auch ethische Kaufmotive gehören, starke Triebfedern für Konsumenten. Je komplexer die Außenwelt wird, umso mehr Konsumenten entscheiden sich bewusster, wofür sie ihr Geld ausgeben wollen. Frauen sind die Hauptzielgruppe und diese kaufen oft auch für ihre Männer ein. Allerdings tut sich viel im Nischenmarkenbereich bezüglich Männer. Junge urbane Männer suchen ihre eigenen Marken, die ihren Anspruch an Design und Exklusivität einlösen.

Wie haben sich die Zielgruppen für Naturkosmetik mit der zunehmenden Massentauglichkeit der Produkte verändert?
Nun, die Zielgruppe hat sich vor allem stark verbreitert. Naturkosmetikkonsumenten lassen sich nicht in sozio-demographische Gruppen einteilen. Massentaugliche Naturkosmetik findet dort ihre Kunden, wo diese eben einkaufen. Das zeigen die starken Zuwächse bei den Verbrauchermärkten und im LEH, wo in 2015 durchgängig ein deutliches zweistelliges Wachstum zu verzeichnen war.

Die Produkte aus dem Segment der Naturkosmetik sind en gros im Mittelpreissegment angesiedelt. Wird das auch in Zukunft so bleiben oder kann es hier eine Ausdifferenzierung nach oben bzw. unten geben?
Naturkosmetik gibt es bereits in allen Preislagen, vom Preiseinstieg bis zum Premiumprodukt. Naturkosmetik Tagescremes gibt es von 3,00 Euro bis 150 Euro und höher. Der Preiseinstiegsmarkt war lange bestimmend für das Wachstum und hat Naturkosmetik eine tolle Basis gebracht. Naturkosmetik erreicht natürlich im Preiseinstieg mehr Kunden, doch die Ansprüche verändern sich, und wenn die Marke funktioniert, spielt der Preis eine untergeordnete Rolle.

 

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3-Fragen-Interview

Ulrich Maith ist als dm-Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Produktmanagement.

Welche Themen werden 2016 in der Naturkosmetik eine besondere Rolle spielen?
Auch im nächsten Jahr werden uns Themen wie Zertifizierungen, vegane Kosmetik und Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau in der Weiterentwicklung der Naturkosmetik beschäftigen.

Welche Produktgruppen sind nach Ihrer Erfahrung die Treiber im Markt für Naturkosmetik?
Alle Produktgruppen im Bereich Naturkosmetik entwickeln sich bei dm sehr positiv. Besonders zufrieden sind wir mit Gesichts- und Körperreinigung sowie Dekorativer Kosmetik, gefolgt von der Gesichtspflege.

Welche Zielgruppen haben Sie mit Alverde verstärkt im Fokus?
Alverde Naturkosmetik spricht mit ihren Produkten primär Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren an. Junge Familien oder Singles zählen überdurchschnittlich oft zu den größten alverde-Fans.

Sie schließen mit Alverde Men eine Angebotslücke für Naturkosmetik für Männer. Welche Anforderungen müssen die Produkte erfüllen?
Die Zielgruppe Männer im Bereich Naturkosmetik unterscheidet sich kaum von der aus der konventionellen Kosmetik. Die Anforderungen an die Pflegeleistung und das Hautgefühl sind identisch.

 

Info

Müller
Die Themen Natur und Vegan werden bei Müller auch in 2016 eine große Rolle in der Naturkosmetik spielen. Darüber hinaus geht man bei Müller davon aus, dass die neuen Anwendungsformen wie Gel, Mousse oder Schaum die bisherigen Cremes und altbekannte Packmittel auf kurz oder lang ablösen werden. Eine Adaption der aktuellen Trends wie „Anti-Pollution“ und „Perfect Skin“, sind nun nicht mehr nur in der konventionellen Kosmetik anzutreffen, sondern finden sich auch in der Naturkosmetik wieder. Mit der eigenen MarkeTerra Naturi fokussiert sich das Unternehmen auf Frauen zwischen 35 und 60 Jahren, bei denen Naturbelassenheit und Preisbewusstsein an erster Stelle stehen. 

Rossmann
Bei Rossmann geht man davon aus, dass bei der Naturkosmetik exotische Inhaltsstoffe wie Acai-Beere und Papaya zunehmend eine Rolle spielen werden. Aber auch traditionell bewährte Inhaltsstoffe wie Aloe Vera oder Granatapfel sollen im Trend bleiben. Ferner sollen 2016 Innovationen aus dem konventionellen Angebot wie Mizellenwasser in der Naturkosmetik an Bedeutung gewinnen. Mit der eigenen Marke Alterra hat das Unternehmen vor allem die Verbraucher ab 35 Jahre im Blick, die ein hohes Interesse an Naturkosmetik haben und das sehr gute Preis-Leistungsverhältnis der Eigenmarke zu schätzen wissen.