Vom 17. bis 18. September fand das 128. Markant Handelsforum in Karlsruhe statt. Im Fokus standen neben exklusiven Insights von führenden Köpfen der Branche, zukunftsweisende Innovationen sowie branchenübergreifendes Networking.
Traditionell startete das Markant Handelsforum in Karlsruhe mit Fachvorträgen renommierter Referenten. Den Auftakt machte Moritz Schularick. Er ist seit Juni 2023 Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Sciences Po (Paris). In seiner Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit Finanzmärkten und Vermögenspreisen, Fragen der monetären Makroökonomie und den Ursachen von Finanzkrisen und ökonomischer Ungleichheit. Sein Vortrag stand unter dem Thema «Trump 2.0 – wie lange lässt Europa sich das gefallen?». In dem Kontext und angesichts einer globalisierten Weltwirtschaft machen sich laut dem Experten die Länder immer mehr Gedanken darüber, wie weit sie sich abhängig machen möchten und wie sie eigene, ökonomische Druckmittel einsetzen können.
Powerplay mit Mario
Nach dem Vortrag über Weltpolitik und Weltwirtschaft trat Mario Basler auf die Bühne. Er wurde von Alois Bauer, Hauptbereichsleiter Vermittlungsgeschäft Food bei Markant, folgendermassen angekündigt: «Wir alle haben Ecken und Kanten. Sie machen uns manchmal sympathisch, manchmal nahbar, mal unsympathisch und abgehoben, aber immer authentisch. Warum also verstecken? Wir haben heute einen Gast, der mit seinen Ecken und Kanten ganz und gar nicht hinter dem Berg hält. Er polarisiert, er sorgt für Schlagzeilen, aber er liefert ab, wie er selbst sagt.» In einem Interview hat Bauer gemeinsam mit Basler eine Retrospektive auf die Sportkarriere des ehemaligen Fussballprofis und Nationalspielers geworfen – und ging dabei auch auf die genannten Ecken und Kanten des Ausnahmespielers ein. Eine der grössten sportlichen Erfolge sammelte der ehemalige Offensivmann laut Sport Bild mit Werder Bremen und dem FC Bayern. Besonders gefürchtet: Seine direkt verwandelten Ecken, 1994 erzielte er in einer Saison drei Eckballtore.
Bewährte Klassiker
Auch dieses Mal war der Iberiana-Stand mit zahlreichen Obst- und Gemüseausstellern in Karlsruhe dabei. Auf einer Fläche von 120 Quadratmetern sorgten die bunten, knackfrischen Obst- und Gemüsesorten für bunte Eyecatcher. Das Highlight der Messe waren jedoch die 319 Aussteller, darunter 72 neue Aussteller und 19 Start-ups, die ihr Portfolio und ihre Neuheiten den Markant Handelsunternehmen präsentierten.
Ein Füllhorn an Neuheiten gab es vor allen Dingen im Bereich Süsswaren. Griesson de Beukelaer hat im September mit «Prinzen Rolle Spekulatius Style» und «Prinzen Rolle Cremys Zimttraum» zwei neue winterliche Varianten gelauncht. «Prinzen Rolle Spekulatius Style» ist der erste winterliche Doppelkeks im Prinzen-Rolle-Sortiment. Die Kombination aus dem Prinzen Rolle-Keks und Spekulatius-Gewürznote sorge für ein unverwechselbares Geschmackserlebnis.
Süsse Aufmerksamkeiten
Bislang gab es den Klassiker Kit Kat nur im Riegelformat, seit Oktober gibt es ihn nun auch als 99-Gramm-Tafelschokolade. Die «genussvolle Pause» ist in den drei Sorten «Noisette Hazelnut», «Salted Caramel» und «Double Chocolat» erhältlich. Äusserlich fallen die Tafeln durch ihre markante Marmor-Optik auf. Für Aufmerksamkeit sorgt auch die Marke Moritz, die bislang für ihr Eiskonfekt bekannt ist. Wawi hat nun «Moritz Puffreis» in den Handel gebracht. Dabei handelt es sich um eine Kombination von Wawi-Puffreis mit Eiskonfekt-Schokoladenmasse von Moritz. Seit September sorgt Stollwerck mit den «Alpia Mais Erdnuss Crispies» für Abwechslung im Snack-Regal. Damit greift der Hersteller die beliebte Kombination süss und salzig auf sowie den Trend Nachhaltigkeit. Für die Vollmilchschokolade verwendet der Hersteller Rainforest Alliance-zertifizierten Kakao. Auf die Kombination süss und sauer setzt Katjes mit den «Brause Flips» unter der Marke Ahoj-Brause in den Sorten Himbeere und Waldmeister. Der Knusperspass für prickelnde Momente ist darüber hinaus vegan.
Hochwertiger Genuss
Anfang 2025 hat Dallmayr «Crema d’Oro Schümli» ganze Bohne auf den Markt gebracht, im November folgt nun die Kapselvariante. Die Basis bildet eine sorgfältige Auswahl hochwertiger Kaffeebohnen mit ausgeprägtem Geschmacksprofil, welche langsam und schonend bei niedrigen Temperaturen geröstet werden. Das Röstprofil liegt zwischen einer dunklen Espressoröstung und einer helleren Filterkaffeeröstung. So entstehe ein weicher Kaffee mit vollem Geschmack, wenig Säure sowie feinen Nuss- und Schokoladennoten.
Julius Meinl präsentierte in Karlsruhe die «Bio Melange». Eine Melange ist eine traditionelle Wiener Kaffeespezialität, die mit Milch genossen wird. Die charakteristische mitteldunkle Wiener Röstung verleihe der Mischung einen Geschmack von dunkler Schokolade, Noten von braunen Gewürzen und ein intensives Aroma, gefolgt von einem sanften Nachgeschmack von gerösteten Erdnüssen. Besonders macht den Kaffee auch die Doppelzertifizierung: 100% Bio und Fairtrade. Darüber hinaus verfügt der Kaffee über ein Entgasungsventil, dies verhindert Oxidation und verlängert somit die Haltbarkeit.
Fruchtige Impulse
Für neue Impulse im Frühstücksregal will Zentis sorgen und setzt unter der Kinder-Lizenzmarke Bärchen mit den Bärchen-Fruchtaufstrichen auf «fruchtigen Spass im Glas». Ist das Bärchenglas leer, bietet Zentis interessante Ideen zum Upcycling – wie etwa die Verwandlung in ein stimmungsvolles Windlicht.
Ebenfalls auf Kooperation setzt Riha Wesergold. Der AfG-Produzent hat sich mit Mövenpick Fine Food zusammengeschlossen und steigt nun ins Direktsaft-Geschäft ein. Riha fungiert dabei als Lizenzpartner und Produzent. Die Premium-Direktsäfte in fünf unterschiedlichen Sorten, die keine Farb- und Konservierungsstoffe enthalten und auch keinen Zuckerzusatz, sollen das Frühstücks- und Brunch-Angebot abrunden. Die Entscheidung, in den Fruchtsaftmarkt einzusteigen, unterstütze eine Umfrage: Bei einer quantitativen Studie zur Einschätzung von Mövenpick Direktsaft hätten 95 Prozent der Befragten angegeben, sich darüber zu freuen, wenn Mövenpick Fruchtsaft anbieten würde. Zudem überzeuge Mövenpick mit herausragender Geschmackskompetenz. Den Geschmack sonnengereifter Orangen hat Rauch in «Bravo Sunny Orange» gesteckt. Damit erweitert der Hersteller die Bravo-Range, die laut Rauch für «intensiven Fruchtgeschmack, vibrante Farben und pures Sommergefühl» stehen.
Authentische Aromen
Unilever ist mit der Einführung von «Namdong» in den wettbewerbsintensiven Markt für Instant-Nudeln eingestiegen. Damit greift der Hersteller die wachsende Begeisterung für die koreanische Küche auf sowie die Lust auf authentische, kräftige Aromen. Doch nicht jeder liebt es scharf. Genau hier setzt Namdong an: koreanisch inspirierter Geschmack, der sich ganz individuell anpassen lässt. Dank des separat verpackten Chilipulvers können die Verbraucher die Nudeln so geniessen, wie sie es mögen – ob mit einem milden Kick oder feurig-scharf. Das Namdong-Sortiment umfasst drei verschiedene Geschmacksrichtungen – Beef Jjigae, Chicken Jjigae und eine vegane Option, Kimchi Jjigae – die jeweils von traditionellen koreanischen Eintopfgerichten inspiriert sind.
Auf «Originale» setzt auch Neuaussteller Fairtrade Original. Unter der Marke bietet die Organisation nicht nur faire Preise, sondern auch originale Rezepturen. «Wir arbeiten mit Bauern und Herstellern in Afrika, Asien und Südamerika zusammen, um die leckersten Produkte zu zaubern», heisst es auf deren Website. Die Zubereitung und Verpackung dieser Produkte erfolgt so weit wie möglich vor Ort. Das Sortiment reicht von Mango Sweet Chili Sauce über thailändische Tom Kha Paste bis hin zu Jasmin-Reis in Bio-Qualität und Jackfruit in Stücken.
Wachsende Kleinformate
Kleinformate unter 150 Gramm machen laut Savencia im Weichkäsesegment inzwischen 16 Prozent der Kaufakte im LEH ohne Discount aus und richten sich unter anderem an die wachsende Zielgruppe der Ein- bis Zwei-Personenhaushalte. Dies sind laut dem Hersteller 75 Prozent der Haushalte in Deutschland. Um dieses dynamische Segment zu bedienen, hat der Markenartikler zwei Neuheiten auf den Markt gebracht: «Géramont cremig-würzig» (125 g) und «Le Rustique Petit Camembert» (140 g), der mit Milch aus Frankreich hergestellt wird und auf der originalen Le Rustique Rezeptur von Jean Verrier basiert. Géramont ist laut dem Hersteller mit 19,2 Prozent Marktführer für Weichkäse in Deutschland und wächst unter anderem mit dem 125-Gramm-Format stark (+30% 2024 vs. 2023). Besonders Géramont-Käufer sind laut Savencia wertvolle Käufer, da sie 18 Prozent mehr ausgeben würden als der durchschnittliche Konsument in der Kategorie.
Regionale Exklusivität
Die Probsteier Wurstfabrik Pfeifer GmbH & Co. KG stellt seit über einem Jahrhundert norddeutsche Wurst-Spezialitäten nach traditioneller Art her. Die Produkte der Manufaktur spiegeln den typischen Geschmack von Wurstspezialitäten aus Norddeutschland wider. Sie sind im regionalen Handel weit verbreitet und teilweise im gesamten Bundesgebiet erhältlich. Artikel wie etwa die Aalrauch Mettwurst (fein und grob oder die Delikatess-Leberwurst (fein und grob) im Golddarm tragen das Gütezeichen Schleswig-Holstein, ein staatlich anerkanntes Qualitätssiegel, das von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein seit 1965 verliehen wird, um hochwertige, regionale Lebensmittel zu kennzeichnen. Zum Sortiment gehören unter anderem Roh-, Koch und Brühwürste, Pökelware sowie saisonale Artikel wie etwa Gänsefleisch-Leberwurst, Probsteier Steinpilzleberwurst oder Grützwurst.
Ausgeklügelte Beauty-Produkte
Auch im Bereich Drogeriewaren gab es Neuheiten, die aktuelle Trends aufgreifen und dem Handel interessante Chancen bieten. So berichtete Kiyoko Odo, Syoss Hair Creative Director und Session-Hairstylistin: «In den letzten Jahren haben Millionen von Menschen ihre natürliche Haarstruktur wiederentdeckt und angenommen. ‹Embrace your Curls› ist sogar ein richtiger Social-Media-Trend.» Daher hat Syoss sein Portfolio um drei neue Produkte erweitert: die «Syoss Intense Curls Haarmaske» sowie den «Syoss Curl Schaumfestiger» und das «Syoss Curl Cream Gel».
Wella Professionals gehört zu den führenden Marken in den Bereichen Haarpflege, Farbe und Styling. Auf dem Handelsforum hat der Hersteller nun ein Produkt für den Endkonsumenten vorgestellt: «Clairol Professional Colorstrong» ohne Ammoniak. Es enthält einen Bonding Primer und Bonding Pflege zur Stärkung der Haarstruktur und für eine nuancierte Haarfarbe.
Zu den Neuausstellern gehört auch das finnische Unternehmen Nordic Beauty, das sich auf Hautpflege spezialisiert hat. Die Produkte sind von der regenerierenden Kraft der nordischen Natur inspiriert. Dabei ist es dem Unternehmen wichtig, die Biodiversität der nordischen Wälder zu bewahren und sicherzustellen, daher ist das Handeln der Finnen auf eine nachhaltige und umweltfreundliche Zukunft ausgerichtet.
Funktionales Schreiben
Nach erfolgreichem Start im vergangenen Jahr war der Bereich Schreibwaren erneut dabei in Karlsruhe mit einer noch grösseren Auswahl an frischen Ideen. Die Marke Eberhard Faber präsentierte die Winteredition der «Animal Erase It!»-Gelschreiber mit den Motiven Rentier, Lebkuchenmann und Pinguin. Dank des ergonomischen Designs ist ein angenehmes und ermüdungsfreies Schreibgefühl garantiert. Darüber hinaus stellte Faber Castell den «Grippy» vor. Der Stift wurde speziell für Kinder ab zwei Jahre entwickelt – als perfekter Stift für die ersten Malversuche im Faustgriff. Damit unterstützt das Grip-Sortiment von Faber-Castell, das bereits den beliebten «Jumbo Grip» für Kids ab circa fünf Jahre und den «Colour Grip» für Kinder ab circa acht Jahre umfasst, nun die Kleinsten in jeder Phase ihrer kreativen Entwicklung.
Chancenreiche Schärfe
Seit mehr als fünf Jahrzehnten sind die Scheren von Fiskars auf der ganzen Welt für ihren Komfort, ihre Schneidleistung, ihre Qualität und ihre ikonischen orangefarbenen Griffe bekannt. In Karlsruhe stellten die Experten den Messebesuchern ihr Scheren-Portfolio für den Einsatz in der Küche, beim Nähen sowie Basteln und für die Gartenarbeit vor. Auch eine eigens für Linkshänder entwickelte Schere konnten die Besucher vor Ort ausprobieren.
Eine «Klinge für alles», sprich zum Trimmen, Rasieren und Stylen für Gesicht und Körper – konnten die Teilnehmer der Messe hautnah bei Philipps erleben. Der Hersteller hatte für den Event einen Barber engagiert, der live die Vorzüge des im Februar gelaunchten «One Blade» vorführte. Die Technologie des Philips OneBlade 360 hebe sich deutlich von herkömmlichen Rasiermethoden ab. Mit 12 000 Bewegungen pro Minute setze er einen neuen Standard in der Rasur und biete ein einzigartiges Zweifach-Schutzsystem, um lästigen Hautirritationen vorzubeugen. Die Kombination aus einer Gleitbeschichtung und abgerundeten Spitzen erlaube eine effiziente, gründliche Rasur und schone gleichzeitig die Haut.
Nächster Treffpunkt
Krönender Abschluss des 128. Markant Handelsforums in Karlsruhe war die Abendveranstaltung, die dieses Mal das Thema «Into Space» aufgegriffen hat. Umrahmt wurde die Handelsforum NIGHT von einem musikalischen Programm – ein DJ sowie die Musikband everso zog mit ihren heissen Rhythmen das Publikum auf die Tanzfläche. Und auch dieses Mal zeigte sich die Messe erfolgreich als die Branchenplattform für den Dialog sowie als Forum für impulsstarke Neuheiten.
Der nächste Termin für das 129. Markant Handelsforum steht bereits fest: Es findet vom 25. bis 26. März 2026 statt.
Die Gewinner
der Start-up-Arena voilà!
Mit innovativen Produkten punkteten die Start-ups bei der Jury und öffneten sich damit Türen zum Handel.
Das 128. Markant Handelsforum bot wieder zehn jungen Start-ups die Chance, ihre Geschäftsideen in der voilà! Start-up-Arena vorzustellen und mit Entscheidern aus dem Handel ins Gespräch zu kommen. Besonders überzeugte das Start-up Fancy by Nature mit seinen fermentierten Bio-Früchten. Der Gewinn: ein Messestand auf dem 129. Markant Handelsforum, einen Bericht im Markant Magazin ONE sowie ein Händlergespräch mit Globus. Sieben weitere Start-ups freuten sich über Händlergespräche: BC BETTER CAKEZ gewann mit seinen pflanzlichen, glutenfreien Kuchen Gespräche mit dm, tegut, K+K, Globus sowie ROSSMANN. Das Start-up KRR Groceries gewann mit dem Protein-Soda «nxtup» Gespräche mit K+K und Bünting. Die indischen Snacks von Bawra's überzeugten Kaufland und Globus zu Gesprächen und das Start-up Snacknostalgie konnte mit Kaufland, tegut und V-Markt in Dialog treten. Elvis Bogicevic erhielt mit «Elvis Eis» Gespräche mit K+K und V-Markt. Pure.lyte gewann mit seinem Elektrolyte-Getränk ein Gespräch mit tegut. Das Start-up Karl 0.0 erhielt ein Händlergespräch mit K+K.