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Intakter Premium-Trend

Montag, 02. September 2019
Foto: Fotolia (Dmitry Ersler)

Aufgrund seiner zahlreichen Qualitäten und Verwendungsmöglichkeiten begeistert der Rum immer mehr Konsumenten. Diese stellen entsprechend hohe Anforderungen an das Sortiment im Lebensmitteleinzelhandel.

Die zahlreichen Rum-Varianten entfalten nicht nur eine grosse Geschacksvielfalt beim puren Genuss, sondern bilden auch die Basis für allerlei exotische Cocktails. Jetzt in der kalten Jahreszeit erhält Rum – insbesondere Rum-Verschnitt – einen weiteren Nachfrageschub, weil er für traditionelle heisse Wintergetränke wie zum Beispiel Grog benötigt wird. Damit bietet das «flüssige Gold der Karibik» gerade den Vollsortimentern im LEH die Chance, die differenzierte Nachfrage mit einer Auswahl zu bedienen, die der Discount nicht abbilden kann. «Rum gehört jetzt schon zu den stärksten Kategorien im Markt mit einem überaus hohen Wert», sagt Dr. Tina Ingwersen-Matthiesen, Geschäftsführerin von Borco-Marken-Import. Der Trend gehe klar in Richtung Premium und Superpremium.

Tendenz zu Hochwertigem

Nach einer Marktanalyse von Henkell Freixenet sind bei den Vollsortimentern die Mittelpreislagen aktuell das stärkste Rum-Segment. Unternehmenssprecher Jan Rock: «Wir beobachten, dass der Verbraucher heute ein grösseres Rum-Sortiment fordert, um die verschiedenen Verwendungsanlässe optimal abdecken zu können.» Der Markt bietet dafür reichlich Auswahl – auch oberhalb von 100 Euro pro Flasche. Im gut sortierten LEH halten Markenanbieter Preise von bis zu 60 Euro für erfolgreich handelbar. «Die Menschen geniessen heute viel bewusster einen guten Drink als noch vor ein paar Jahren. Das macht sich auch in der steigenden Nachfrage nach hochwertigen Spirituosen bemerkbar», kommentiert Bacardi Germany den Launch seines neuen Premium-Rums «Gran Reserva Diez» im gutsortierten LEH.        

Rum hat zwar eigentlich ganzjährig Saison, erfährt aber wie andere Spirituosen im vierten Quartal des Jahres einen Nachfragehöhepunkt. Auf Markenwebsites wie www.pott.de werden dem Verbraucher mit zahlreichen Rezeptideen für «Sommerdrinks», «Winterdrinks», «Kochen & Backen» sowie «Rumtopf & Feuerzangenbowle» und «Tee & Grog» viele Verwendungsanlässe für den klassischen braunen Rum geboten. Zu Weihnachten haben zusätzlich die Premium-Sorten als Geschenksets Hochkonjunktur.

Mit Kommunikation punkten

Um dieses Wertpotenzial im Handel ausschöpfen und nutzen zu können, bedarf es am POS optimalerweise einer Kommunikation der Markenwelt, der Herkunft, der Herstellungsverfahren und der idealen Verwendung. Dr. Tina Ingwersen-Matthiesen: «Rum kommt aus verschiedenen Ländern der Erde und hat jeweils unterschiedliche Charakteristika, die Mitarbeiter im Verkauf kennen sollten, um Konsumenten umfassend abzuholen und ihnen die Kaufentscheidung zu erleichtern.»

Warenkunde

Die Zeiten, in denen der Rum als simples Nebenprodukt der Zuckerproduktion den Weg aus der Karibik nach Europa fand, sind lange vorbei. Inzwischen überzeugt das «flüssige Gold» mit exquisiten Qualitäten, die nicht mehr nur aus der Karibik und Mittelamerika, sondern auch aus anderen Zuckerrohr-Regionen wie Mauritius und Réunion, den Kanaren und den Kapverden stammen.

Das Ausgangsprodukt ist eine Maische, die aus einer Mischung aus zerkleinertem Zuckerrohr und Zuckerrohrsaft besteht. Während die spanisch geprägten Regionen den Rum meist in Säulen (Column-Still-Verfahren) brennen, setzen die ehemaligen englischen und französischen Kolonien auf das Brennen im Kessel (Pot-Still-Verfahren). Das Destillat besitzt einen Alkoholgehalt von 65 bis 75 % vol. und muss daher mit destilliertem Wasser auf Trinkstärke gebracht werden. Der Mindestalkoholgehalt für Rum beträgt 37,5 % vol.

Ein einfacher Rum durchläuft eine Reife von drei bis sechs Monaten. Besondere Qualitäten lagern deutlich länger und werden später zu Rums mit Jahresangabe ausgebaut. Wie alle Brände ist der destillierte Rum zunächst klar und transparent, wird also als weisser Rum geboren. Eine goldene bis braune Farbe erhält er entweder durch Zusätze von Karamellsirup und Zuckerlikör oder durch die Lagerung in gebrauchten Whisky- oder Sherry-Holzfässern, die dem Rum nicht nur Farbe, sondern auch zusätzliches Aroma verleihen.

Die seit Jahren wachsende Beliebtheit hat viele Hersteller zu neuen aussergewöhnlichen Rums inspiriert, die – so wie ein guter Cognac oder Whisky – pur genossen werden. Die Weltspirituose Rum ist in Deutschland längst zur Trendspirituose Rum geworden.

(Quelle: BSI)