Neues Image für Rum

Mittwoch, 30. September 2026
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Der Rum-Markt steht unter Druck. Dennoch bieten klar profilierte Sortimente Chancen: gereifte Qualitäten für den bewussten Genuss, vielseitige Cocktail-Basen und Ready-to-Drinks für unkomplizierte Anlässe. Erfolgsentscheidend ist, die Kategorie am POS nicht primär nach Preis, sondern nach Stil, Herkunft und Verwendungsanlass zu strukturieren.

Der deutsche Spirituosenmarkt bleibt anspruchsvoll: Konsumenten kaufen selektiver, trinken seltener und erwarten häufiger einen nachvollziehbaren Mehrwert. Auch die Kategorie Rum entwickelt sich im deutschen LEH rückläufig. Im Jahr 2025 sank laut dem Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI) der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent auf 34,9 Millionen Flaschen à 0,7 Liter. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 377,9 Millionen Euro zurück. Innerhalb der Kategorie zeigen sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen. Während nach Einschätzung mehrerer Branchenexperten weisser Rum als klassische Cocktailbasis an Bedeutung verliert, bleiben braune und gereifte Rum-Qualitäten vergleichsweise stabil. Zusätzliche Impulse versprechen Spiced- und Flavoured-Rums sowie rum-basierte Ready-to-Drinks (RTDs). Diese Entwicklung passt zu einem Konsumverhalten, bei dem weniger, dafür bewusster und hochwertiger eingekauft wird. «Der Markt für Spirituosen und damit auch für Rum ist aktuell anspruchsvoll», so Agata Moryl, Commercial Brand Manager Crossfire Hurricane bei Stock Spirits. Dennoch sieht sie Chancen: «Die Nachfrage nach gereiften Rums bleibt weiterhin hoch. Sie gehören neben Single-Cask-Abfüllungen, Spiced und Flavoured Rums entgegen dem Trend zu den Wachstumstreibern des Segments.» Niklas Milesi, Head of Brand Management bei Pernod Ricard Deutschland, bestätigt diese Entwicklung: «Wachstum findet vor allem im Super-Premium-Bereich statt, insbesondere bei braunem Rum.»
 
Vom Mixgetränk zum Genussprodukt
Rum entwickelt sich zunehmend von der reinen Mix-Spirituose zu einem vielseitigen Genussprodukt. Neben Cocktails und Longdrinks gewinnt der pure Genuss an Bedeutung. Herkunft, Reifung, Produktionsweise und eine glaubwürdige Geschichte werden dabei zu wichtigen Kaufargumenten. «Damit spielt Premiumisierung im Rum-Segment eine anhaltend wichtige Rolle, denn Rum wird zunehmend als hochwertige Genuss- und Sipping-Spirituose wahrgenommen», berichtet Nils Rieckmann, Head of Trade Marketing bei Brown-Forman Deutschland. Zahlungsbereitschaft entstehe vor allem dann, wenn Qualität, Reifung, Herkunft, Authentizität und eine besondere Machart erkennbar vermittelt würden. Daten von NielsenIQ im Auftrag von Brown-Forman zeigen: Im Super-Premium-Plus-Segment mit einem durchschnittlichen Preis von über 29 Euro gewann Rum über einen längeren Betrachtungszeitraum Marktanteile. Zuletzt zeigte sich das Segment zwar leicht rückläufig. Dennoch bestätigt die Entwicklung die Relevanz hochwertiger Angebote am Point of Sale. Das klassische Premium-Segment zwischen 21 und 28,99 Euro steht dagegen stärker unter Druck. Für den Handel bedeutet das: Ein höherer Preis allein reicht nicht aus. Entscheidend sind nachvollziehbare Qualitätssignale und eine klare Differenzierung am Regal.
 
Herkunft schafft Orientierung
Besonders bei gereiften Rums gewinnt die Herkunft an Gewicht. Barbados, Jamaika, Kuba oder die Dominikanische Republik stehen für unterschiedliche Stilistiken und Aromaprofile: von weich und ausgewogen über fruchtig-intensiv bis hin zu würzig und fassbetont. Für die Sortimentsgestaltung bietet sich deshalb eine einfache Orientierung nach Herkunft und Geschmacksstil an. Konsumenten können dadurch schneller erkennen, ob ein Rum eher mild und zugänglich, fruchtig und intensiv oder würzig und fassbetont ausfällt. «Herkunft, Reifung und Produktionsverfahren sind heute wichtige Qualitätsindikatoren und beeinflussen die Kaufentscheidung zunehmend», so Andreas Wiech, Managing Director bei Eggers & Franke. Besonders gefragt seien gereifte Caribbean Rums, Premium-Rums aus Barbados sowie charakterstarke Stile mit klar erkennbarem Herkunftsprofil.
 
Jamaika steht etwa für intensive Fruchtaromen, markante High-Ester-Noten und geschmackliche Tiefe. Crossfire Hurricane von Stock Spirits vereint Destillate der Traditionsdestillerien Hampden Estate, Long Pond, Worthy Park und Clarendon. Kuba wiederum ist für viele Konsumenten eng mit klassischer Rum-Kultur verbunden. Bei Eminente verweist Moët Hennessy auf die kubanische Herkunft, die Reifung in ehemaligen Bourbon-Fässern sowie eine transparente Kommunikation zu Zutaten und Zuckergehalt. Auch für Whisky-affine Zielgruppen bieten gereifte, limitierte oder im Fass veredelte Rums Potenzial. 
 
Cocktails als Einstieg
Gleichzeitig bleibt Rum eine zentrale Basisspirituose für Cocktails. Mojito, Cuba Libre oder Piña Colada sind weithin bekannt und bieten einen einfachen Zugang zur Kategorie. Gerade jüngere Erwachsene und Frauen konsumieren Rum häufig gemixt. Dazu sagt Niklas Milesi: «Bei Frauen und in der Gen Z wird Rum sogar nahezu ausschliesslich gemixt konsumiert.» Der Mojito zähle neben dem Spritz zu den beliebtesten Drinks in Deutschland. Cocktails bleiben deshalb ein wichtiger Anlass – in der Gastronomie ebenso wie zu Hause. RTDs können diesen Einstieg zusätzlich vereinfachen. Dosen und trinkfertige Varianten wie Rum-Cola oder Mojito sprechen spontane Konsumanlässe und den Unterwegs-Konsum an. 
 
Klare Struktur am POS
Rum sollte im Regal als vielseitige Kategorie sichtbar werden – vom unkomplizierten Mixgetränk bis zur hochwertigen Spirituose für den puren Genuss. Eine klare Architektur kann dabei Orientierung schaffen: Weisser Rum für Cocktails und Longdrinks, Spiced-, Flavoured- und RTD-Produkte für unkomplizierte, spontane Anlässe; gereifte Rums nach Herkunft und Geschmacksprofil für den bewussten Genuss; limitierte und besonders hochwertige Abfüllungen als Impuls für anspruchsvolle und Whisky-affine Zielgruppen. Regalstopper, kurze Geschmackshinweise und einfache Cocktail- oder Servierempfehlungen helfen, die Unterschiede verständlich zu machen. So lässt sich der Preis besser einordnen und die Kategorie gewinnt an Profil. 
 
 
 

Tipps für den Point of Sale

1. Regal nach Genussanlass strukturieren
Klare Segmente wie «Cocktails & Longdrinks», «Gereift & pur geniessen», «Spiced & Flavoured» sowie «RTDs» erleichtern die Orientierung. Herkunfts- und Geschmackswelten schaffen zusätzliche Kaufimpulse.

2. Premium verständlich erklären
Bei gereiften Rums sollten Reifedauer, Herkunft, Fassart und Geschmacksprofil direkt am Regal sichtbar sein. Hinweise wie «ideal pur oder auf Eis» senken die Einstiegshürde.

3. Cocktails als Kaufanlass nutzen
Rezeptkarten, Zutaten-Bundles und Platzierungen mit Limetten, Cola, Ginger Beer oder Cocktailzubehör machen die Verwendung konkret. Saisonale Themen wie «Sommercocktails», «Tiki Night» oder «Winterdrinks» erhöhen die Aufmerksamkeit.

4. Verkostungen gezielt einsetzen
«Besonders Verkostungen sind wirkungsvoll, da sich Qualität beim puren Genuss sofort erschliesst», betont Niklas Milesi von Pernod Ricard Deutschland. Tastings eignen sich besonders für gereifte und erklärungsbedürftige Premium-Rums.

5. Zweitplatzierungen mit Mehrwert schaffen
Displays, Geschenksets, Glaszugaben oder Food-Pairings erhöhen Sichtbarkeit und Wertigkeit. Brown-Forman setzt etwa bei Diplomático auf die Verbindung von Rum und Schokolade. Solche Genusskombinationen schaffen konkrete Impulskaufanlässe.

6. Preisaktionen dosiert nutzen
Premium-Rum sollte nicht dauerhaft über Rabatte verkauft werden. «Wichtig ist dabei, Premium-Produkte nicht dauerhaft über Preisaktionen zu vermarkten, um ihre Wertigkeit und Premium-Positionierung zu erhalten», erklärt Niklas Milesi. Besser funktionieren zeitlich begrenzte Anlässe, Probierformate und hochwertige Zugaben.

Quellen: Brown-Forman Deutschland, Eggers & Franke, Moët Hennessy, Pernod Ricard Deutschland, Stock Spirits GmbH

 

News

Foto: Globus

Der SB-Warenhaus­betreiber Globus erwei­tert sein gastronomisches Angebot: In allen Globus Markthallen gibt es ab sofort ausgewählte Gerichte aus den eigenen Restaurants auch zum Mitnehmen.

Foto: Globus

Mit der Zusammenarbeit mit Naturland geht der Markant Partner den nächsten strategischen Schritt beim Ausbau seines Bio-Sortiments und ergänzt die Partnerschaften mit Bioland und Demeter.

Foto: stock.adobe.com - nenetus

Die Generation Z kocht häufiger selbst, als gängige Vorurteile vermuten lassen: Mehr als jede zweite 16- bis 29-jährige Person isst täglich zu Hause zubereitete Mahlzeiten.

Foto: VdF e. V.

Jeder vierte Befragte im Alter von 16 bis 26 Jahren gibt an, regelmässig Mocktails zu trinken. Im Sommer 2025 lag der Anteil erst bei elf Prozent.

Statements

Der Imagewandel von Rum setzt sich fort: weg von einer primär zum Mixen verwendeten Spirituose hin zu einem hochwertigen Genussprodukt, das zunehmend auch pur konsumiert wird. Diese veränderte Wahrnehmung dürfte die Entwicklung im Super-Premium-Segment begünstigen.
Nils Rieckmann,
Head of Trade Marketing,
Brown-Forman Deutschland
 
 
 
Die Premiumi­sie­rung ist ein zentraler Treiber im Rum-Segment. Verbraucher entscheiden sich zunehmend für weniger, dafür für hochwertigere Genussmomente. Herkunft, Qualität, Reifung, Handwerkskunst und Authentizität spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Andreas Wiech,
Managing Director,
Eggers & Franke
 
 
 
Eine klare Regalarchitektur nach Stil und Herkunft schafft mehr Orientierung als eine Sortierung allein nach Preis. Kuba besitzt für die Rum-Kategorie eine hohe Strahlkraft: Die Herkunft, die lange Rum-Tradition der Insel und der Zuckerrohranbau bieten starke Anknüpfungspunkte für die Premium-Positionierung.
Alexandra Miruna Curecheriu,
Sales Director Off-Trade,
Moët Hennessy Deutschland

 
 
 
 
Rum steht für einige der beliebtesten Cocktails in Deutschland: Mojito, Piña Colada oder Cuba Libre erreichen weiterhin ein breites Publikum. Langfristig wird es darauf ankommen, eine neue Generation von Rum-Drinks zu entwickeln, die Trends wie moderaten oder alkoholfreien Genuss aufgreift.
Niklas Milesi,
Head of Brand Management,
Pernod Ricard Deutschland
 
 
 
 
Wir beobachten, dass Millennials eine besonders interessante Zielgruppe für hochwertige Rum-Qualitäten sind. Diese Generation zeigt grosses Interesse an Premium-Spirituosen und entscheidet sich verstärkt nach dem Prinzip «Weniger, dafür bessere Qualität». Geschmack, Herkunft und ein bewusstes Genusserlebnis gewinnen dabei an Bedeutung.
Agata Moryl,
Commercial Brand Manager Crossfire Hurricane,
Stock Spirits 
 
 
 

Info

Im deutschen LEH sank der Absatz von Rum 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht. Insgesamt wurden rund 34,91 Millionen Flaschen à 0,7 Liter verkauft, nach 36,08 Millionen Flaschen im Jahr 2024. Das entspricht einem Rückgang um 1,17 Millionen Flaschen beziehungsweise 3,2 Prozent.
Auch beim Umsatz war die Entwicklung rückläufig: Der Umsatz mit Rum verringerte sich von 393,48 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 377,87 Millionen Euro im Jahr 2025. Damit lag er um 15,61 Millionen Euro beziehungsweise 4,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz ging somit etwas stärker zurück als der Absatz.
 
Quelle: BSI, Daten aus der Alkoholwirtschaft 2026, S. 28–29; Circana. Basis: LEH inklusive Discounter, exklusive Fachhandel und Kaufhäuser; Absatz in 1000 Flaschen à 0,7 Liter, Umsatz in 1000 Euro.
 
 
 

Produkte

Brown-Forman
«Diplomático Reserva Exclusiva» wird aus Reserven unterschiedlichen Alters und Profils, darunter zwölf Jahre alte Reserven, geblendet, um die ihn auszeichnende Ausgewogenheit und Sanftheit zu erreichen. Mit Aromen von Kuchen, Kakao, Ingwer, Zimt und Nelke entfaltet er am Gaumen eine Komplexität von süssem Toffee, Fudge und tropischen Früchten.

Eggers & Franke 
Die Reise von «Burlanegra» beginnt in der Dominikanischen Republik, wo ein Blend aus sorgfältig ausgewählten karibischen Rumsorten destilliert und zunächst zwölf Monate tropisch gelagert wird. Anschließend reist er nach Andalusien: sechs weitere Monate reifen die Destillate dort in historischen Amontillado-VORS-Sherryfässern – Fässer, in denen zuvor Very Old Rare Sherry lagerte. Den finalen, unverwechselbaren Akzent setzt die Hydratation mit gereinigtem Atlantikwasser: Sie verleiht dem Rum seine charakteristische salzige, maritime Note.

Pernod Ricard 
«Havana Club Especial» ist ein hochwertiger, goldener Rum, der sich durch ein mildes, ausgewogenes Geschmacksprofil auszeichnet. Er ist perfekt ausbalanciert und vereint die für weisse Rumsorten typische Leichtigkeit mit der fruchtigen Komplexität, die man eher mit gereiften Rumsorten in Verbindung bringt. Sein Geschmacksprofil vereint süsse Vanille, sanfte Karamellnoten, würzigen Zimt und spritzige Orange.

Stock Spirits 
Im Mai launchten die Rolling Stones ihre Super-Premium-Rum-Marke «Crossfire Hurricane» erstmals in Deutschland. Gemeinsam mit Stock Spirits startet damit der erste jamaikanische Rum-Blend im deutschen Markt, der Destillate aus vier jamaikanischen Destillerien zusammenführt. Crossfire Hurricane» startet mit zwei Varianten: «Crossfire Hurricane Gold» ist ein vielseitiger jamaikanischer Rum für moderne Signature-Drinks und klassische Cocktails. «Crossfire Hurricane Reserve» richtet sich insbesondere an anspruchsvolle Rum- und Bar-Konsumenten.

Moet Hennessy 
Die kubanische Premium-Rum-Marke Eminente präsentiert mit «Eminente Carta Oro» eine neue Facette ihrer Rumkunst. Inspiriert von der Wildnis Kubas und veredelt durch jahrhundertealte Handwerkskunst, verbindet «Eminente Carta Oro»intensive Aromen von kandierter Orange, Karamell und Vanille mit einer aussergewöhnlichen Tiefe und Balance. Am Gaumen entfalten sich Noten reifer Mango, umspielt von feinen Röstaromen.