Ehrgeizige Ziele

Freitag, 31. Juli 2026
Foto: Bio Suisse

Der Schweizer Bio-Markt eilt von Rekord zu Rekord – und setzt auch im internationalen Vergleich Masss­täbe. Die Trends und Treiber sind vielfältig, die Zielsetzungen der Branche bis zum Jahr 2030 ambitioniert. 

In der Schweiz legte der gesamte Bio-Sektor mit Einzelhandel, Fachhandel, Direktvermarktung, und weiteren Absatzkanälen in 2025 ein starkes Jahr hin. Mit einem Umsatz von 4,266 Milliarden Franken ist Bio um 2,8 Prozent gewachsen und erreichte einen neuen Rekordwert. «Bio hat sich etabliert und ist ein immer wichtiger werdender Bestandteil unseres Ernährungssystems. Das stimmt uns auch für die kommenden Jahre sehr zuversichtlich», kommentierte Balz Strasser, Co-Geschäftsführer des Verbandes Bio Suisse, die Entwicklung bei Vorlage der Zahlen. 52 Prozent aller Schweizer Konsumenten kaufen täglich oder mehrmals pro Woche Bio-Produkte. Die Schweiz festigte im vergangenen Jahr auch ihre Position als führende Bio-Nation – sowohl beim Anteil am Warenkorb als auch bei den Pro-Kopf-Ausgaben von 468 Franken. Nach wie vor werden in der Deutschschweiz über dreimal mehr Bio-Lebensmittel ver­kauft als in der Westschweiz. 
 
LEH ist tragende Säule
Mit den Pro-Kopf-Ausgaben für Bio liegt die Schweiz 2025 erneut vor Dänemark, Österreich, Luxemburg und Schweden. «Dank der guten Stimmung der Bio-Konsumenten», so Bio Suisse, «widersetzt sich der Bio-Markt dem schwierigen Marktumfeld.» Die stärkste Säule im Vertrieb ist der Einzelhandel, dessen Bio-Anteil an seinem Umsatz bei 12,3 Prozent liegt. Damit hält der Schweizer Detailhandel laut Bio Suisse auch weltweit den grössten Bio-Marktanteil im Einzelhandel. 
 
Neuheiten als Treiber
Vor allem bei den Frischprodukten schätzen die Schweizer Bio-Qualität. Unter allen Produktgruppen haben Obst und Gemüse mit 770 Millionen Franken den höchsten Umsatz. Beim Marktanteil liegen Bio-Eier mit fast 28 Prozent vorn, dicht gefolgt von Gemüse/Salaten/Kartoffeln (27 %). Brot belegt mit 24,6 Prozent Platz drei. Molkereiprodukte halten einen Marktanteil von 14 Prozent. Hier steigt der Absatz von Produkten mit der Bio-Knospe Jahr für Jahr – unter anderem auch dank neuer Produkte wie Bio-Skyr.
 
Starke Bio-Importe
Nicht alle Produkte können im Inland produziert werden. Deswegen pflegt Bio Suisse Partnerschaften mit Bio-Betrieben im Ausland, die nach den  Bio-Suisse-Richtlinien produziert und zertifiziert werden. Erkennbar sind sie am «Knospe»-Logo. Die grössten Import­volumina stammen aus Deutschland, Österreich sowie Italien und betragen 146 000 Tonnen. Das entspricht
55 Prozent des gesamten Importvolumens. Spanien ist das Land mit den meisten zertifizierten Betrieben – dort produzieren 684 Betriebe Lebensmittel nach den Bio-Suisse-Richtlinien. Die mengenmässig wichtigsten Bio-Importprodukte sind Zuckerrüben mit 73 000 Tonnen sowie Getreide mit 66 000 Tonnen. 
 
Neue Kanäle im Visier
Bio Suisse will sich mit der heutigen Situation nicht zufriedengeben. «Bio-Weltmeisterin zu sein ist schön, aber wir wollen mehr», stellt Balz Strasser klar und will den Bio-Marktanteil bis 2030 von heute 12,3 auf 15 Prozent steigern. Dieses Ziel lässt sich dem Verband zufolge aber nur erreichen, wenn die Partner im Detailhandel Bio weiter forcieren. Diese sind mit einem Anteil von fast 80 Prozent der Bio-Motor. Ergänzend dazu möchte Bio Suisse neue Verkaufskanäle beliefern, etwa die Verpflegung ausser Haus und die Gemeinschaftsgastronomie. Als besonders interessant gelten Bahnhöfe und urbane Zentren mit ihren «To Go»- und Convenience-Formaten. Strasser: «Auch wer sich schnell verpflegt, soll Bio essen können.»

News

Foto: Globus

Der SB-Warenhaus­betreiber Globus erwei­tert sein gastronomisches Angebot: In allen Globus Markthallen gibt es ab sofort ausgewählte Gerichte aus den eigenen Restaurants auch zum Mitnehmen.

Foto: Globus

Mit der Zusammenarbeit mit Naturland geht der Markant Partner den nächsten strategischen Schritt beim Ausbau seines Bio-Sortiments und ergänzt die Partnerschaften mit Bioland und Demeter.

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Die Generation Z kocht häufiger selbst, als gängige Vorurteile vermuten lassen: Mehr als jede zweite 16- bis 29-jährige Person isst täglich zu Hause zubereitete Mahlzeiten.

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Jeder vierte Befragte im Alter von 16 bis 26 Jahren gibt an, regelmässig Mocktails zu trinken. Im Sommer 2025 lag der Anteil erst bei elf Prozent.

Bio-Märkte

In Deutschland stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln im ersten Quartal 2026 um sechs Prozent auf 4,91 Milliarden Euro im Vergleich zum ersten Quartal 2025, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) berichtet. Besonders hoch fiel das Wachstum bei den Drogeriemärkten mit plus 14 Prozent aus. Marktführer ist der Discount (30 %), gefolgt von den Vollsortimentern (29 %). Treiber im LEH sind erneut die Eigenmarken mit plus 12,5 Prozent.
 
In Österreich ist der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln 2025 laut AMA-Marketing um 6,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Besonders hoch ist die Bio-Rate beim Mehl mit 30 Prozent. Beim Fleisch ist der Anteil auf über acht Prozent gestiegen, getragen von Rind-, Kalb- und Hühnerfleisch. Besonders beliebt ist Bio in den Städten. In Wien kommt der Bio-Anteil auf 15,4 Prozent, in Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern sind es 10,4 Prozent.