Der Tiroler Nahversorger MPREIS geht seit Jahren konsequent gegen Lebensmittelverschwendung vor. Dahinter steht ein mehrstufiges System, das laufend optimiert wird.
In Österreich landen rund eine Million Tonnen Lebensmittel jährlich im Müll, wie Agrarmarkt Austria Marketing (AMA), der WWF Österreich und andere Institutionen im Jahr 2025 ermittelt haben. Der Grossteil davon – mehr als 50 Prozent – stammt zwar aus privaten Haushalten, aber auch der Handel, die Gastronomie und die Industrie haben ihren Anteil daran. Diesen so weit wie möglich zu minimieren, beschäftigt den Nahversorger MPREIS bereits seit Langem. Der Tiroler Markant Partner begegnet dem Problem mit einer breit angelegten Strategie, die seit Jahren ausgebaut wird. Auch im laufenden Jahr wird das System weiter optimiert, um so viele Lebensmittel wie möglich vor der Tonne zu bewahren.
Sorgfältige Bestellungen
Bereits beim Einkauf setzt MPREIS auf Bestandsoptimierung, um Über- und Restbestände zu vermeiden. Die Filialen nutzen moderne Systeme, bestellen Obst und Gemüse manuell nach und orientieren sich am tatsächlichen Tagesbedarf. Zum Ladenschluss wird die Warenverfügbarkeit angepasst. Beispielsweise wird bis auf das Kernsortiment nicht mehr alles nachgebacken. Regelmässige Mindesthaltbarkeits- und Qualitätskontrollen ermöglichen rechtzeitige Rabattierungen, etwa bei Brot vom Vortag, mit Last-Minute-Angeboten oder vergünstigten Obst- und Gemüse-Kisten. Die Kunden haben 2025 durch den Einkauf von 145 000 reduzierten Kisten 660 Tonnen Obst und Gemüse vor der Entsorgung bewahrt. Ebenfalls konnten so über 340 Tonnen Gebäck gerettet werden.
Zahlreiche Partner
Über zusätzliche Vertriebskanäle wie «Too Good To Go» finden weitere Produkte kurz vor dem Ablauf der Mindesthaltbarkeit preisbewusste Abnehmer. Im Rahmen dieser Kooperation konnten 2025 bei MPREIS, miniM und Baguette über 125 000 Überraschungssackerl gerettet werden. Darüber hinaus stellt MPREIS sicher, dass nicht mehr verkaufsfähige, aber weiterhin einwandfreie Lebensmittel nicht verloren gehen. Was in den Filialen nicht verkauft wird, geht vorrangig für den menschlichen Verzehr an soziale Organisationen, Vereine, Bildungsinitiativen sowie an Foodsharing-Initiativen. Im vergangenen Jahr kamen auf diesem Weg rund 770 Tonnen Lebensmittel zusammen, verteilt über 40 Partnerorganisationen.
Konsequente Verwertung
Ausserdem erhalten rund 400 Tierhalter, insbesondere aus kleinstrukturierter Landwirtschaft, jährlich etwa 400 Tonnen Obst, Gemüse und Gebäck als Futterspenden. Was nach diesen Massnahmen noch übrig bleibt, wird so gut wie möglich weiter verwertet. Nicht mehr geniessbare Lebensmittel landen zur sinnvollen, regionalen Verwertung bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben, die daraus in Kombination mit Klärschlamm Biogas herstellen, welches wiederum via Blockheizkraftwerk für die Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Auch Fleisch- und Knochenreste aus der Alpenmetzgerei sowie Retourwaren aus den Märkten werden gesammelt und zu technischen Fetten – zum Beispiel für die Kosmetikindustrie – und zu Düngemittel verarbeitet. Damit schliesst MPREIS den Kreislauf und führt diese natürlichen Rohstoffe wieder in die Produktion zurück.
Neue Kooperationen
«Die erreichten Fortschritte sind eine Bestätigung für unsere zahlreichen Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung», betont die MPREIS-Geschäftsführung.
Mit den Erfahrungen aus dem Vorjahr werden die Massnahmen und Kooperationen 2026 weiter ausgebaut. Deshalb sei es für MPREIS auch eine Selbstverständlichkeit, der Allianz gegen Lebensmittelverschwendung, die von der Tafel Österreich ins Leben gerufen wurde, beizutreten.