Desserts stehen bei den Konsumenten für Genuss und kleine Luxusmomente. Besonders beliebt sind daher vor allem verwöhnende und vollmundige Varianten sowie aussergewöhnliche Kombinationen.
Gekühlte Desserts sind eine hochfrequentierte Warengruppe. Eine aktuelle Studie von mafowerk zeigt: Bei rund zwei Dritteln der Dessert-Konsumenten landen sie mindestens einmal pro Woche im Einkaufswagen – meistens in variierenden Sorten und von unterschiedlichen Marken. Konsumenten gekühlter Desserts schätzen offensichtlich die Abwechslung und greifen auch gerne bei Angeboten zu.
Laut Leonie Bartsch, Senior Brand Manager bei der Molkerei A. Müller, sind besondere Geschmackserlebnisse gefragt – cremig, intensiv und abwechslungsreich: «Indulgence ist der zentrale Treiber. Desserts sind für viele ein bewusster Moment des Verwöhnens.» Genussvolle Geschmacksrichtungen, nussige Varianten sowie limitierte Editionen, wie die aktuellen Müller Milchreis Limited Editions, die Bakery Sweet Treats wie Milchreis in der Variante «Typ Nuss Schnecke» in die Kühlregale bringen, kommen bei den Konsumenten besonders gut an. Eine neue Dimension des Indulgence-Genusses eröffnen möchte Müller laut eigenen Angaben mit dem Launch einer neuen Marke. Bei den neuen Desserts stehe Schokolade im Mittelpunkt, intensiv und in überraschenden Kombinationen.
Dynamik im Markt
Der Markt für gekühlte Desserts entwickelt sich dynamisch. Laut Tobias Henneberger, Vertriebsdirektor Marke DACH bei Ehrmann, stehen Premiumisierung und innovative Geschmackserlebnisse dabei im Fokus, während traditionelle Formate weiterhin hohe Beliebtheit geniessen – vor allem Mousse-Desserts. «Mousse ist ein Genussanker im Bereich der Desserts»,
so Henneberger. «Mousse-Desserts im Kühlregal verzeichnen seit mehreren Jahren überdurchschnittliches Wachstum. Die Kombination aus Genuss, Convenience und Premiumpositionierung trifft den Zeitgeist.»
Premiumqualität
Zum Dorfkrug positioniert seine Dessert-Range klar als Premium-Alternative. Das Unternehmen, das aus einem Restaurant hervorgegangen ist, prägt nach wie vor der gastronomische Anspruch. Laut Geschäftsführer
Thomas Hauschild sollen die Zum Dorfkrug Desserts Restaurantqualität ins Kühlregal bringen – mit klaren Rezepturen, hochwertig, vollmundig und «als wären sie gerade in der Küche frisch angerichtet worden». Für die Konsumenten gewinnen auch in dieser Kategorie Clean Label sowie die Herkunft der Zutaten zunehmend an Relevanz. Bei Zum Dorfkrug werden die Milchdesserts mit Milch aus dem eigenen Landhof hergestellt und alle Rezepturen werden klar gehalten. So können beispielsweise Fruchtgrützen als veganes, gluten- und laktosefreies Dessert alle Ernährungsweisen am Tisch zu einem gemeinsamen Dessert zusammenbringen. Fruchtgrützen geniessen laut Hauschild den Vorteil von den Konsumenten nicht als «Spezialprodukt», sondern als klassisches leckeres Dessert wahrgenommen zu werden.
Luxus-Auszeiten
Der Rückzug ins Private bleibt ein wichtiger Einflussfaktor auf den Dessert-Sektor. Hierzu Konstantin Uplegger, Geschäftsführer der Uplegger Food Company: «Haushalte spüren den gestiegenen Kostendruck und ersetzen Restaurantbesuche durch Premium-Produkte aus dem SB-Sortiment, die für leistbaren Luxus sorgen.» Die Wahl des Desserts unterliegt laut Uplegger dabei meistens ausschliesslich dem Genuss-Aspekt: «Desserts, die einen ernährungsbewussten Ansatz wie etwa zucker- oder fettreduziert verfolgen, können geschmacklich häufig noch nicht überzeugen und erfüllen damit den Verbraucherwunsch nach kompromisslosem Genuss nicht. Daher greifen Verbraucher für besondere Genussmomente bewusst zu anderen Desserts.» High-Protein sei einer der wenigen Dessert-Bereiche, bei dem Funktionalität offenbar vor Geschmack stehe. Jedoch würden Verbraucher durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Qualitäten auch in diesem Sortiment zunehmend höhere Ansprüche an Qualität und Geschmack stellen. Gekühlte Desserts sind für den Handel aufgrund ihrer Beliebtheit sowie ihrer hohen Kauffrequenz eine wichtige Warengruppe. Im Kühlregal ist Vielfalt gefragt: Neben Klassikern stehen besondere Geschmackskombinationen und limitierte Varianten hoch im Kurs. Die höchste Priorität hat bei der Kaufentscheidung in dieser Kategorie aber immer der Genussfaktor.