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Im Alltag bleibt vielen Verbrauchern kaum Zeit für ein ausgiebiges Frühstück. Verzehrfertige Produkte eröffnen hier als schnelle und gesunde Alternative neue Umsatzchancen am Point of Sale.
«Gegessen wird heute überall, oft «on the go» und spontan», sagt Hanni Hützler, österreichische Ernährungswissenschaftlerin und Food-Trendforscherin. Ob in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz: Das veränderte Ernährungsverhalten der Verbraucher ist Ausdruck unseres mobilen und flexiblen Lebens geworden und fängt schon beim Frühstück an – für die Mehrheit der Deutschen eine sehr wichtige oder sogar extrem wichtige Mahlzeit am Tag, wie die Marktforscher von Mafowerk in einer Studie ermittelt haben. Rund 60 Prozent leben danach und frühstücken täglich zuhause, aber: Der Alltagsstress hat die meisten voll im Griff, Zeit für das ausgiebige Frühstück findet sich häufig nur am Wochenende. Innerhalb der Woche nehmen sich die meisten nur wenig Zeit für die Zubereitung zuhause, fast jeder zweite maximal fünf Minuten. Etwa 40 Prozent frühstücken dagegen mindestens einmal pro Woche auswärts. Von den «Auswärts-Frühstückern» frühstücken aber immerhin rund 28 Prozent überwiegend zuhause, etwa 12 Prozent meist oder gar nicht zuhause.
Genussreiche Nährwerte
Diesem Trend folgen die Hersteller mit einer stetig steigenden Zahl von Convenience-Produkten, die zum Frühstück oder zwischendurch ohne Aufwand verzehrt werden können, viele davon auch als To-go-Varianten. Dazu gehören beispielsweise fertig gemischte Nassprodukte wie Müslis oder Cerealien (mit Joghurt/Quark) im Becher, Porridges, Müsli- oder Proteinriegel, aber auch fertige Smoothies, probiotische Milchgetränke, Milchmix- oder Kaffeekaltgetränke.
Neben dem Trend zum Ausserhausverzehr beobachtet Dr. Oetker eine wachsende Nachfrage nach Produkten mit reduziertem Nährwertprofil, die für bewussten Genuss stehen. Beide Trends kombiniert das im Mai bereits in Deutschland wie in Österreich gelaunchte Produkt Vitalis Porridge. Genuss nach Schweizer Art versprechen auch neue mit Joghurt fertig gemischte Bircher- oder Beeren-Müeslis von Hilcona, die zum Frühstück oder als Snack zwischendurch verzehrt werden können.
Backspezialist Dermaris will das Wachstumspotenzial der Convenience-Frühstücksangebote mit kühlfrischen Brot-Snacks aufrollen. Dabei setzt der Hersteller auf Weizenbrötchen mit Vollkorn, getoppt mit knuspriger Körnermischung, die fruchtig oder herzhaft gefüllt sind und jeweils als Duo im Snack-Cup to go für die Platzierung im Kühlregal oder in der Kühltruhe neben Sandwiches & Wraps empfohlen werden.
Allerdings werde das Vermarktungspotenzial solcher Produkte noch nicht richtig ausgeschöpft, stellen die Studienautoren von Mafowerk fest. Zwar kennen gut 40 Prozent der Befragten solche Produkte, gekauft hat sie aber nur knapp jeder fünfte. Hier gilt es, die Wünsche und Erwartungen der Verbraucher an ein schnelles und gesundes Frühstück in weitere Produktinnovationen umzusetzen, Kommunikation und Werbung passgenau auf die Zielgruppen auszurichten und auch am Point of Sale durch eine aufmerksamkeitsstarke Präsentation, Zweitplatzierungen sowie Themen- und Probieraktionen die Awareness zu erhöhen. Peter Mahn, Geschäftsführer von Mafowerk, empfiehlt dem Handel ein anlassbezogenes Category Management beim Thema Frühstück, um verzehrfertige Produkte stärker in den Fokus zu rücken (s. Interview mit Peter Mahn).
Interview
Peter Mahn, Geschäftsführer Mafowerk, empfiehlt dem Handel ein anlassbezogenes Category Management beim Thema Frühstück, um verzehrfertige Produkte stärker in den Fokus zu rücken.
Welche verzehrfertigen Frühstücksprodukte stehen bei den Verbrauchern auf der Wunschliste?
Konsumenten können sich verzehrfertige Frühstücksprodukte am besten bei Brot und Backwaren, Joghurt und Quark sowie Müsliprodukten vorstellen. Jeder Dritte denkt auch an Cerealien-Produkte, Obst und Milchgetränke.
Was wünschen sich Verbraucher in diesem Zusammenhang an ernährungsphysiologischen Mehrwerten?
Gesunde Zutaten, idealerweise verbunden mit Ballaststoffen und/oder Milch/Müsli sollten verzehrfertige Frühstücksprodukte vor allem beinhalten. Die Nennung von einer ganzen Reihe von möglichen Zutaten öffnet Tür und Tor für unterschiedlichste innovative Produktideen in diesem Bereich.
Laut Studie sind vielen Konsumenten solche Produkte gar nicht bekannt. Wie können Industrie und Handel dies verbessern?
Verzehrfertige Frühstücksprodukte sind knapp 40 Prozent der Befragten unbekannt. Dies ist auch ein Hinweis auf ausbaufähige Kommunikation zum Thema Frühstück: Nur 14 Prozent konnten sich an Aktivitäten von Marken oder Handelsunternehmen zum Thema Frühstück erinnern. Dabei bieten sich vielfältige Möglichkeiten, das Thema Frühstück direkt am Point of Sale zu thematisieren, beispielsweise durch ein anlassbezogenes Category Management und nicht durch ein warengruppenbezogenes Category Management.





















