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Frische und Qualität punkten

Dienstag, 02. April 2019
Foto: Fotolia (olhaafanasieva)

Gekühlte Beilagen-Produkte gewinnen als Multitalente in der Küche deutlich an Verbraucherakzeptanz – in regionalen wie internationalen Gerichten.

Ob Maultaschen, Gnocchi, frische Pasta oder Knödel – für einen Grossteil der Verbraucher sind diese Convenienceprodukte aus dem Kühlregal zu unverzichtbaren Helfern geworden, um schnell und bequem eine komplette Mahlzeit zuzubereiten. Zudem befeuern aktuelle Verbrauchertrends in der Ernährung das Wachstum, aber auch das steigende Qualitätsbewusstsein der Konsumenten.

Die Verbraucherpräferenzen verlagern sich bei den Beilagen von Trocken- zu Frischware. Laut Bürger hat sich das Image von Fertiggerichten stark verbessert. Frische und Convenience seien dank hoher Produktqualität und Verzicht auf Konservierungsstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker für den Verbraucher kein Gegensatz mehr. Clean Label stehe dabei ausserdem für unverfälschten Genuss.

Impulse aus der Gastronomie

Diese Entwicklungen spiegeln auch aktuelle Marktdaten von Nielsen wider. Insbesondere der Bereich der gekühlten Pasta ist 2018 ein Wachstumsmotor mit zweistelligen Steigerungsraten gewesen und damit doppelt so schnell gewachsen wie gekühlte Teigwaren insgesamt. Davon profitieren etablierte Mainstream-Produkte wie auch innovative Konzepte. Zudem erhalten die Teigwaren Impulse durch aktuelle Trends aus der urbanen Küche, aber auch aus der Gastronomie. So hat Hersteller Steinhaus beispielsweise die neuen japanischen Chinmi-Teigwaren auf den Markt gebracht. TK-Pizza- und Snackspezialist Nestlé Wagner hat jetzt auch den Sprung ins Kühlregal gewagt. Mit neuen Frischteigen, die ebenfalls zu den Wachstumssegmenten zählen, will der Hersteller nach eigenen Aussagen die Kreativität der Verbraucher fördern, ihrem Bedürfnis nach individuellen Belägen nachkommen – und zugleich mit einer cleanen Zutatenliste punkten. Der österreichische Frischeteigespezialist Tante Fanny hat sein Sortiment einen frischen Quicheteig erweitert, der mit Butter verfeinert ist. Ein weiteres Produkt aus süssem Mürbeteig soll im Mai folgen.

Im Zuge vegetarischer und flexitarischer Ernährungsweisen einer wachsenden Verbraucherzahl rücken natürlich auch verstärkt fleischlose Rezepturen in den Fokus.  Die Hersteller haben ihre Sortimente entsprechend angepasst –  etwa mit vegetarischen Frischkäse-Gnocchi (Hilcona), mit einer neuen vegetarischen Sorte in der Range «Creazioni di Pasta» (Steinhaus) oder «Kartoffel-Gnocchi mit Süsskartoffeln, Roter Bete und Spinat» als vegane Teigwaren (Bürger).

Deutlicher Schub für Bio

Ein weiteres Trendthema, das in diesem Sortiment zunehmend abgebildet wird, sind Herkunft und Nachhaltigkeit. So setzt beispielsweise Hilcona auf Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft. Aktuell stehen im Hilcona-Pasta-Sortiment drei unterschiedliche Sorten Frische-Pasta in Bio-Qualität zur Auswahl. Grundsätzlich ist das Bio-Angebot im Pasta-Segment nicht wirklich neu, war jedoch bislang als Nischensegment von nachrangiger Bedeutung. Jüngste Platzierungen im Discountbereich haben dieser Angebotsform aber einen deutlichen Schub versetzt.

Der insgesamt sehr vielseitigen Kategorie wird aus Herstellersicht noch nicht genügend Rechnung getragen bei der Platzierung am Point of Sale. Aus Sicht von Bürger sollte die Ware möglichst weit vorn im Markt und in der Nähe der To-go-Produkte platziert werden. Sommerlich-leichte Rezeptvorschläge in den Handzetteln oder zum Mitnehmen am Regal geben zusätzliche Impulse in der warmen Jahreszeit.

Info

Umsatzprognose von Fertiggerichten in der DACH-Region

Deutschland

  • Der Umsatz im Segment Fertiggerichte beträgt 2019 etwa 4.894 Mio. €.
  • Laut Prognose wird im Jahr 2023 ein Marktvolumen von 5.346 Mio. € erreicht; dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 2,2% (CAGR 2019-2023).
  • Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in diesem Markt im Jahr 2019 etwa 59,36€ pro Kopf umgesetzt.
  • Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch beträgt rund 12,8 kg im Jahr 2019.

Österreich

  • Der Umsatz im Segment Fertiggerichte beträgt 2019 etwa 366 Mio. €.
  • Laut Prognose wird im Jahr 2023 ein Marktvolumen von 372 Mio. € erreicht; dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 0,4% (CAGR 2019-2023).
  • Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in diesem Markt im Jahr 2019 etwa 41,73€ pro Kopf umgesetzt.
  • Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch beträgt rund 11,7 kg im Jahr 2019.

Schweiz

  • Der Umsatz im Segment Fertiggerichte beträgt 2019 etwa 501 Mio. €.
  • Laut Prognose wird im Jahr 2023 ein Marktvolumen von 511 Mio. € erreicht; dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 0,5% (CAGR 2019-2023).
  • Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in diesem Markt im Jahr 2019 etwa 58,19€ pro Kopf umgesetzt.
  • Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch beträgt rund 5,0 kg im Jahr 2019.

*Fertiggerichte bezeichnen Mahlzeiten, die mit geringem Aufwand für den Endverbraucher (wie z.B. Erhitzen) verzehrfähig gemacht werden können. Im Einzelnen fallen hierunter klassische Tiefkühlfertiggerichte auf Fleisch-, Fisch- oder Gemüsebasis, gefüllte Teigwaren, Tiefkühlpizzen und ähnliche Produkte.

Quelle: Statista

 

Info

Verzehr von Fertiggerichten

Eine aktuelle Studie von Mafowerk zeigt: Fertiggerichte kommen als Convenience-Produkte bei vielen Verbrauchern auf den Tisch, trotz ihrer häufig bemängelten ernährungsphysiologischen Qualität.

  • 52 % der befragten Konsumenten kaufen Fertiggerichte einmal pro Woche oder öfter, ein weiteres Drittel immerhin noch mehrmals pro Monat
  • Der Grossteil der Befragten (77%)  bereiten das Fertiggericht für sich selbst sehr häufig bis häufig zu, knapp 40 Prozent für den Partner, zu rund 30 Prozent kommt aber die ganze Familie in den Genuss
  • Geht es um die Kinder, so kommen dabei nach Angaben von gut 62 Prozent der Verbraucher Fertiggerichte gar nicht auf den Tisch
  • 2,6 Prozent der befragten Konsumenten verzehren überhaupt keine Fertiggerichte
  • 47 % finden eine Ampelkennzeichnung bei Fertiggerichten sinnvoll, sie würden aber daraufhin keine Kaufentscheidung treffen
  • Mehr als jeder Dritte würde aber eine vorhandene Ampelkennzeichnung zum entscheidenden Kriterium bei seiner Kaufentscheidung machen

Quelle: Mafowerk Insights zu Fertiggerichten, 2018

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