Ausgabe:

Alpenländisches Lebensgefühl

Dienstag, 02. April 2019
Foto: Stockfood

Bergkäse, Speck, Mehlspeisen und viele andere Produkte – Österreich steht für eine breite Palette an Spezialitäten, die bei den Deutschen gefragt und beliebt sind. Für die österreichischen landwirtschaftlichen
Erzeugnisse ist Deutschland sogar der wichtigste Exportmarkt. Das spiegelt sich in den österreichischen Agrar- und Lebensmittelexporten wider: Im Jahr 2018 wurden Agrarwaren und Lebensmittel im Wert von insgesamt 11,5 Milliarden Euro in alle Welt exportiert. Davon erreichten österreichische Lebensmittel und Agrarwaren im Wert von 4,3 Milliarden Euro die Bundesrepublik.

Beliebt: Käse aus Österreich

Mehr als ein Drittel der weltweiten Agrar-Exporte Österreichs gehen also nach Deutschland. Die Bundesrepublik an der Spitze der Top-Exportländer Österreichs wird gefolgt von Italien, den USA, Ungarn, der Schweiz und Slowenien. Zu den meist exportierten österreichischen Waren nach Deutschland zählen Milch und Milchprodukte mit einem Exportwert von rund 599 Millionen Euro im Jahr 2018. Im Vergleich zum Vorjahr stagnierte der Umsatz allerdings (–1 %); die Menge ging sogar um neun Prozent zurück. Zu den österreichischen Top-Sellern gehört auch Käse. Laut den jüngsten Zahlen von Agrarmarkt Austria belaufen sich die Exporte dieser Kategorie nach Deutschland auf über 360 Millionen Euro. Sowohl Wert als auch Menge sind 2018 um jeweils sieben Prozent gestiegen. Auch bei Fleisch zählt Deutschland zu den Export-Top-Ländern. Während die Summe bei Rindfleisch (159 Mio. Euro) zurückgegangen ist (–2 %), stieg der Wert bei Geflügel (139 Mio. Euro) um zwei Prozent an. Für Obst und Gemüse ist Deutschland für die Alpenrepublik ebenfalls der wichtigste Markt. Doch während bei Gemüse
Wert und Menge gestiegen sind (+2 % bzw. +3 %), waren diese 2018 bei Obst rückläufig (–2 % bzw. –17 %). Das «alpenländische Lebensgefühl» mit seinen milliardenschweren Umsätzen birgt für den deutschen LEH attraktive Chancen. Dieses Pfund gilt es am Point of Sale auszuspielen. Das MARKANT Magazin stellt ausgewählte Hersteller in einem Kurzporträt vor.

Almdudler: Kräuter-Erfrischung

Die Erfolgsgeschichte von Almdudler beginnt am 17. Oktober 1957. Die erste Flasche der Alpenkräuterlimonade war das Hochzeitsgeschenk von Erwin Klein an seine Frau, die ihm als Muse für die bis heute unveränderte Alpenkräuterrezeptur diente. Geschmacklich inspiriert von der Kräuterwelt der Alpen und angeregt durch die Redewendung «auf der Alm dudeln» (altwienerische Variante des Jodelns), wurde die Alpenkräuterlimonade auf den Namen Almdudler getauft.

Die Geheimrezeptur von 1957 ist laut Unternehmensangaben bis heute unverändert: Für das unverwechselbare Almdudler-Aroma werden ausschliesslich natürliche Alpenkräuter verwendet. Frisches Quellwasser, natürlicher Rübenzucker und Zitronensäure runden die süss-herbe Komposition ab. Zudem werden alle Almdudler-Produkte ohne Konservierungsstoffe und ohne künstliche Aromen hergestellt, ferner sind sie 100 Prozent vegan.

Als echtes Original ist es Almdudler ein Herzensanliegen österreichische Tradition zu pflegen und Altbewährtes zu bewahren, ohne dabei den Blick vor Neuem zu verschliessen. Darum interpretiert sich Almdudler immer wieder neu: So wurde 2018 Almdudler Mate & Guarana in der 100-Milliliter-Dose gelauncht. Ferner läuft diesen Sommer in Deutschland eine Plakat-Kampagne unter dem Hashtag #echtjetzt und auffälligen Slogans. Mit einem kleinen Augenzwinkern will das Unternehmen so auf die Natürlichkeit seiner  Alpenkräuterlimonade und auf das alpenländisches Lebens­gefühl aufmerksam machen.

Kärtnermilch: Qualitäts-Standard

Frische, Qualität, Nachhaltigkeit und Regionalität – das sind die vier Grundpfeiler der Philosophie von Kärntnermilch. Die gesamte Arbeit, Forschung und Entwicklung der Genossenschaft basiert auf diesen Grundwerten. Oberstes Ziel ist es, den Rohstoff Milch in höchster Qualität zum Kunden zu bringen und gleichzeitig durch umwelt- und ressourcenbewusstes Handeln für eine lebenswerte Zukunft zu sorgen. So beginnt für das Unternehmen Milchqualität bereits bei der Fütterung. Alle Milchlieferanten liefern seit Februar 2006 garantiert gentechnikfrei produzierte Rohmilch nach österreichischem Codex und EU-Recht sowie unter Einhaltung eines speziellen Futtermittelkataloges. Mit dem europäischen niedrigsten Zellzahlwert von unter 200 000/ml ist die Kärntnermilch die Molkerei mit dem weltweit strengsten Rohmilch-Qualitätsstandard.

Intensive Marktbearbeitung, gezielte Produktpolitik und konsequente Qualitätsarbeit in allen Bereichen, vor allem aber der laufende Dialog mit dem Kunden, mache  die Kärntnermilch zu einer Marke, die für höchste Qualität und Nachhaltigkeit stehe. Aktuell greift das Unternehmen das Thema Zucker auf. Unter dem Slogan «Geschmack braucht kein Zucker» hat die Genossenschaft kürzlich einen Trinkjoghurt gelauncht – ohne Zuckerzusatz, aber mit der natürlichen Süsse der Frucht.

Darbo: Frucht-Komposition

Darbo kann auf mehr als 130 Jahre Erfahrung und Know-how in der Verarbeitung von Früchten verweisen und ist nach eigenen Angaben Marktführer im österreichischen Konfitüren- und Honigmarkt. «Die Herstellung unserer feinen Fruchtkompositionen beginnt dort, wo die besten Früchte wachsen. Ob in freier Natur gesammelt oder am Feld geerntet, bereits vor Ort wird entschieden, welche Früchte gut genug für die Zubereitung im Hause Darbo sind», so definiert Darbo seinen Qualitätsstandard. Ferner setzt das Unternehmen auf vertrauensvolle Lieferantenbeziehungen beim Früchteeinkauf, die ihm einen Vorsprung verschaffen sollen bei der Beschaffung von  hochwertigen Früchten für die Produktion erlesener Fruchtkreationen.

Vor allem aber sieht Darbo in seiner Heimat ein wichtiges Pfund. Denn Österreich stehe im Allgemeinen und Tirol im Besonderen für hochwertige, naturbelassene Lebensmittel. «Viele deutsche Konsumenten kommen im Urlaub mit unserer Marke in Berührung und wollen auch in ihrer Heimat nicht darauf verzichten.» So ist es nicht verwunderlich, dass die Exportquote heute bei über 50 Prozent liegt.

Darbo ist heute ein mittelständisches Familienunternehmen, das an drei Tiroler Standorten hochwertige Produkte für den LEH, Gastronomie und Hotellierie sowie für weiterverarbeitende Lebensmittelunternehmen herstellt.  

Lenz Moser: Wein-Kultur

Der Name Lenz Moser ist untrennbar mit Österreichs Weinbau verbunden. So lautet denn auch der Leitspruch des Unternehmens «Lenz Moser ist Österreichs Wein». Damit will die Weinkellerei zum einen die traditionell enge Verbundenheit mit Österreichs Weinbau, zum anderen ihre Bedeutung als international relevante Adresse für österreichischen Qualitätswein in Flaschen und ihre Relevanz als Marke mit Herkunftsgarantie betonen.

Lenz Moser arbeitet ausschliesslich mit Weinbauern und Winzergenossenschaften aus den Weinbaugebieten Niederösterreich und Burgenland zusammen. Das stellt sicher, dass jeder Lenz Moser Wein aus österreichischen Rieden (Lage) stammt. Die langfristigen Kooperationen mit den Partnerwinzern bestehen seit Jahrzehnten und basieren auf vereinbarten Qualitätsrichtlinien, auf deren Einhaltung die Weinkellerei grössten Wert legt. Rund 3000 ausgesuchte Winzer profitieren von der Betreuung durch erfahrene Lenz-Moser-Önologen. «Denn der Grundstein für gute Qualitäten wird bei der Traubenproduktion im Weingarten gelegt», heisst es aus der Firmenzentrale.

Eine Vielzahl an Impulsen in und aus der Weinkellerei Lenz Moser veränderten in den letzten Jahrzehnten Österreichs Weinbau und Weinwirtschaft wie etwa die Begründung der Hochkultur und Einführung in den 1950er Jahren, die Kaltvergärung bei Weissweinen nach Salla, die erste Barrique-Lagerung für Rotweine seit 1977 oder die  Entwicklung von «Pfiffikus», dem ersten leichten Österreicher mit 10 Prozent Alkohol im Jahr 1999. Diese und weitere Pioniertaten machten das Lenz Moser laut Unternehmen zu dem, was es heute ist: Marktführer am österreichischen Markt mit Qualitätsweinen aus Österreich. Und als wichtiger Exporteur von österreichischem Qualitätswein in Flaschen.  

Manner: Waffel-Expertise

Mit der «Chocoladenfabrik Josef Manner», gegründet am 1. März 1890 in Wien, wird der Grundstein für das bis heute bestehende Familienunternehmen «Josef Manner & Comp. AG» gelegt und auch die Eintragung des Stephansdomes als Schutzmarke beantragt. Wie kein anderes österreichisches Unternehmen vereint Manner höchste Wiener Süsswarentradition mit modernem Image und Qualität, dies beinhaltet auch der Claim: «Manner mag man eben!» Zur Markenidentität gehören Tradition, Innovation und natürlich beste Manner-Produktqualität und der damit verbundene verantwortungsvolle Genuss. Unternehmerische Verantwortung und nachhaltiges Handeln haben einen grossen Stellenwert für Manner. Zu den vielen Aufgaben und Themen gehören unter anderem die sorgfältige Auswahl der Rohstoffe und deren Herkunft, die schonende Verarbeitung, die gezielte Auswahl von Lieferanten und Partner sowie das Arbeiten unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte. Manner-Produkte werden ohne gehärtete Fette und ohne künstliche Farb- und Konservierungsstoffe hergestellt. Ferner verwendet das Unternehmen seit 2011 für die Manner-Waffel-Produkte ausschliesslich UTZ-zertifizierter Kakao.

Das Traditionsunternehmen ist als Spezialist für Waffeln, Dragees und Schaumwaren die Nummer 1 am österreichischen und deutschen Waffelmarkt. Im Jahr 2017 erzielte der österreichische Traditionsbetrieb einen Rekordumsatz von 203,5 Millionen Euro. Die Manner-Zentrale befindet sich in Wien, die Produktion findet ausschliesslich in Österreich statt. Zur Manner-Familie gehören neben den «Manner Original Neapolitaner Schnitten» mit Haselnusscreme unter anderem auch die Marken «Casali» mit den beliebten Schoko-Bananen und Rum-Kokos Kugeln, «Napoli» sowie die Mozartkugeln von «Victor Schmidt» und «Ildefonso». Manner-Produkte werden weltweit in zirka 50 Ländern vertrieben. Ferner ist das Unternehmen seit 2006 mit einer eigenen Vertriebsniederlassung in Köln im deutschen Markt aktiv, weitere Vertriebsbüros befinden sich in Slowenien und Tschechien.

Pfanner: Fairtrade-Partner

«Unser Bestes zu geben, um aus den Geschenken der Natur hochwertige Produkte herzustellen.» Im Mittelpunkt der Philosophie von Pfanner stehen die Menschen und ihre Bedürfnisse, sprich: Geschmack, Genuss, Gesundheit und Erfrischung. «In der Konsequenz legen wir bei jeder Ebene des Produktprozesses hohe Qualitäts-Massstäbe an, die durch ständige Überwachung und Kontrolle sichergestellt werden. Bei der Auswahl des Obstes, bei seiner Verarbeitung und bei der Abfüllung lassen wir höchste Sorgfalt walten. Innovation, Weiterentwicklung und ständige Verbesserung sind nach unserem Verständnis Ausdruck einer lebendig geführten Marke», heisst es aus der Firmenzentrale.

Zudem legt das Familienunternehmen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und Fairness. Dies bringt Pfanner mit mehreren Gütesiegeln, der Verarbeitung zertifizierter Rohstoffe sowie der Fairtrade-Partnerschaft, die seit 2001 besteht,  zum Ausdruck. Mit hochwertigen Produkten möchte der Hersteller Konsumenten für den fairen Handel sensibilisieren. Pfanner ist nach eigenen Angaben heute nicht nur in Österreich, sondern weltweit der stärkste Partner von Fairtrade bei fair gehandelten Fruchtsäften – sowohl beim Absatz wie auch in der Sortimentstiefe. Für sein Engagement wurde der Markenartikler im Jahr 2012 mit dem Fairtrade-Award ausgezeichnet.

«Produkte aus Österreich bieten dem deutschen Lebensmittelhandel Authentizität durch den hohen Stellenwert regional hergestellter Produkte. Verbraucher suchen nach Produkten, welche einen Mehrwert für sie bereithalten. Dabei nimmt neben der Herkunft (Regionalität!) auch die Qualität der Produkte beim Grossteil der Konsumenten eine wesentliche Rolle ein», erklärt der Hersteller von Fruchtsaft- und Eistee-Produkten. Dies erklärt wohl auch seine seit über 15 Jahren Markführerschaft (exkl. Discounter) im deutschen Eistee-Markt. Die Konzepte heben sich laut Pfanner von den alternativen Angeboten im Regal vorrangig durch den traditionellen Aufbrühungs-Prozess sowie die Zwei-Liter-Kartonpackung ab. Zusätzlich steht für das Unternehmen Geschmack an erster Stelle, weshalb für die direkt aufgebrühten Tees natürlicher Zucker, welcher aus europäischen Zuckerrüben oder aus Zuckerrohr aus Südamerika gewonnen wird, verwendet werden. Nichtsdestotrotz ist der Markenartikler laut eigenen Aussagen darum bemüht, den Zuckergehalt so gering wie möglich zu halten und nicht auf Süssstoffe auszuweichen, welche er nicht als gesündere Alternative zu Zucker ansieht.

Seit dem Jahr 1998 hat sich der Unternehmensumsatz verdreifacht, was insbesondere durch eine starke Exportoffensive ermöglicht wurde: Pfanner verfügt über Produktionsstätten in Enns (AT), Lauterach (AT), Policoro (IT), Hamburg (DE) und Bar (UA) und hat einen Exportanteil von 80 Prozent. Lediglich 20 Prozent der produzierten Ware bleiben im Herstellungsland. Die Hauptmärkte sind Deutschland, Österreich, Italien und Tschechien.

Ölz: Bäcker-Handwerk

Seit über 80 Jahren stellt das Familienunternehmen qualitativ hochwertige Backwaren her. Vorbild ist das traditionelle Bäckerhandwerk. Die von Ölz entwickelten Rezepte werden seit über 80 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben und verbessert. Über 100 ausgebildete Bäcker und Konditoren backen gepaart mit neuesten Technologien ein Sortiment von 100 Artikeln und 30 saisonalen Produkten. «Feine Backwaren sind Genussprodukte, dabei spielen die Herkunft der Produkte, die eingesetzten Rohstoffe und eine nachhaltige Herstellung für immer mehr Konsumenten eine zentrale Rolle bei der Kaufentscheidung», so der Hersteller. So werden bei der Verarbeitung natürliche Rohstoffe sowie seit 2009 ausschliesslich Eier aus Bodenhaltung verwendet, ferner verarbeitet Ölz als erste europäische Grossbäckerei Frischmilch.

Ölz, nach eigenen Angaben Österreichs grösster Bäcker und Marktführer bei Kuchen und Feinbackwaren sowie bei Toast und Sandwich am Heimmarkt Österreich, hat seit Jahren einen starken Fokus auf das Exportgeschäft, das bereits bei 46,6 Prozent des Umsatzes liegt. Am wichtigsten Exportmarkt Deutschland, ist die Marke bei Kuchen und Feinbackwaren in den letzten Jahren stark expansiv. Für Feinbackwaren in Top-Qualität sieht der Hersteller auch in den nächsten Jahren grosses Potenzial in Deutschland. «Hochwertige Lebensmittel gewinnen in Deutschland deutlich an Bedeutung», so das Unternehmen. Ölz bietet deutschen Vollsortimentern ein attraktives Produktsortiment aus dem Genussland Österreich und unterstützt den Handel mit einem eigenen Deutschland-Vertriebsteam bei der Umsetzung der Aktivitäten.

Stroh Austria: Flaschen-Design

1832 wurde der Grundstein für die Spirituose «Stroh Rum» gelegt. Heute gilt er als eine Spirituosen-Spezialität, die ihren fixen Platz in den Küchen und Bars in mehr als 40 Ländern weltweit gefunden hat. «Stroh ist ein Allrounder. Wir sind vom Christkindlmarkt bis in der internationalen Sterneküche und von der Skihütte in Österreich bis zur trendigen Bar in Kapstadt zu Hause», so das Unternehmen. Man verbinde mit Stroh die Erinnerung an den Duft und Geschmack der Mehlspeisen und Kekse aus der Kindheit. Seit Generationen stehe Stroh für Backtradition und Zuckerbäckerkunst, die die österreichische Mehlspeisenküche - eng verbunden mit der Kaffeehauskultur – auch international so beliebt gemacht habe.  

Nach wie vor wird Stroh in Österreich nach geheimer Rezeptur der Familie Stroh produziert. Nicht geheim ist, dass er zu 100 Prozent in Österreich aus Zuckerrohrmelasse hergestellt werden muss, was ihn zu einer geschützten österreichischen Spezialität macht. Geschichtsträchtig ist auch das Flaschendesign. Der typisch gebogene Flachmann stammt aus der amerikanischen Prohibitionszeit, in der es wichtig war, die Genussware leicht am Körper verstecken und unbemerkt transportieren zu können. Heute sei die Stroh-Flasche eine Designikone in der Spirituosenwelt und in den 1970 Jahren unter Hanno Maurer-Stroh erstmals internationale Aufmerksamkeit erlangte. Das konstante Flaschendesign habe sicherlich auch zur hohen Markenbekanntheit im In-und Ausland beigetragen. «Viele Touristen nehmen sich Stroh Rum als beliebtes Österreich-Souvenir mit nach Hause, um auch dort «The Spirit of Austria» erleben zu können», so das Unternehmen. 

Neben dem weltweiten Exporterfolg «Stroh Original Inländer Rum» ist das Unternehmen auch für den «Stroh Jagertee» berühmt, der den typischen österreichischen Hüttenzauber ins eigene Wohnzimmer bringt. Mit dem «Stroh Fire 20%» wurde ein altes, verloren geglaubtes Rezept aus dem Hause Stroh wiederbelebt. «Stroh Fire» ist eine Likörkomposition, die mit einer hausgemachten Infusion aus roter «Hot Bird’s Eye-Chili» versetzt wird, die ihm eine markante und fruchtig-feurige Würze verleiht.

Der Exportanteil liegt 2016 bei 75 Prozent, wobei der größte Teil nach Deutschland, Skandinavien, Südafrika, in die Benelux-Staaten sowie in den Travel Retail geliefert wird.

Wiesbauer: Alpen-Küche

«Typisch österreichisch» – so lautet der Leitspruch von Wiesbauer. Unter diesem Slogan bietet das Unternehmen ein reichhaltiges Sortiment an Spezialitäten, die in unterschiedlichen Verkaufs- und Verpackungsformen dem LEH angeboten werden. Neben der SB-Range bietet Wiesbauer unter dem Markennamen «Österreichische Alpenküche» ein Spezialitäten-Programm im Frische-Bereich an, deren  Österreich-Bezug für den Konsumenten sofort erkennbar ist. Zudem gibt es seit einigen Jahren ein ständig wachsendes Angebot an Premium-Fleischgerichten, die mittels Sous-vide-Methode vorgegart werden. Der Mehrwert: Konsumenten können sich schnell, einfach und gelingsicher Speisen wie in einem Sternelokal zu Hause zubereiten. Damit greift Wiesbauer den aktuellen Food-Trend Convenience auf. Kürzlich wurde die Range um Sous-Vide-BBQ-Spezialitäten erweitert.

Impulse hat das Unternehmen auch mit der Slice-Produkteinführung im Jahr 2000 gesetzt. Bereits im ersten Jahr wurde ein Marktanteil von zehn Prozent erzielt. Dem Thema Gastro widmet sich Wiesbauer seit 2006 mit der Verkaufsschiene bistro & shop, das an stark frequentierten Plätzen ausgerollt wird. Mittlerweile betreibt Wiesbauer sechs solcher Shops. 

Im Jahr 2018 konnte das Unternehmen mit den österreichischen Wurstspezialitäten einen Umsatz von 100 Millionen Euro erzielen. Einen grossen Anteil daran nimmt die Marke «Bergsteiger» ein. Weitere 80 österreichische Wurstspezialitäten werden für den österreichischen Markt und den Export vor allem nach Deutschland produziert. Bereits über 50 Prozent der Produkte gehen heute als österreichische «Wurst-, Braten- und Schinken-Botschafter» ins Ausland.

Der Erfolg kommt aber nicht von ungefähr. Wiesbauer hat stets den «begeisterten Kunden» im Blick, ein weiterer Leitsatz des Unternehmens.  Darüber hinaus versteht sich der Hersteller als Vorreiter in der fleischverarbeitenden Industrie bei Innovation, Produktsicherheit, Umweltstandards und Markenpolitik. Durch ein konsequent gelebtes Qualitätsmanagement-System nach dem International Food Standard (IFS) will der Markenartikler genaue diese Ziele erfüllen. «Wir sind laufend mit unseren Kunden im Gespräch und erfahren so ihre Bedürfnisse. Das Sortiment ist danach ausgerichtet und wird daher regelmässig überprüft sowie laufend adaptiert“, heisst es aus der Firmenzentrale.