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Der Handel von morgen

Freitag, 01. März 2019
Foto: EuroCIS

482 Aussteller aus 39 Nationen präsentierten im Februar auf der Fachmesse EuroCIS in Düsseldorf zukunftsweisende IT-Lösungen für alle Bereiche des Handels. Die grossen Trends im Überblick.

Wie nahezu alle Branchen ist der Handel zunehmend datengetrieben. «Die EuroCIS untermauert, dass Technologie auch für Retailer zum entscheidenden Faktor im Wettrennen um die Kunden wird», sagt Hans Werner Reinhard, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf. Laut einer neuen Studie des EHI Retail Institute steigen die IT-Budgets im Handel weiter an. Dabei stehen Projekte im Fokus, die die IT-Infrastrukturen der Händler zukunftssicher machen, aber auch die Optimierung der Warenwirtschaftssysteme und Omnichannel-Lösungen stehen auf der To-do-Liste der Händler ganz weit oben.

Automatisierte Shop-Abläufe

Zu den wichtigen Trends im Handel, die die Messe widerspiegelte, zählen der kassenlose Shop, neue Payment-Methoden sowie künstliche Intelligenz (KI) und das Internet of Things (IoT). Chatbots beispielsweise kommunizieren via künstlicher Intelligenz mit den Kunden, während das IoT Händlern bei der Datenanalyse hilft. Wie aus der aktuellen Studie «IT-Trends im Handel 2019» hervorgeht, die das EHI zur EuroCIS 2019 veröffentlicht hat, sehen die IT-Verantwortlichen des Handels den Einsatz künstlicher Intelligenz als den aktuell wichtigsten Trend in der IT. In Deutschland setzen beispielsweise die MARKANT Partner Kaufland, Globus und dm-drogerie markt auf Lösungen der Blue Yonder GmbH zur automatischen Disposition oder Preisoptimierung. Blue Yonder zählt zu den führenden Anbietern von KI- und Machine-Learning-Lösungen für Supply Chain und Merchandising und zeigte deren Möglichkeiten auf der EuroCIS.

Unkompliziertes Einkaufen

Als Unternehmen, das mit dem Einsatz moderner IT überzeugend die Kundenloyalität und -zufriedenheit erhöht, wurde der MARKANT Partner METRO auf der Messe mit dem «retail technology award europe (reta)» ausgezeichnet. Mit einer App können METRO-Grosshandelskunden individuelle Einkaufslisten vorbereiten und im Geschäft nach dem Scannen von Produkt-Barcodes alle relevanten Informationen und die für sie geltenden individuellen Preise erhalten.

Ohne Scanner, ohne Kasse – ganz reibungslos sollen die Kunden eines Tages einkaufen können. Das ist das Ziel des Konzepts «Frictionless Shopping», das Toshiba auf der EuroCIS zeigte. Dieser Weg in die Zukunft soll Schritt für Schritt erfolgen und nutzt dafür eine Kombination aus KI, Computer Vision, Sensorik und anderen innovativen Technologien. Die Kunden entnehmen aus dem Regal mehrere Artikel und legen diese in ihren Einkaufskorb. Im Frictionless Shop sind an den Wänden und der Decke visuelle Sensoren angebracht, die diese Artikel erkennen - auch wenn sie sehr ähnlich aussehen und sich nicht an der vorgesehenen Platzierung befinden. Die entnommenen Artikel werden sogar dann zuverlässig erkannt, falls die Videosensoren vollständig verdeckt werden. Wie genau das funktioniert, wollte man am Toshiba-Stand nicht verraten.

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Self-Scanning wird von den Kunden gern genutzt

Was sich rund um den Globus bei SB-Kassen abspielt, zeigt der jährliche «Global EPOS and Self-Checkout»-Report des Londoner Marktforschungsunternehmens RBR. Danach stellte der Handel weltweit per Ende 2017 knapp 300 000 Self-Checkout-Stationen bereit – gegenüber 2016 ein Zuwachs von 14 Prozent. Für Europa hingegen sehen die Zahlen deutlich anders aus. In Mittel- und Osteuropa wurden 2017 lediglich ein Prozent mehr SB-Kassen installiert als im Vorjahr, in Westeuropa sogar 16 Prozent weniger. Anbieter wie NCR und Diebold Nixdorf erwarten aber wieder steigende Nachfrage. Denn generell stosse die Technik bei den Kunden auf hohe Akzeptanz. Laut EHI Retail Institute sind nahezu alle Händler, die SB-Stationen anbieten, mit den Nutzerquoten von oft mehr als 20 Prozent der Transaktionen «sehr zufrieden». Im Bargeld-Land Deutschland ist es allerdings Voraussetzung, dass Barzahlung möglich ist.

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Neuheiten auf der EuroCIS 2019

Bizerba

Die M-Class II Pro mit einem leistungsstarkem Intel Quad Core Prozessor deckt den Bedarf an eine moderne Selbstbedienungswaage. Der innovative Linerless Drucker mit Auto-Cutter Funktion steht für Flexibilität in der Etikettenlänge, einfache Reinigung und intuitive Bedienung durch Endkunden und Personal.

Epson

Einzelhändler können die ePOS-Bondrucker (Bild: TM-T-88VI-iHub) entweder in herkömmlichen PC-basierten PoS-Systemen oder als Stand-Alone-Lösung in mobilen Web- und Tablet-Anwendungen einsetzen. Sie erhalten mit dieser neuen Druckergeneration Zugang zu webbasierten Anwendungen, ohne dabei auf die Vorteile bekannter Systeme zu verzichten.

Online Software AG

Die gemeinsam von Online Software und Allgeier Enterprise vorgestellte Lösung «IoT-Superstore» nutzt die Vernetzung von Geräten über das Internet. Das System ermöglicht dem Händler Data-based Promotion, Erfolgskontrollen von digitaler POS-Werbung oder Kundenfrequenzmessung und RFID-gestützte Lösungen.

Toshiba

Toshiba bringt die nächste Generation seiner SB-Kassen in einem neuen Design auf den Markt. Das «Self-Checkout System 7» zeichnet sich durch mehr Modularität, eine kleinere Standfläche sowie einfachere Bedienung aus. Neu ist auch das Lichtsystem, das auf einzelne Bedienelemente hinweist und den Kunden beim Scannen und Bezahlen unterstützt.