Ausgabe:

Frische Impulse fürs Regal

Montag, 03. Dezember 2018

Im Kühlregal wächst die Vielfalt an frischen Snacks. Mit welchen neuen Rezepturen und Verpackungen Hersteller aktuell punkten und wie der LEH das Sortiment am POS noch besser vermarkten kann.

Ob Smoothies, Salat, hausgemachter Quark mit Früchten oder Suppe – frische gekühlte Convenience-Produkte stehen bei den Konsumenten hoch im Kurs, weil sie moderne Ernährungsansprüche nach Qualität, Frische und unkomplizierter Zubereitung erfüllen. Als To-go-Produkte unterstützen sie auch den mobilen Lebensstil. Auf der Suche nach fertigen Snacks werden Verbraucher mittlerweile in nahezu allen Supermärkten und Discountern fündig; für den Lebensmittelhandel ist das Sortiment eine profitable Möglichkeit, am steigenden Ausser-Haus-Konsum teilzuhaben. Eine Studie des Marktforschungsinstituts YouGov hat ergeben, dass fast 60 Prozent der Befragten diese Produkte zumindest gelegentlich kaufen. Nicht immer sind die Konsumenten mit dem Angebot allerdings vollends zufrieden (siehe auch Statement von YouGov Deutschland). Zu den Top 3 Einzelhandelsunternehmen, deren frische Snack-Sortimente von den Verbrauchern positiv bewertet werden, zählen laut YouGov MARKANT Partnerunternehmen wie Kaufland (hinsichtlich Frische und Präsentation) und Real (Vielfalt).

Manufaktur und Transparenz

Frische Convenience-Produkte sind ein Wachstumsmarkt, und daher richtet auch MARKANT Partner tegut den Fokus in seinem neuen Nahversorger-Markt in der Mainzer Bahnhofstrasse verstärkt auf das Thema Frische, Convenience und Bio «to go», um Konsumenten, die in Eile sind, mit hochwertigen frischen Snacks zu versorgen. Auf mehr als 100 Quadratmetern sind Backstation, Obst und Gemüse, gekühlte Getränke, Produkte zum Sofortverzehr und Kaffeespezialitäten kassennah auf zusammenhängender Fläche platziert. Belegte Brötchen und Snacks werden täglich mehrmals zubereitet und gebacken; Obst wird täglich frisch aufgeschnitten und gekühlt zum Sofortverzehr beziehungsweise «to go» vorgehalten. Rund ein Drittel der Fläche steht damit für Convenience und Sofortverzehr zur Verfügung.

Neben der Möglichkeit zum schnellen Verzehr erwarten Verbraucher verstärkt Abwechslung und neue Angebote – auch unterwegs und zu den unterschiedlichen Verzehranlässen, weiss man bei Hilcona. Die Industrie treibt die Entwicklung aktuell mit neuen Produktideen voran, für den Kaltverzehr mit To-go-Konzepten wie Sandwiches, Salatbowls oder Wraps oder als Snacks zum Warmverzehr, beispielsweise Pastagerichte und Suppen. Dabei spielen kreative Rezepturen – zunehmend auch vegan/vegetarisch – und leichtverdauliche Kost mit besonderem Gesundheitsplus (salz-/zuckerreduziert, Superfood-Zutaten, hoher Proteingehalt) eine wichtige Rolle. Ebenso die Verpackung: Der Trend geht hier eindeutig zur Transparenz, bietet somit nachvollziehbare Frische und stärkt den Impulskauf. Die Manufaktur-Optik vieler Verpackungen soll zudem das hochwertige Qualitäts- und Geschmackserlebnis der Snacks unterstreichen. Bei zahlreichen Produkten gehören Besteck und Serviette bereits zum Set – um noch mehr Convenience für den Unterwegs-Verzehr zu schaffen.

Neue Ideen der Hersteller

Steinhaus beispielsweise hat den Verbraucherwunsch nach modernen, leichten und gesunden Snacks für zwischendurch mit den neuen Asia Snack Boxen umgesetzt. Bei Bonduelle hat das Fresh-Cut-Sortiment ein neues Verpackungsdesign erhalten, das die Mehrwerte der einzelnen Produkte noch deutlicher kommuniziert und den verzehrfertigen Charakter herausstellt. Auch die Salatschalen sind jetzt mit veränderten Rezepturen und einem neuen emotionaleren Design ausgestattet worden. Hilcona bietet unter anderem mit den «Asia Salads to go» exotischen Genuss zum Mitnehmen und fürs Frühstück Müeslis nach Schweizer Art an, beides ebenfalls in transparenter Verpackung. Merl Feinkost stellt dem Handel mit unterschiedlichen Frühstück-to-go-, Snack-Salat- sowie Dessert-to-go-Varianten ein abwechslungsreiches Sortiment zur Verfügung, das tagesfrisch angeliefert wird. Niederreuther hat mit der Tirolese Platte ein Aperitivo-Konzept entwickelt, das auch verpackungstechnisch intelligent gelöst wurde: Die Komposition verschiedener Tiroler Spezialitäten wird auf einer Platte präsentiert, die verhindert, dass sich Geruch oder Geschmack der Leckereien auf vermischen können. Und auch aus dem Bereich der flüssigen Snacks-to-go gibt es Neuheiten wie den exotischen «Innocent Super Smoothie Energise Tropical mit Extra-Vitaminen» – speziell gegen den Winter-Blues.

Statement

Daniela Loeck, Consultant Custom Research beim Marktforschungsinstitut YouGov

Aus Sicht von YouGov gibt es durchaus noch Möglichkeiten für die Händler, das Angebot für den Verbraucher attraktiver zu gestalten. «Es gibt keinen Supermarkt oder Discounter, der die Verbraucher mit seinem Snack-Angebot wirklich überzeugen kann. Daher sollten sich alle Anbieter Gedanken machen, wie sie ihr Angebot optimieren können, um weitere Marktanteile bei der Zielgruppe der Supermarkt-Snacker zu gewinnen. Eine detaillierte Auseinandersetzung mit deren Bedürfnissen ist der Schlüssel zu einem noch kundennäheren Snackangebot, mit dem sich die Händler im Convenience-Bereich von ihren Konkurrenten abheben.»  

 

Info

Versiegelte Frische

Grösster Erfolgsfaktor für den Absatz der meist leicht verderblichen Ware sind absolute Frische und Qualität. Neben der transparenten Verpackung ist auch ein Siegeletikett für To-go-Produkte eine wichtige Orientierungshilfe für die Verbraucher. Die selbstklebenden Etiketten (z.B. von Meto) werden auf den Verpackungen von Fresh-cut-Produkten so angebracht, dass sie beim Öffnen der Verpackung zerreissen. Verbraucher erkennen damit auf den ersten Blick, ob ein Produkt frisch und ungeöffnet ist. Die individuell gestaltbaren Etiketten gibt es aus Papier oder aus Kunststoff.

 

Tipps

Wie sich Chilled Food to go abverkaufswirksam in Szene setzen lässt

  • Nach Informationen von Bonduelle findet der Verzehr von frischen, gesunden Convenience-Produkten zu rund zwei Dritteln zuhause und zu über 90 Prozent stationär (also nicht on-the-go, sondern zum Beispiel im Büro) statt. Daher sei eine entsprechende Produktauswahl (Kernsortiment) für die Regale und die Kommunikation am POS sehr empfehlenswert, sagt das Unternehmen.
  • Der Handel steht bei frischen Snacks im Wettbewerb zu System-Bäckereien,
  • -Gastronomen etc., deshalb sollte die Platzierung der Artikel laut Steinhaus einen schnellen und gezielten Einkauf nah am Kassenbereich ermöglichen.
  • Aus Sicht von Merl Feinkost bieten sich Sondertruhen im Eingangsbereich an, die verschiedene Produktthemen wie Essen und Getränke zusammenfassen. Schnellkassen sollten den Verkauf unterstützen.
  • To-go-Artikel haben einen starken Impulscharakter: Daher rät Hilcona dem Handel, die Truhe mit abwechslungsreichen Variationen aus frischen, farbenfrohen Artikeln zu bestücken und stetig aufzufüllen. Angebote für unterschiedliche Verzehranlässe wie Müsli fürs Frühstück oder Salate für die Mittagspause sollten durch passende gesunde Getränke ergänzt werden.
  • Smoothies sind ein starkes On-the-go-Produkt. Innocent rät dazu, die Wahrnehmung durch Zweitplatzierungen zu aktivieren, etwa im Convenience-Bereich, in der Obst- und Gemüseabteilung, im Kassenbereich.
  • Auch werbliche Hinweise durch Kennzeichnungen im Markt, Handzettelwerbung, Samplings oder Verkostungen rücken das Sortiment aus Sicht von Steinhaus verkaufsaktiv in die Optik.
 

 

Mehr zum Artikel

Zu den vielen neuen To-go-Kreationen von Merl gehört unter anderem der «Snack to go – Schwarzer Quinoasalat» mit schwarzer & roter Quinoa sowie Sojabohnenkernen.

Die «Aperitivo Tirolese Platte» ist eine Mischung aus Karreespeck, Geräucherter Scamorza, Tiroler Salami, Cocktailzwiebeln und Mini-Schüttelbrot.

Apfel, Birne, Pflaume und Lucuma sind die fruchtige Basis der limitierten Smoothie Winter-Edition «Apfelstrudel», geschmacklich abgerundet durch Weihnachtsgewürze wie Zimt, Kardamom, Anis.