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Dienstag, 18. Juni 2013
Foto: Ritter Sport

Die klassische Vollmilchschokolade bleibt der All-time-Favorit der Deutschen. Raffinierte Füllungen und neue Tafel-Formate sorgen derzeit jedoch für frischen Wind im Schokoladenregal.

Tafelschokolade ist eines der umsatzstärksten Segmente im milliardenschweren Schokoladenmarkt. Die Klassiker aus Vollmilchschokolade beherrschen nach wie vor das Ranking der beliebtesten Sorten – vor allem Kinder und junge Erwachsene ziehen die zarte Variante den etwas bittereren Sorten mit hohem Kakaoanteil vor. In den vergangenen Jahren waren es dennoch die dunklen Sorten, die zu einem stetigen Ausbau des Segments geführt haben. Besonders im Bereich der Edelbitterschokoladen strömten in der jüngsten Vergangenheit viele Spezialitäten mit ausgefallenen Rezepturen wie beispielsweise Karamell-Bergsalz, Meersalz, Wasabi oder Chili auf den Markt. Insgesamt hat sich der Trend nach Einschätzung der Hersteller aber inzwischen auf einem stabilen Niveau eingependelt. Der Hype um einen extrem hohen Kakaoanteil von über 85 Prozent sei vorbei, heißt es beispielsweise vom Schweizer Schokoladenspezialisten Camille Bloch.

Ob klassisch hell aus Vollmilch oder dunkel mit hohem Kakaoanteil: Bei Tafelschokolade insgesamt sorgt derzeit ein Trend für Impulse, der so neu gar nicht ist – die gefüllte Schokolade. Die großen Schokoladenproduzenten von Lindt und Gubor bis zu Mondelez (Milka) führen nach eigenen Angaben immer schon gefüllte Schokotafeln im Sortiment. Chocolats Camille Bloch bietet sogar ausschließlich gefüllte Schokolade an. Der Schweizer Schokoladenproduzent Cailler lancierte 1923 mit der Marke Frigor mutmaßlich das „älteste Schweizer Rezept für gefüllte Schokolade“, das heute noch produziert wird.

Neue Füllungen am laufenden Band

Trotz der langen Tradition ermöglichen gefüllte Schokoladen den Herstellern, im Schokoladenmarkt immer wieder neue Nachfrageimpulse durch wechselnde Geschmacksrichtungen und saisonale Konzepte zu setzen – und somit das Angebot permanent zu aktualisieren. Zu den aktuellen Kreationen zählen beispielsweise Kombinationen von Milka Alpenmilchschokolade mit TUC-Crackern beziehungsweise LU-Keksen oder – ab August im Regal – die neue Großtafel Milka Choco Jelly, die dem Wachstumssegment Großtafeln (>100g) weitere Impulse geben soll. Das Besondere: Die Innovation aus Milka Alpenmilch-Schokolade überrascht Stück für Stück mit unterschiedlichen Füllungen. Außerdem sind die einzelnen Stücke unterschiedlich groß und variieren in der Form. Cailler hingegen setzt neue Akzente durch Schokoladenstücke in innovativer Wellenform.

In letzter Zeit erregen darüber hinaus mit Mousse gefüllte Schokoladen die Aufmerksamkeit vieler Verbraucher, wohl auch, weil sie im Trend zum „leichten Genuss“ liegen. „Die mit Mousse gefüllten Schokoladen vermitteln einen luftigen, trotzdem intensiven Schokoladengenuss, ohne die Zunge zu belegen,“ heißt es dazu bei Camille Bloch. Sie seien damit genau richtig für die etwas wärmeren Wochen im Jahr. Daneben sind nach Angaben der Schweizer mit Likör gefüllte Schokoladen und Pralinés ebenfalls wieder im Kommen.

Auch limitierte und saisonale Varianten sorgen immer wieder für Nachfrageimpulse. Mehr Leichtigkeit beim Schokoladengenuss versprechen gerade in der Sommersaison beispielsweise weiße Schokoladensorten mit fruchtigen, erfrischenden Füllungen, heißt es bei Lindt & Sprüngli. Die aktuelle Hello Sommer-Edition mit drei verschiedenen Varianten wird ab September abgelöst durch neue Herbst-Varianten, zum Beispiel Apple-Crumble- (mit Apfelcreme und Gebäckstückchen) oder Salted Caramel-Vollmilchschokolade (mit gesalzener Caramel-Füllung). Im Bereich der Edelbitter Mousse Schokoladen wird das Unternehmen zudem eine mit erfrischender Pfefferminz-Creme gefüllte Variante anbieten. Auch der Klassiker „Schogetten“ von Ludwig Schokolade will die Herzen der Schokoladen-Fans mit neuen Sorten höher schlagen lassen. Dazu gehören das Ganzjahreskonzept Schogetten Mandelkrokant mit Krokantstücken und Mandelcreme in Vollmilchschoko-Umhüllung sowie die Schogetten-Sorte des Jahres Fürst Pückler, einer 3-fach-Schichtung aus Erdbeere, weiße Schokolade und Vollmilchschokolade. Damit sich die Aromen besonders gut entfalten können und nicht von der Schokoumhüllung dominiert werden, gehen die Hersteller zum Teil auch dazu über, extra dünne Schokoladentafeln zu produzieren.

Verbraucher entscheidet selbst

Die Frage, welche Geschmacksrichtungen bei den Verbrauchern derzeit besonders angesagt sind, dürfte angesichts der Menge von neuen Varianten, die derzeit auf den Markt drängen, nicht so einfach zu beantworten sein. Deshalb hat Milka, Marktführer im Tafelbereich, die Verbraucher in diesem Jahr erstmals selbst entscheiden lassen, welche neue limitierte Sorte von „Meine Milka“ ab Ende August in den Regalen liegen wird. Rund 58.000 Konsumenten gaben dabei im April ihr Voting bei Facebook ab: 39 Prozent von ihnen entschieden sich für die Rezeptur Milchcrème & Honig.

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Mit neuen Sommersorten wie Erdbeer-Vanille-Waffel und Weisse Cocos will Ritter Sport für Abwechslung sorgen.

Die neue Milka Choco Jelly 250 Gramm sorgt für Überraschungen: mit einem Mix aus Zutaten wie fruchtige Jellys, bunten Kakaolinsen und prickelnden Knusperstückchen.

Neu im Sortiment ist die Sorte Birne-Edel-Zartbitter. Die Birnenstücke sind von extradünner Schokolade umschlossen.

Die neue Ragusa Noir mit 60 Prozent Kakaoanteil aus dem Hause Camille Bloch enthält eine Praliné-Creme mit ganzen Haselnüssen.

Die Sorte des Jahres „Fürst Pückler“ (bis Dezember 2013) hat eine Dreifachschichtung aus Erdbeere, weißer Schokolade und Schokolade.

„Apple Crumble“ mit Apfelcreme und Gebäckstückchen gehört zu den neuen Varianten der Hello-Range, die im Herbst eingeführt werden.

 Für die neue Produktlinie Sublim erfindet Cailler das Schokoladenstückchen neu. Aus dem viereckigen Stück wird laut Hersteller eine „elegante Welle“. In drei Sorten erhältlich.