Ausgabe:

Lichtkonzepte nach Mass

Freitag, 01. Juni 2018
Unternehmen

Beleuchtung spielt als Gestaltungs- und Profilierungsinstrument des Handels eine herausragende Rolle. Was heute State of the Art ist, zeigen auch Beispiele von MARKANT Partnern.

Das klare, brillante LED-Licht in den Kühl- und Tiefkühlzonen macht die Frische geradezu fühlbar. Warmtonige Beleuchtung in der Wein- und Spirituosenabteilung hingegen unterstützt eine  emotionale und wertige Präsentation – der Kunde nimmt sich Zeit, das Angebot in angenehmer Atmosphäre sorgfältig zu studieren. Bananen, Erdbeeren, Spargel, frische Blattsalate: In der Obst- und Gemüseabteilung regt die natürliche, lebendige Farbvielfalt der Ware die Emotionen – und den Appetit des Kunden an. Und: Vielerorts folgt das Licht am POS mit dynamischen Helligkeits- und Farbniveaus dem natürlichen Tageslichtverlauf. All das vermögen inzwischen innovative  LED-Beleuchtungskonzepte mit elektronischer Tageslichtsteuerung. Kunden fühlen sich in solchen Märkten wohl, sie verweilen länger. Das erhöht die Chance auf Zusatzkäufe, wie die Lichtspezialisten Oktalite und Zumtobel mit Studien am POS nachgewiesen haben. Human Centric Lighting (HCL), die dynamische tageslichtabhängige LED-Beleuchtung, wirkt sich deshalb positiv auf Verbraucher aus, weil das Licht ihrem natürlichen Biorhythmus angepasst ist. HCL-Konzepte können neben den  Verkaufsflächen auch Kassenzonen oder Pausenräume aufwerten und die Mitarbeiter unterstützen: Studien zufolge gibt es unter HLC-Licht weniger krankheitsbedingte Ausfallzeiten, die Mitarbeiter sind fitter, leistungsbereiter und beraten ihre Kunden besser. 

Fokus auf Erlebnisorientierung

Die Erkenntnis, wie vielfältig und positiv sich das «richtige» Licht am POS auf das Geschäft auswirkt, treibt immer mehr Händler an, abseits reinen Kostenkalküls Geld zu investieren, um ihre Flächen lichttechnisch auf den modernsten Stand zu bringen. Natürlich bleibt die Energieersparnis ein wichtiger Antriebsmotor für den Umstieg auf LED-Beleuchtung, der in letzter Zeit deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Doch vielerorts setzt man diesbezüglich auch neue Prioritäten, zielt primär auf eine Steigerung der Aufenthaltsqualität durch angenehme Einkaufsatmosphäre und inspirierende Erlebnisse. Innovative Lichtkonzepte dienen so der Profilierung und Differenzierung der Handelsunternehmen. Und sind die Antwort auf steigenden Wettbewerbsdruck, denn nicht nur das Online-Geschäft, sondern auch der Wettbewerb im stationären Handel nimmt weiter zu. Insbesondere die neuen Upgrading-Aktivitäten seitens der Discounter setzen die Vollsortimenter wieder verstärkt unter Druck, sich als Innovationstreiber zu positionieren. 

Aufgrund des inzwischen erreichten Leistungsprofils der LED-Technik lassen sich Erlebnisorientierung einerseits und deutlich verbesserte Energieeffizienz andererseits heute über dynamische Beleuchtungssysteme perfekt kombinieren und steuern. Für MARKANT Partner tegut beispielsweise ist es selbstverständ-optimaler Lichtqualität bereitzustellen, heisst es dazu beim Lichtexperten Bäro aus Leichlingen. 

Akzentuierte Ausleuchtung

Auch MARKANT Partner Globus ist mit seinem Rüsselsheimer Markt unter anderem ein Beispiel dafür, was heute in puncto Ladenbeleuchtung als State of the Art gilt. Der innovative Marktplatz verbindet Gastronomie, Convenience und Verkaufsflächen  armonisch über die Lichtgestaltung. Das Zusammenspiel von Beleuchtung und Deckengestaltung akzentuiert dabei die einzelnen Bereiche. Für die wichtige Ausleuchtung der Grafiken oberhalb der Regale und Theken setzte die Kölner Lichtfi rma Oktalite Grafikstrahler ein, die mit dem LED-Modul «Best Colour» ausgestattet sind. Diese geben die Eigenfarben des Bestrahlten sehr natürlich und authentisch wider. Pendelleuchten in kundenspezifischer Lackierung, mit einer hellen, flächenübergreifenden Ausleuchtung unterstützen im Globus-Markt zudem die Wegführung des innovativen «Frischeloop ». Dieser soll Kunden animieren, sowohl die Verkaufsflächen als auch die Gastronomie aufzusuchen.

Info

Navi für die Verkaufsfläche

Die Umsetzung von LED-Lichtkonzepten im Handel schreitet voran. Vor allem in den grossen LEH-Filialketten, die das EHI Retail Institute dazu befragt hat, gibt es aus Sicht der Marktbetreiber keine Alternative zur LED in puncto Qualität und Nachhaltigkeit, und der Austausch der Beleuchtung gilt als elementar für die Modernisierung der Märkte. Pro Jahr werden nach einer Schätzung von EHI-Energieexperte Benjamin Chini circa zehn Prozent der Filialnetze auf digitale Beleuchtung umgestellt.Mittlerweile haben fast 30 Prozent der Handelsunternehmen (Food und Nonfood) diesen Schritt vollzogen. 

Beim Thema Shopbeleuchtung bleibt die Entwicklung allerdings nicht stehen. Vorhandene moderne Lichtanlagen eröffnen für den Handel auch im Kundenservice ganz neue Spielräume. Derzeit treibt die Lichtindustrie gemeinsam mit innovationsfreudigen Lebensmittelhändlern auf Basis von LED-Beleuchtungsanlagen die sogenannte Indoor-Positionierung am Point of Sale voran. Das Indoor-Positionierungssystem (IPS) von Philips Lighting beispielsweise erfasst dabei die Position des Kunden im Markt über die Lichtanlage und sein Smartphone und leitet ihn über eine App ohne Umwege zu den gesuchten Produkten ans Regal. Solche Systeme sind insbesondere für grossflächige Märkte mit einer Vielzahl von Artikeln geeignet. Inzwischen  gibt es im Handel zudem erste lichtbasierte Projekte, die das Ziel haben, über individuelle Marketingangebote die Kundenloyalität zu steigern.

 

Interview

Verbesserte Lichtqualität, reduzierter Stromverbrauch

Der Leiter des tegut-Energiemanagements, Christian Günther (Foto), sowie Rainer Fischer, Planung Bau + Einrichtung, erläutern das flächendeckende tegut-LED-Lichtkonzept in den Märkten.

Herr Günther, welche Effekte erzielen Sie in energetischer Hinsicht? 
«Die Beleuchtung ist mit einem Anteil von etwa 25 Prozent der zweitgrösste Stromverbraucher im Supermarkt. Im Vergleich zur alten konventionellen Beleuchtung haben wir den Stromverbrauch durch den Einsatz von LED in etwa halbiert, das heisst, die Einsparungen betragen in einem durchschnittlichen tegut Supermarkt cirka 50 000 kWh pro Jahr. Das entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch von 14 Einfamilienhaushalten. Neben der deutlich längeren Lebensdauer der LED-Leuchten und der signifikanten Reduzierung der alten Leuchtmittel sind die homogenere, gleichbleibende Lichtqualität – also beispielsweise Helligkeit, Lichtfarbe – sowie der geringere Wärmeeintrag im Sommer weitere Vorteile: Auch die Energieverbräuche und damit die Kosten für die Klimatisierung sinken.»
 
Herr Fischer, worauf legen Sie den Fokus bei der Umstellung Ihrer Märkte auf LED-Beleuchtungskonzepte?
«Ziel ist die Schaffung einer hellen, freundlichen und energieeffizienten Lichtatmosphäre. Der Schwerpunkt liegt auf akzentuierter Waren- und Fokusbeleuchtung mit Hilfe zukunftsorientierter LEDBeleuchtung. Alle Warenbereiche werden warengerecht beleuchtet, wichtige Zonen hervorgehoben und in den entsprechenden Lichtfarben differenziert. Unterschiedliche Beleuchtungsstärken schaffen hellere und dunklere Bereiche, geben dem Verkaufsraum Struktur und sorgen für Atmosphäre. Der Hauptkundenlauf wird durch eine akzentuierte Beleuchtung der Gondelköpfe betont. Waren und eingesetzte Materialien sind farbecht dargestellt, Frischeprodukte werden betont. Dabei wird der anfallende Tageslichtanteil bei der Beleuchtungsplanung projektbezogen berücksichtigt.»